101 South / No U-Turn
No U-Turn Spielzeit: 61:36
Medium: CD
Label: AOR Heaven, 2009
Stil: Melodic Rock

Review vom 19.11.2009


Mike Kempf
Vor genau zehn Jahren wurde 101 South vom Harlan Cage-Keyboarder Roger Scott gegründet. 2000 gelang der Band mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum ein Achtungserfolg, der bis heute noch zu den meistbeachteten Werken des AOR zählt. Nun werfen die Kalifornier mit "No U-Turn" ihr neuestes Werk auf den Markt, das speziell den Freund von Melodic-Rock ansprechen wird. Als erstes fällt mir das Line-up auf, das mit elf Akteuren bestückt ist und immerhin auch Chris Thompson vorzuweisen hat! Mal hören was der Silberling so alles hergibt.
Vier Gitarristen, da denkt man doch gleich an einem Gitarrenzauber der besonderen Art. Das eine oder andere Solo wird auch recht ansprechend in die Waagschale geworfen, doch insgesamt darf man beim Melodic Rock nicht allzu sehr auf musikalische Tiefgänge hoffen. Demzufolge wirkt auch Gregorys Gesang, trotz vorhandener Qualität, ziemlich soft, richtig brav. Damit wird er bei den 'Schwiegermüttern' erheblich punkten können, beim hartgesottenen Rocker eher weniger. Die Band wirkt gut eingespielt und der einstündige Tonträger ist flugs abgespielt.
Aber nicht, weil er bei mir zu viel Emotionen freisetzt, sondern, weil das Hörbare auf einem bestimmten Level eher eine gewisse Trägheit in mir hervorruft. Die Platte plätschert so vor sich hin und hat für meinen Geschmack auch keinen richtigen Anspieltipp parat.
Im Stil von Foreigner wird das Scheibchen bei einigen Konsumenten Erinnerungen an die 80er erwecken, als man damals seine Jugendliebe engumschlungen über das Tanzparkett schleifte. Ob einem da gleich warm ums Herz wird? Nun, die Zeit ist nicht stehengeblieben und ob 101 South mit ihrem neusten Produkt gleich für den Grammy vorgeschlagen werden, wage ich zu bezweifeln. In der Einzelbewertung schneiden die Musiker nicht schlecht ab, Lynn Halls Gesang hat, wie bereits erwähnt, das nötige Volumen um tolle Akzente zu setzen, macht aber für meinen Geschmack zu wenig draus. Craigs Keyboard klingt fehlerfrei, wie auch die vier Gitarristen, Billy Liesegang
(Nina Hagen) Ian Bairnson (Alan Parsons Project), Mike Turner und David Pasillas, die letztlich auch alle makellos rüberkommen, aber bei mir nicht so richtig zünden wollen. Schade, dass sie Gastmusiker Chris Thompson nur bei "Blues Skies" die Textpassagen übrig ließen. Etwas wenig, wenn man schon mal auf die Qualität eines Thompson zurückgreifen kann. Trotz einiger Kritikpunkte halte ich ein Reinhören für empfehlenswert, denn schließlich kann und wird sich der Konsument anhand diverser Hörproben selbst entscheiden, ob er seine Geldbörse um ein paar Euros erleichtert.
Line-up:
Gregory Lynn Hall (vocals)
Mike Turner (guitar)
Jimmy Turner (bass)
Alan Kroll (saxophone)
Robert Scott Craig (vocals, keyboards)
Hans Geiger (drums)
Billy Liesegang (guitar)
Ian Bairnson (guitar)
David Pasillas (guitar)

Gäste:
Chris Thompson (vocals - #10)
Scott Cupp (backing vocals)
Tracklist
01:When You're In Love (3:48)
02:All In The Game (4:14)
03:Lonely Heart (4:16)
04:What Are You Gonna Do Anyway (4:11)
05:End Of The Game (4:57)
06:From What You Know Now (3:52)
07:Yersterday Is Gone (4:59)
08:Take Me Home (4:38)
09:Don't Tell Me It's Over (5:38)
10:Blue Skies (5:03)
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