180 Proof
The Gutter Sessions Part 1: The Filth And Freedom Overture
The Gutter Sessions Part 1: The Filth And Freedom Overture Spielzeit: 13:13
Medium: EP
Label: Eigenproduktion, 2011
Stil: Hard Rock, Sleaze

Review vom 25.04.2011


Moritz Alves
Gibt es eigentlich überhaupt australische Rockbands, die nicht nach AC/DC klingen? Sicherlich. Und trotzdem haben erstaunlich viele Combos aus dieser Ecke des Erdballs eine gewisse Affinität zu dem bluesigen Hard Rock, der von Angus Young & Co. kommerzialisiert worden ist.
Die drei Frischlinge von 180 Proof darf man somit quasi ungehört ins 'Atze/Datze'-Fahrwasser einsortieren - und wird dann, nachdem man den Silberling mit dem saucoolen Titel "The Gutter Sessions Part 1: The Filth And Freedom Overture" zum Erklingen gebracht hat, doch eines Besseren belehrt. Das Trio aus Melbourne würzt seinen Hard Rock nämlich mit einem schönen Schuss Punk und fühlt sich deshalb einen ganzen Tick mehr im rotzigen Sleaze (skandinavischer Prägung) zu Hause als Airbourne, Rose Tattoo oder eben AC/DC.
Ihr EP-Einstand wurde von 180 Proof komplett in Eigenregie produziert und realisiert. Der rohe, kaum bearbeitete Sound der Band stellt dabei eine erfrischende Alternative zu dem fetten Klanggewand manch etablierter Combo dar - und das steht diesem grundehrlichen, schweißtreibenden Musikstil doch eigentlich so viel besser zu Gesicht! Authentizität wird bei den drei selbsternannten »dirty, fucken, loud cunts« also glücklicherweise großgeschrieben; dem Bandmotto »Dirty Rock at its finest« wird man hier locker gerecht. Und dass die Truppe ihr Zeug in einem Motorrad-Laden aufgenommen hat, bringt ihr dann obendrein einige wichtige Punkte auf der Coolness-Skala ein.
Fazit: Sleaze- und Hard Rock-Freunde, die nach unverfälschten wie unverbrauchten Sounds suchen, sind bei 180 Proof bestens aufgehoben. Die vier Titel (darunter mit "Live Too Dirty" ein Cover der Landsmänner Scarlett Crash) geben einen schönen Einblick ins derzeitige Schaffen der Band und lassen den Hörer nach viel zu kurzer Zeit ungesättigt zurücků Das Wasser ist einem gerade so richtig schön im Mund zusammengelaufen, da ist das Ende des Silberlings auch schon erreicht. Wollen wir also hoffen, dass die Jungs bald ein vollwertiges Album folgen lassen - oder zumindest Teil 2 ihrer "Gutter Sessions" rüberschicken. Aber zackig!
Line-up:
J.J. Mötherfücker (yelling, shredding)
Professor Serious (life on the low end)
Andrew Andrew (hitting shit)
Tracklist
01:Stick It To The Man (2:57)
02:It Sucks To Be You (2:05)
03:Intoxication (3:26)
04:Live Too Dirty (4:45)
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