7for4 / Splash
Splash Spielzeit: 52:08
Medium: CD
Label: MGI Records, 2014
Stil: Instrumental Rock, Fusion

Review vom 13.07.2014


Mike Kempf
Ab und zu lass ich mir mein Hirn gerne von einer Instrumental-Packung massieren. Damit anschließend mein Nervenkostüm zur vollsten Zufriedenheit funktioniert bzw. ordentlich Glückshormone freigesetzt werden, bedarf es eines qualitativ hochwertigen Klangcocktails. Ob 7for4 dazu in der Lage sind, wird sich in den folgenden 52 Minuten zeigen, in denen ich die zehn Songs ihrer Neuerscheinung "Splash" durch meine Sinnesorgane filtere.
Nach dem ersten Check der Platte, kommt mir spontan - Mainstream, nein danke! - in den Sinn. Warum? Weil die vier deutschen Freigeister nur eins wollen: Musik ins Leben rufen, hinter der sie hundertprozentig stehen und bei der es ihnen ziemlich egal sein muss, ob sie dem Konsumenten gefällt oder nicht. Und eines sei auch gleich verraten: Wer hier Tanzmusik oder leichte Rock'n'Roll-Kost erwartet, der sollte an "Splash" lieber gleich vorbeigreifen. Wer sich aber gern mit 'Weltraumklängen' aus einem Gemisch von Jazz, Fusion und Funk auseinandersetzt, der kann an dem neuesten Werk des Quartetts seine helle Freude haben.
Gitarrist Wolfgang Zenk fiedelt sich bei dieser Tonkonserve seine Fingerkuppen wund, indem er seine Gitarre nach allen Regeln des Saitengezupfes vernascht. In der Tat, der gute Herr Zenk demonstriert ein ums andere Mal seine exzellent ausgebildete Fingerakrobatik und beweist mehrmals, dass er sein Handwerk meisterhaft beherrscht. Allein ob das bei jedem Zuhörer gut ankommt, daran hege ich sicherlich berechtigte Zweifel. Denn wie bereits schon erwähnt, "Splash", das komplett auf Gesangseinlagen verzichtet und nur auf instrumentale Klänge setzt, ist eben alles, nur nicht mainstream-tauglich.
Jeder Musiker der Band ist ein herausragender Individualist, der sich problemlos den Begriff Künstler ans Revers heften darf. Egal, ob Bassist Markus Grützner, Drummer Klaus Engl oder der erst seit Juni dazugehörige Tastenspezi Andre Schwager sowie Edelklampfer Wolfgang Zenk, allesamt sind solide ausgebildete Musiker, die ihre Musik künstlerisch zukunftsweisend anbieten. Dass sich die Vier immer am Rande zwischen Wahnsinn und Genie bewegen, unterstreichen sie ziemlich fett bei meinem Anspieltipp "Murder She Said"! Ich sag nur: Miss Marple lässt schön grüßen.
Fazit: Selten bekomme ich so einen abwechslungsreichen Notencocktail serviert, wie mit "Splash" von 7for4. Wenn ich nur das reine Handwerk der Band bewerte, gibt es von mir eine glatte Eins. Jedoch liegt mir "Splash" nach mehrmaligen 'Verzehr' und in der Gesamtheit zu schwer im Magen und kann bei mir nicht so viele Glückshormone freisetzen wir erhofft, denn ihre Songs sind wahrlich nicht leicht verdaulich. Im Prinzip kann das Album dem Musikfreund nur gefallen oder er verteufelt es. So ist es wie immer: alles reine Geschmackssache.
Line-up:
Wolfgang Zenk (guitar)
Marcus Grützner (bass)
Andre Schwager (keyboards)
Klaus Engl (drums)
Tracklist
01:Junk Funk (4:33)
02:Fortune (4:55)
03:Downhill (2:43)
04:If Only (6:05)
05:The Scent (5:57)
06:Murder She Said (4:11)
07:Fiesta (6:05)
08:Shhhh (5:12)
09:Lesson Learned (4:54)
10:Doubt And Ask (7:33)
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