Akrea / Stadt der toten Träume
Stadt der toten Träume Spielzeit: 54:06
Medium: CD
Label: Drakkar, 2013
Stil: Melodic Death Metal

Review vom 15.08.2013


Jan Bundels
Drei Jahre ist es nun her, dass die Bayern (bzw. Oberpfälzer) von Akrea ihr zweites Album Lügenkabinett veröffentlichten. Schon im Vorfeld wurde viel gemutmaßt, welchen Weg die Band mit der neuen Scheibe "Stadt der toten Träume" bestreiten würde, da beim Sprung vom Debüt zum Zweitwerk etwas Unbeherrschtheit verloren ging. Genau diesen Weg bestreiten Akrea weiter, denn die Songs klingen durchgeplanter, ausgefeilter und sogar etwas weicher ist man geworden.
Nichtsdestotrotz liefern die Fünf ein Melo Death-Brett schwedischer Machart ab, das einem die Ohren klingeln lässt, auch wenn es auf "Stadt der toten Träume" etwas düsterer zugeht als zuletzt. Die beiden Klampfer liefern sich packende und mitunter epische Duelle und Frontorgan Sebastian Panzer kreischt einem druckvoll die deutschen Texte mit viel Elan in die Gehörgänge. Auch die Rhythmusfraktion macht ihren Job ordentlich und lässt keine Wünsche offen.

Musikalisch bewegt sich das Ganze in dem Bereich des bereits genannten Melo Death. Jedoch sind auch Ausflüge in Pagan- oder gar Metalcore-Gefilde zu finden. Insgesamt geht es instrumental sehr reif und niveauvoll zur Sache.
Leider hat das Album ein Problem: Jeder Song ist ein Werk für sich. Das heißt, die Stücke harmonieren nicht richtig miteinander, sodass man als Hörer - mir ging es jedenfalls so - während der ersten Durchläufe leicht überfordert sein kann. Auch fehlen die 'Hits', die ein perfektes Album braucht. Das wird einfach dadurch bedingt, dass die Nummern einfach zu durchorganisiert sind.
Damit möchte ich nicht sagen, dass "Stadt der toten Träume" ein schlechtes Album ist. Es ist nur auf seine Art als Gesamtwerk irgendwie sperrig und man muss dem Silberling viel Zeit einräumen, damit sich seine gesamte Gewalt und Komplexität entfalten kann. Bringt man die Zeit jedoch auf, erwartet einen ein gutes bis sehr gutes Album, dessen Songs sich auch live perfekt ins Repertoire der Band integrieren lassen. Denn das ist noch immer eine der Stärken von Akrea: ihre Stücke auf den Punkt mit viel Spaß dem Publikum präsentieren zu können.
Line-up:
Sebastian Panzer (vocals)
Fabian Panzer (guitar)
Stephan Schafferhans (guitar)
Christian Simmerl (bass)
Jonas Nelhiebel (drums)
Tracklist
01:Erwachen (2:25)
02:Geisel einer Sünde (4:12)
03:Seelentanz (3:38)
04:Feuer und Licht (4:31)
05:Alter Freund (4:06)
06:Einsames Medium (5:26)
07:Unbekannte Ferne (4:05)
08:Schleier aus Blüten (4:09)
09:Der Preis der Freiheit (6:03)
10:Stadt der toten Träume (4:51)
11:Fundament der Existenz (4:28)
12:Letzte Lektion (3:25)
13:Verlassen (2:38)
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