Ancient Spell / Forever In Hell
Forever In Hell Spielzeit: 37:01
Medium: CD
Label: Minotauro Records, 2015
Stil: Heavy/Death/Doom Metal

Review vom 21.01.2016


Andrea Groh
Das italienische Label Minotauro veröffentlicht häufig interessante Bands aus dem eigenen Land.
Von daher war ich ein wenig überrascht als ich las, dass Ancient Spell nicht aus Bella Italia, sondern aus dem ebenfalls sonnigen Kalifornien kommen. Aber warum nichtů
Die Jungs aus Los Angeles gibt es seit 2012 und ihr schlicht "Ancient Spell" genanntes Debüt erschien 2013. Ende 2015 folgte "Forever In Hell".
Die Musik von Ancient Spell ist bei weitem nicht so mystisch wie sich nach dem Bandnamen vielleicht vermuten lässt, sondern eine recht knackig gespielte Mischung aus Heavy Metal, Doom Metal und Death/Thrash. Nicht zu schnell, aber auch nicht richtig schleppend, sondern eher im Midtempo, also eher nicht für Langsamkeitsfanatiker geeignet, diese dennoch nicht zu abschreckend.
Das sollte keineswegs als fauler Kompromiss oder Unentschlossenheit gewertet werden, sondern lediglich so betrachtet, dass hier kein besonderer Hang zur Schwermut vorhanden ist. Muss es ja auch nicht, wenn es dafür präzise metallische/thrashige Riffs gibt. Obwohl diese dominieren, gibt es zwischendurch ruhigere Parts als kleine Auflockerung, das kann natürlich auch nur das Ausholen zum nächsten Schlag seinů
Passend dazu bewegen sich die harschen Vocals von Donnie Marhefka (der bereits manchen von den Death Metal-Bands Unsanctified bzw. Burial bekannt sein könnte), irgendwo zwischen Grunzen und Brüllen, geben dem Ganzen damit eine aggressive Note, was mir durchaus gefällt, was jedoch eher retro-orientierten Hörern zu modern klingen könnte.
Denn "Forever In Hell" ist einerseits von zeitgemäßem amerikanischem Sound geprägt, hat andererseits aber auch Wurzeln im Bereich von Blues und Classic Rock - die blitzen manchmal im Gitarrenspiel auf, wenn sie nicht gerade von der teilweise recht erbarmungslosen vorgehenden Rhythmussektion niedergeballert werden. Der 'Spell' ist also gar nicht mal so 'Ancient', sondern durchaus auf gewisse Art 'Modern', aber auch nicht zu sehr. Gleiches gilt für die klare und druckvolle Produktion, die passt gut zur Musik.
Wer aufgrund des Labels kauzigen Metal und/oder psychedelischen Doom erwartet, wird sich ein wenig wundern, vielleicht sogar etwas enttäuscht sein.
Allerdings, so unpassend sind Ancient Spell dort dennoch nicht, denn auch sie sind recht eigenwillig und fette Riffs, die auch Doomern ein Grinsen ins Gesicht zaubern können, gibt es obendrein. Diese haben teilweise eine ordentliche Packung Southern Metal, Sludge und sogar eine Dosis Florida Death mit drin.
Doch so richtig in eine Schublade stecken lässt sich "Forever In Hell" nicht, sondern zeigt denjenigen, die das versuchen, mit diabolischem Grinsen den Stinkefinger und knallt lieber auf eigene fette Weise aus den Boxen. Warum auch nichtů
Wer nun neugierig geworden ist, hört am besten selbst mal rein.
Line-up:
Donnie Marhefka (vocals)
Conrad Viz (guitar)
Jeff Clark (bass)
Rob Thompson (drums)
Tracklist
01:Under Your Spell (5:42)
02:Cease To Exist (4:22)
03:Fall Of Humanity (4:21)
04:Beyond The Gates (5:24)
05:Eternal Embers (5:08)
06:Black Flame Ritual (6:03)
07:March To Your Grave (6:01)
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