And So I Watch You From Afar / Gangs
Gangs Spielzeit: 47:10
Medium: CD
Label: Richter Collective, 2011
Stil: Alternative, Experimental

Review vom 30.07.2011


Mike Kempf
Was für ein Titel des Eröffnungsongs eines Scheibchens aus Belfast: "Beautifuluniversemasterchampion"! Das Teil wurde von der unverwechselbaren nordirischen Band And So I Watch You From Afar entworfen und meine Gedanken kreisen beim Lesen des ersten Songtitels um Joe Satriani, Yngwie Malmsteen und Steve Vai, vereint in einer Person!
Doch ich muss die Vorfreude unserer Leserschaft gleich mächtig trüben! Die Qualität dieser drei Spitzenmusiker im Vergleich mit dem Song sind so viele Lichtjahre auseinander, wie ich die Chance habe, den Marathonlauf, den 100 Meter-Sprint, das Kugelstoßen und den Stabhochsprung der nächsten Olympischen Spielen zu gewinnen! Ich versuche trotz des krassen Liedguts einen klaren Gedanken beizubehalten. Nun gut, das Teil ging voll in die Hose, doch der Rest des Silberlings kann mich ja noch positiv stimmen. Um nochmal auf "Beautifulblablabla" einzugehen: Entweder nagt die Band am kompletten Größenwahn und grenzenloser Selbstüberschätzung oder der Konsument soll nur mal kurzweilig in die Irre geführt werden.
Denn von der ersten bis zur letzten Sekunde hört sich, bis auf wenige Ausbrüche, alles gleich an. Wer auf musikalische Tiefgänge hofft, wird maßlos enttäuscht.
Auf ihrer Homepage bezeichnen sie sich dem Alternative-, Experimental- und Punk Rock zugehörig. Vom Punk höre ich rein gar nichts. Alternative Rock - lass ich gelten, experimenteller Rock - ich weiß nicht. Wo wird hier experimentiert? Zwischen Song eins und fünf gibt's zwar reichlich aufs Nervenkostüm, aber auch nur, weil sich beim Notensalat der ersten Hälfte des Silberlings fast alles gleich anhört. "Ghost Palor KA-6 To..." kann ich noch einigermaßen wohlwollend registrieren, obwohl mich auch hier der instrumentale Inhalt des Liedchens nicht gerade zu Jubelarien veranlasst. Von Experimenten weit und breit keine Spur!
Anschließend wird dem Konsumenten in knapp zehn Minuten "...Samara To Belfast" in und um die Ohren geblasen. O.K., immerhin kann ich das einzelne Können der Musiker heraushören und denke, dass jeder für sich mit seinem Spielgerät passabel umgehen kann, doch es ist ihre Songarchitektur, die für mein Empfinden niemand gebrauchen kann, es sei denn, man möchte so schnell wie möglich in den Vorruhestand! Die Gitarren plärren so vor sich hin, der Bass gibt sich alle Mühe den 'Gitarrenzauber' nicht zu stören, nur das Schlagzeug kann bei mir positiv vermerkt werden.
Fazit: Selten habe ich so einen monotonen Einheitsbrei gehört. Zwar ist ihr Spiel nicht gänzlich emotionslos, doch hört sich fast alles gleich an und kann bei mir keinerlei Reizpunkte setzen. Trotzdem bekommt die Platte von mir auch eine Ehre zuteil: Einen Platz in den Top-Ten meines CD-Regals, aber von hinten!
Line-up:
Rory Friers (guitar)
Tony Wright (keyboards)
Johnny Adger (bass)
Chris Wee (drums)
Tracklist
01:Beautifuluniversemasterchampion
02:Gang (Starting Never Stopping)
03:Search: Party: Animal
04:7 Billion People All Alive At Once
05:Think: Breathe: Destroy Homes
06:Ghost Palor KA-6 To...
07:...Samara To Belfast
08:Lifeproof
Externe Links: