Angband / Visions Of The Seeker
Visions Of The Seeker Spielzeit: 42:06
Medium: CD
Label: Pure Steel Records, 2010
Stil: Power/Prog Metal

Review vom 07.11.2010


Marius Gindra
Heavy Metal aus dem Iran: gibt es solche ´Teufelsmusik´ in einem oftmals fanatisch konservativ nach religiösen Regeln lebenden Staat tatsächlich? Die Antwortet lautet: Ja, auch dort! Die 2004 gegründete Angband aus der Hauptstadt Teheran, die bereits 2008 ihr Debüt Rising From Apadana ebenfalls über Pure Steel Records auf den Markt wuchteten, präsentieren uns auch auf ihrem Zweitwerk ein Stück glaubwürdiger, echter Heavy Metal-Rebellion!
Musikalisch hat man sich auch auf dem aktuellsten Output "Visions Of The Seeker" dem progressiven Power Metal, der an manchen Stellen bei der Instrumentalfraktion leicht in Richtung Savatage und Konsorten schielt, verschrieben. Die insgesamt neun Stücke inklusive Intro können jedoch, und das sage ich schon im Voraus, leider nicht mit der Konkurrenz aus westlichen Ländern mithalten, denn dafür klingen die Kompositionen des Quartetts noch schlichtweg zu uninspiriert und zu wenig ausgeklügelt bzw. zu auffällig von den Originalen abgekupfert. Zudem scheppern die Drums auf der von Achim Köhler in heimischen Gefilden produzierten Langrille ungewohnterweise etwas steril. In manchen Momenten glaubt man gar, ein kleiner Angelo Sasso würde die Rhythmusmaschine bedienen. Auch der Gesang ist weiterhin noch ausbaufähig, denn manchmal klingt Frontmann Ashkan Yazdani arg jammernd, was dieser Musik nicht gerade gut tut und somit eher nach Rhapsody Of Fire-Imitation tönt.
Ganz schlimm wird es z.B. beim nächsten Song "Battle For...", bei dem die hohen Schreie des Sängers, der mehr als einmal offenbar versuchen will, King Diamond zu imitieren, einfach nur noch grausam und absolut schlecht kopiert klingen. Und auch die Riffs bzw. Harmonien wirken an einigen Stellen nur noch wie ein schlechter Maiden-Klon, obwohl in manchen Momenten einige echt nette Ansätze vorhanden sind: Ich nehme mal als Beispiel den Anfangsriff vom Quasi-Titelsong "The Seeker".
Nichtsdestotrotz MUSS schlussendlich gesagt werden, dass sich die Band von mir allerhöchsten Respekt verdient, in einem derartig 'Heavy Metal-feindlichen' Land eine solche Musik zu spielen. Aus musikalischer Hinsicht und auch im Gesamtfazit kommt der für mich leider als Tiefpunkt des sonst so glorreichen Pure Steel-Jahres 2010 angesehene Silberling nicht über noch recht gutmütig verteilte 6 von 10 RockTimes-Uhren! Aber lasst euch nicht immer von Meinungen der Schreiber beeinflussen, sondern macht euch bei Interesse auf dem bandeigenen MySpace-Account ein eigenes Bild!
Line-up:
Ashkan Yazdani (vocals)
Mahyar Dean (guitar)
M. Halaji (bass)
Ramin Rahimi (drums)
Tracklist
01:Forgotten Glory (Intro)
02:Blind Anger
03:Battle For...
04:The Seeker
05:Easy To Believe
06:Forsaken Dreams
07:Truth Of Lies
08:Fate & The Fear
09:Astral Hallucinations
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