Bad Penny / Don't Cry Little Honey
Donít Cry Little Honey Spielzeit: 61:10
Medium: CD
Label: GreenTown Records, 2013
Stil: Folk Rock

Review vom 08.08.2014


Joachim 'Joe' Brookes
Bad PennyWenn Freunde da wohnen, wo andere Urlaub machen, dann macht man da Urlaub. Ergibt sich die Gelegenheit, in der Nähe einen Gig zu besuchen, dann ist es fast selbstverständlich, diese Möglichkeit wahrzunehmen. Bei der 77. Warnemünder Woche gab es anlässlich der zehnten Ausgabe von "Rauch auf dem Wasser" eine Konzertreihe bei der unter anderem die Rostocker Band Bad Penny mit von der Partie war.
Moderiert wurde die Veranstaltung vom Warnemünder Schriftsteller Michael Terpitz, der unter dem bereits genannten Titel "Rauch auf dem Meer" eine Reihe von Romanen und CD-Ausgaben auf den Markt gebracht hat.
Die Kulisse war imposant und die Folk Rock-Matadoren sorgten zwei Stunden lang für perfekte Unterhaltung und schafften den Spagat, eigene Kompositionen, unter anderem von "Don't Cry Little Honey", über Pink Floyd bis hin zu Neil Young ("Rockin' In A Free World").
Das 2008 veröffentliche Album Return To The G-Man stand ganz im Zeichen des irischen Gitarristen Rory Gallagher. Der Kollege Mike schrieb seinerzeit unter anderem: »"Return To The G-Man" ist die beste und eigenständigste Tribute-CD, die ich bisher gehört habe.«
"Don't Cry Little Honey" ist nicht minder eigenständig, steht allerdings unter einem ziemlich anderen Stern, weil sich Bad Penny in den Eigenkompositionen eher durch den Folk Rock auszudrücken vermag. Wenn der beeindruckende Tastenmann Peter Möller sein Akkordeon zum Einsatz bringt, dann darf - mit Verlaub und Blick auf den Herkunftsort - auch von Sailer-Rock gesprochen werden. Bei "Sail Away" darf er ruhig auch irisch gefärbt sein.
Bad PennyNichtsdestotrotz, die Combo um den Frontmann Ola Van Sander ist eine Art Perle der Vielfältigkeit und Ausgewogenheit. Mit Erfolg hat man viel Herzblut ins Songwriting und dessen Umsetzung durch wunderschöne Arrangements gelegt. In besonderer Weise darf in diesem Zusammenhang das Stück "Marble City Bar" genannt werden.
Hier sind als Ergänzungs-Musiker Plamen Pavlov (Kavei), Martin Petrov (Gaida) sowie Anatolie Avacumov (Violine) mit von der Partie. Christoph Keck sorgt für treibend-groovende Rhythmik und durch die beiden Instrumente bekommt die Nummer phasenweise eine fast schon exotische Atmosphäre. Der Wechsel zwischen luftigen und rockenden Teilen ist bestens ausgelotet und so wird "Marble City Bar" nicht nur zu einem der längsten Tracks auf der Platte, sondern gehört auch in die Kategorie Highlights.
Das Titelstück "Don't Cry Little Honey" gibt es gleich zweimal in der Tracklist. Einerseits wird die stimmungsvolle Ballade mit dynamischen Anteilen von wunderschön dahinfließenden Streicher-Sounds begleitet. Die Piano-Tupfer von Peter Möller setzen Akzente und Ola Van Sander singt mit persönlich gefärbter Stimme. Das E-Gitarrensolo ist mächtig gut. Die knapp über zehnminütige Version am Ende der Scheibe schraubt andererseits ordentlich an der Spirale der Hörfreude, gerade weil die Nummer mit einer tollen Improvisation angeschoben wird. Gegen Ende wird gibt es nochmals eine feine Phase und schließlich klingt das Lied in einem Grande Finale mit hymnischem Gesang und überdimensionaler E-Gitarre aus. Großartig! Die Kapelle kann natürlich die Leinen des Rock ordentlich locker lassen. Das instrumentale "Baltic Trail" ist zwar kurz, aber ein großes Vergnügen.
Den Blues hat Bad Penny allerdings nicht ganz aus dem Blickfeld verloren. 12-Takter ist bei "I Play Just What I Feel" angesagt. Welch eine Untertreibung wegen des Begriffs 'just'. Auch diese Nummer ist großes Kino und wenn vom Blues die Rede ist, dann singt Ola Van Sander:
»[...] Take away my sadness, take it awy, take it away
When the day grows on
The devil is mine Ė the devil is mine [...]«
Gitarre und Akkordeon drücken unter anderem gehaltvolle Sehnsucht aus und von dieser Emotionalität ist auch der Gesang geprägt. "I Play Just What I Feel" ist ein Blues mit garantierter Treffsicherheit.
Genauso wie das gesamte Album.
Line-up:
Ola Van Sander (guitar, Dobro, vocals)
Axel Hennig (bass)
Peter Möller (accordion, piano, organ, keyboard)
Ulf Jacobs (drums)
Peter Grützmann (rhythm guitar)

With:
Reiner Lützenkirchen (acoustic guitar)
Plamen Pavlov (kavei - #4)
Martin Petrov (gaida - #5)
Antolie Avacumov (violin - #5)
Christoph Keck (drums - #5)
Christian Mevs (rhythm guitar, sounds - #7)
Tracklist
01:Motherless Child (2:51)
02:Don't Cry Little Honey (4:15)
03:Spanish Rose (3:56)
04:Don't Be A Copy (5:23)
05:Marble City Bar (6:04)
06:I Play Just What I Feel (7:25)
07:What Is Love (5:33)
08:Run Run Run (4:42)
09:Ride Through The Night (3:44)
10:Baltic Trail (1:54)
11:Sail Away (5:07)
12:Don't Cry Little Honey (10:07)
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