Beatallica / Masterful Mystery Tour
Masterful Mystery Tour Spielzeit: 48:53
Medium: CD
Label: Oglio/Megapress, 2009
Stil: Metal

Review vom 20.09.2009


Udo Gröbbels
Die Metal-Szene ist manchmal schon ein bisschen seltsam. Obwohl ich selber gerne laute Gitarren höre, bin ich immer wieder etwas erstaunt, dass für manche 'ach so harten Kerle' die Kombination Metal und Comedy einfach undenkbar ist. Für alle, die mit Spaß im Heavy Metal nichts anfangen können, ist diese Review hier zu Ende. Danke.
Für Leute ohne Scheuklappen hat die amerikanische Spaß-Metal-Band Beatallica eine sehr interessante neue Platte am Start.
Beatallica sind - wie der Name schon richtig vermuten lässt - eine Tributband, die gleichzeitig die Beatles und Metallica covert. Zu etwas Besonderem macht sie die Tatsache, dass man beide Helden in einem Lied vereinigt.
Die Musiker hatten es zu Karrierebeginn alles andere als leicht, denn Sony ließ als selbsternannter Vertreter von Seiten der Beatles ihre Homepage auf Eis legen, da das Label die schrägen Coverversionen nicht billigte. Erst als Lars Ulrich eingriff und von Seiten Metallica 'grünes Licht' gab, konnte die Band ihr neues Konzept ohne Folgen weiter durchziehen. Nach dem Debüt "Sgt. Hetfields Motorbreath Pub Band" und einigen EPs, liegt nun mit "Masterful Mystery Tour" das zweite komplette Album mit erneut haarsträubenden Coverversionen vor.
Stilistisch nimmt man ein Metallica-Lied, behält den Musikstil bei und mischt aber noch einen Beatles-Klassiker unter. Beispiel: "Fuel" und "Fool On The Hill" ergeben "Fuel On The Hill". Das ganze klingt dann Dank der sehr authentischen Stimme von Jamyz Lennfield wirklich genau so, als würden Metallica im Proberaum ihre eigenen mit Beatles-Songs mischen. Dank der knackigen Produktion klingt das Ganze zudem auch noch verdammt gut und sehr kraftvoll. Bei Beatallica steht aber dann doch der Spaßfaktor im Fokus und selbst beim fünften Durchhören entdeckt man immer noch kleine versteckte Jokes, Wortspiele oder Effekte.
Highlight sind für mich neben dem Titelsong das völlig wahnwitzige "Everybody's Got A Ticket To Ride Except For Me And My Lightning", wo sogar zwei Beatles- und ein Metallica-Stück zusammen verwurstet werden. Auch sehr gelungen ist die Kombination von "Am I Evil?" (im Original nicht von Metallica sondern von Diamond Head) und "And I Love Her" der Beatles. Daraus entsteht dann "And I'm Evil?", was durch eine zweite Stimme im Stile von Glenn Danzig zusätzlich aufgemotzt wird.
Einzig etwas überflüssig finde ich den Bonustrack "Eine guten Tag zum Sterben", was bis auf die seltsame Schreibweise dem fast gleichnamigen J.B.O.-Hit entspricht. Wenn Amerikaner deutsch singen, klingt das beim ersten Mal zwar lustig (bestes Beispiel Manowars "Herz aus Stahl"), wird dann aber schnell langweilig. Gründe für diese Coverversion sind sicherlich die Veröffentlichung auf J.B.O.s Label Megapress und auch die Tatsache, dass man im Dezember als Vorband von eben J.B.O. durch die Hallen ziehen wird. Gute Konzertkombination in meinen Augen.
Insgesamt also für tolerante Metalheads ein klasse Album, das neben dem coolen Humor auch mit musikalischer Qualität punkten kann. Außerdem hätte der aktuelle Veröffentlichungszeitpunkt kaum besser gewählt sein können, denn ein paar Tage vorher wurde der komplette Beatles- Backkatalog in klanglich überarbeiteter Qualität wiederveröffentlicht.
Line-up:
Kliff McBurtney (bass)
GRG III (guitar)
Ringo Larz (drums)
Jaymz Lennfield (vocals & guitar)
Tracklist
01:The Battery Of Jamyz And Yoko
02:Masterful Mystery Tour
03:Fuel On The Hill
04:And I'm Evil ?
05:Everybody's Got A Tike To Ride Except For Me And My Lightning
06:Running For You Life
07:The Thing That Should Not Let It Be
08:Hero Of The Day Tripper
09:Got To Get You Trapped Under Ice
10:I'll Just Bleed Your Face
11:I Want To Choke Your Band
12:Tomorrow Never Comes
13:Eine guten Tag zum Sterben
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