Benediction
26.09.2008, Pitch Black, Niederkrüchten
Support: Nominon und Holy Moses
Flyer Benediction
Pitch Black Niederkrüchten
Support: Nominon und Holy Moses
26. September 2008
Konzertbericht
Stil: Heavy Metal


Artikel vom 02.10.2008


Udo Gröbbels
Heavy Metal auf dem Lande
Freitag und endlich Wochenende. Aber was macht man als Freund der härteren musikalischen Klänge, wenn man auf dem Dorf wohnt? Zum einen könnte man sich privat mit Kumpels treffen oder aber in die nächste Stadt fahren, wo man dann vielleicht einen Club mit härterer Musik hat. Dieses Problem haben seit knapp drei Monaten die Metalfreunde aus Niederkrüchten und Umland nicht mehr, denn seit Mitte Juni gibt es endlich das Pitch Black in diesem beschaulichen Dorf am südlichen Niederrhein, unmittelbar an der niederländischen Grenze gelegen.
Pitch Black
Die Feuertaufe
Bisher hatten bereits lokale und Bands aus den benachbarten Niederlanden dort schon das eine oder andere Konzert Nominon gegeben, aber an diesem Freitag stand die erste Bewährungsprobe für den Club an. Die " No Reunion Required"-Tour machte nach dem Tourbeginn am Vortag in Rostock hier Station und mit Holy Moses und Benediction hatte man zwei wirklich große Namen der harten Metalszene mit im Boot. Komplettiert wurde das Paket noch mit den Schweden von Nominon, die es immerhin auch schon 15 Jahre gibt. Somit sollte also einem gepflegten Trash/Deathmetal-Konzertabend nichts im Wege stehen. Der Zuspruch von außerhalb war enorm und viele Fans kamen z.B. aus dem ca. 60 km entfernten Aachen (wo Holy Moses ihre Wurzeln haben) oder aus den Niederlanden.
Besagte Schweden eröffneten dann auch um 21.00 Uhr das Konzert im noch etwas spärlich gefüllten Pitch Black. Das Quintett prügelte sich sehr tight durch ihr knapp 30-minütiges Set und vorne wurden schon fleißig die Matten geschwungen. Mein Fall war das ehrlich gesagt nicht, aber den anwesenden Leuten gefiel es gut und somit erfüllten Nominon die Rolle des Anheizers.
Nominon     Nominon
Obwohl Benediction ganz oben auf den Plakaten standen und auch als Hauptact spielten, war heute allen klar, dass Holy Moses ganz klar der Headliner an diesem Abend sind. Mittlerweile war es auch voll geworden und nach einem witzigen Intro (eine uralte Reggaenummer, wo immer Holy Moses»Uhhh...Holy Moses« gesungen wird) folgte ein düsteres Intro und schon standen die vier Jungs plus Frontfrau Sabina Classen auf der Bühne und legten richtig los. Sabina, die einigen älteren Lesern vielleicht auch noch als Moderatorin der Metalsendung "MOSH" auf RTL bekannt sein dürfte (ja, so etwas gab es tatsächlich mal auf RTL !) ist Dreh- und Angelpunkt on stage und mit ihrem extrem tiefen Gesang und sehr sympathischen Ansagen konnte sie sofort die Leute auf ihre Seite ziehen. Was folgte war ein 45-minütiges Set, das auch mit einigen neuen Songs gespickt war. Just an diesem Freitag war nämlich ihr neues Album "Agony Of Death" erschienen.
Holy Moses Eine nette Aktion von Holy Moses ist, dass man als Fan Konzertkarten und ein Treffen mit der Band zu jedem Konzert dieser Tour gewinnen kann. So wurden die Fans im Vorfeld über den Fanclub aufgerufen, Fotos zum Thema 'Ich bin ein Holy Moses Fan' zu mailen (z.B. Fans und Band, selbstkreiertes Shirt, Holy Moses-Tattoo usw.) Sicher ein nette Sache, die man auch anderen Bands ans Herz legen kann.
Neben Songs vom neuen Album gab es aber auch alte Klassiker wie "Summer Kills" oder das abschließende "End Of Days". Danach war dann leider schon Schluss. Holy Moses sind immer noch eine Top-Liveband, die auch richtig Spaß auf der Bühne ausstrahlen. Allen voran Drummer Atomic Steif; der drosch auf sein Kit ein, dass es eine wahre Freude war. Nur das Fehlen ihres vielleicht größten Hits - "Too Drunk To Fuck - (Im Original von den Dead Kennedys) hinterließ ein paar enttäuschte Gesichter. Insgesamt aber sehr amtlich.
Holy Moses     Holy Moses
Nun war es dann auch endlich Zeit für Benediction aus Birmingham, die mittlerweile auch schon auf 20 Jahre Bandgeschichte zurückblicken können. Mit "The Grand Leveller" und vor allem mit "Transcend The Rubicon" hat die Benediction Band die Geschichte des Death-Metal mitgeprägt und nach sieben Jahren Pause erschein vor einigen Wochen ein neues Album mit dem Titel "Killing Music". Das war auch das Motto des Abends. Wer bis jetzt noch nicht von den beiden anderen Bands durchgeschwitzt war, kam allerspätestens hier auf seine Kosten. Das Moshpit kochte bei fast allen Songs. Frontmann Dave Hunt feuerte das Publikum ein ums andere mal zum Moshen auf, dem auch gerne Folge geleistet wurde. Hunt und auch der Rest der Band hatten sichtlich Spaß und goutierten dies immer wieder mit einem lustigen »Thank you Knee-dare-kruch-tän«. Kurz vor Schluss erklärte Hunt dann noch, das man diese 'wir-gehen-raus-und-kommen-zur-Zugabe-wieder'-Spielchen blöd fände und man jetzt einfach bleibe und noch ein paar Songs spielen würde.
Gegen 0.30 Uhr war dann Schluss und all drei Bands hinterließen eine komplett abgerockte Meute im Pitch Black. Als Abschlussbemerkung muss man noch die sehr fairen CD- und Shirt-Preise der Bands am großen Merchandisingstand erwähnen.
So ging also ein sehr fannaher, fanfreundlicher oder einfach nur ein klasse Konzerabend zu Ende.
Vielen Dank an Alexandra Lahaije vom Holy Moses-Fanclub Bloodbound für die Konzertbilder.
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