The Black Court / Gray - The Colors Of Fire And Pain
The Colors Of Fire And Pain Spielzeit: 23:57
Medium: EP
Label: Eigenproduktion, 2015
Stil: (Melodic) Death Metal

Review vom 29.01.2016


Andrea Groh
The Black Court - aus dem Bandnamen Schlüsse auf die Musik ziehen, ist nicht einfach. Progressiv, weil assoziiert mit dem Begriff Court? Black als Hinweis auf Black Metal? Zusammengesetzt als finsterer Doom - das Gericht, das über den drohenden Untergang verhandelt? Oder? Oder?
Des Rätsels Lösung: The Black Court ist eine Melodic Death Metal-Band, die 2011 gegründet wurde und 2013 ein Demo herausgebracht hat.
Nun folgt - ebenfalls als Eigenproduktion - die EP "Gray - The Colors Of Fire And Pain"; auch bei diesem Titel ließe sich so einiges über die Bedeutung spekulieren…
Kommen wir zur Musik: Eröffnet von einer Schlagzeugsalve ballert "Feast" drauflos. Gleich darauf kommen Gitarre und Growls dazu und machen klar, wo es hier lang geht, nämlich wie bereits oben erwähnt - es gibt Death Metal auf die Glocke. Der Melodic-Anteil hält sich allerdings in Grenzen, versteckt sich in den Leads, die zwischen den brutalen Riffs aufblitzen, was den Song angenehm auflockert. "Losing Ground" danach kommt eine Ecke aggressiver und straighter aus den Boxen, ist meiner Meinung nach der schwächste Track, was vielleicht live anders sein mag. "Speak To The Void" dagegen wirkt grooviger, gerade die etwas langsameren Passagen überzeugen dadurch. Vokalist Oskar wechselt hier zwischen Growls, Brüllen/Keifen und gesprochenen Parts.
Soweit nicht schlecht, jedoch nicht wirklich etwas Neues - eher Genre-Standard. Nicht mehr, aber auch nicht weniger - für eine Debüt-EP durchaus okay und eine deutliche Steigerung zum Demomaterial.
Doch The Black Court haben ihr Pulver noch nicht verschossen. Das Instrumental "Gray" hat faszinierende melodische Momente, legt langsam an Härte und Geschwindigkeit zu, wird dann etwas düsterer, um schließlich wieder harmonisch zu enden. Gefällt mir, interessantes Zwischenspiel.
Bei "Words Become Bullets" dominieren wieder die Riffs, die, zu dem Titel passend, wie Kugeln verschossen werden, unterstützt von der Rhythmussektion und Oskar, der wiederum grunzt, keift und brüllt. Hier fahren The Black Court zum Schluss noch mal alles auf, was sie haben, was auf die Dauer von sieben Minuten zwischendurch auch mal Hänger hat, doch ebenfalls einige hörenswerte Stellen. Durchaus abwechslungs- und ideenreich, etwas kompakter wäre der Track vielleicht etwas stärker gewesen.
Fazit: (Melodic) Death Metal-Bands gibt es mittlerweile auch in Deutschland wie Sand am Meer. The Black Court müssen sich nicht vor der Konkurrenz verstecken, gerade die technischen Fähigkeiten sind in den letzten zwei Jahren ordentlich gewachsen, was vor allem die melodischen Passagen beweisen. Die Hannoveraner sollten erkennen, dass darin ihre Stärken liegen und mehr Schattierungen von Grau einbauen (vielleicht fünfzig verschiedene…), um sich durchsetzen zu können.
Vielversprechende Ansätze sind vorhanden, hoffen wir, dass es gelingt, diese auszubauen.
Line-up:
Marcel (bass)
Oskar (vocals)
Philipp (drums)
Sebastian (guitars)
Tracklist
01:Feast (5:21)
02:Losing Ground (3:21)
03:Speak To The Void (5:00)
04:Gray (2:58)
05:Words Become Bullets (7:17)
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