Blessed Hellride / Booze N Roll
Booze N Roll Spielzeit: 25:30
Medium: EP
Label: Eigenvertrieb, 2013
Stil: Heavy Rock

Review vom 25.08.2013


Andrea Groh
Blessed Hellride? Die CD von Black Label Society? Nee, 'ne Band aus Trier.
2010 gegründet von Rikki Roxx (der mittlerweile nicht mehr dabei ist) und Jack Stoned, zunächst als Glam-/Sleaze-Projekt. Mit der Zeit änderte sich die musikalische Ausrichtung zu Heavy Rock, die neuen Vorbilder heißen u. a. BLS und Down.
Gut so, finde ich. Denn was mir auf "Booze N Roll" entgegendröhnt, ist richtig fett. Vorher (2010) gab es bereits eine EP, "Evil Side Of Life", und auch das aktuelle Scheibchen ist nur 25 Minuten lang. Für 2014 ist dann eine 'normal lange' CD geplant.
Doch im Moment müssen wir erst einmal mit der "Booze N Roll"-EP vorlieb nehmen. Was ja auch nicht verkehrt ist. Hier gibt es Heavy Rock, der richtig massig rüberkommt und abgeht, wie eine gut geölte Harley. Da verwundert es nicht, dass der erste Song "Bastards And Outlaws" heißt. Egal, ob man dies nun Biker Rock, Heavy Rock, Rock'n'Roll oder sonstwie nennt - es gibt das volle Brett und es macht Spaß. Die beiden Gitarristen hauen mächtige Riffs raus, die Rhythmussektion ergänzt und füllt eventuell vorhandene Löcher. Dazu kommt Tiny Fuels Stimme, die hervorragend dazu passt - kräftig, jedoch nicht zu rau ist.
Mit dieser Truppe kann man einen "Devils Ride" wagen und braucht selbst die "Zombiepocalypse" nicht fürchten. Notfalls nimmt man einen Schluck Jackie, Rum (oder ein anderes Getränk dem persönlichen Geschmack entsprechend) und feiert erst einmal eine »Kick'Azz Booz'N'Roll«-Party. Der passende Soundtrack dazu liegt ja vor.
Klar scheint hier teilweise Zakk Wylde ziemlich zu winken und sicher darf man hier keine anspruchsvollen progressiven Songstrukturen oder bahnbrechende neue Ideen erwarten - aber das Motto lautet: Hauptsache, es rockt! Und, verdammt, das tut es!!!
Was nicht heißen soll, die Jungs könnten nicht spielen. Und dass sie auch noch eine ganze andere Seite haben, zeigt die wundervolle Ballade mit Westernflair "Back From Hell". Schön, traurig und gleichzeitig mit toller (Lagerfeuer-)Atmosphäre. Hammergeil!
Natürlich steht auf "Booze N Roll" der rockige Arsch-(oder andere Seite?)Tritt im Vordergrund und den gibt es beim fünften und letzten Track dann auch wieder. Hier werden Zombies mit Hilfe von fetten Riffs zur Hölle geschicktů »shoot them down« - oh yeah.
Man könnte zu diesen Klängen vor die Tür gehen und ein paar untote Gehirnjunkies abballern. Oder headbangen. Oder mit dem Fuß wippen. Oder was auch immer. Was ein mitreißendes Brett. Wie das wohl erst live kommt? Kann mir vorstellen, dass der ganze Booze N Roll dann erst so richtig zur Geltung kommt und abgeht.
Tja, und schon sind die 25 Minuten vorbei. Wem nun das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, dem sei gesagt: Man kann das Teil auf der Bandpage downloaden oder bei Konzerten bzw. auf Anfrage bei Blessed Hellride als schlichte, dennoch stilistisch passend gestaltete Digi-EP kaufen.
So, und nun muss ich noch einmal die letzten beiden Songs hörenů
Line-up:
Tiny Fuel (vocals)
Jack Stoned (guitars)
Oos Fire (guitars)
Zed Undead (bass)
Cpt. Maverick (drums)
Tracklist
01:Bastards And Outlaws
02:Devils Ride
03:Booze N Roll
04:Back From Hell
05:Zombiepocalypse
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