The Brimstone Days / We Are The Brimstone Days
We Are The Brimstone Days Spielzeit: 33:18
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2011
Stil: Rock Pop

Review vom 16.02.2011


Mike Kempf
Wenn es darum geht die Lachmuskeln zu aktivieren, irgendeinen Blödsinn mitzumachen, dann gehöre ich zu den ersten die den Finger heben um dabei zu sein. Vermutlich dachte RockTimes-Kollege Ulli Heiser deshalb an mich, als er den aktuellen, witzigen Clip "We Are The Brimstone Days" des schwedischen Trios entdeckte. Und wirklich, ich betrachte den Clip, indem die Truppe, obwohl man von Anfang an die Musik wahrnimmt, zuerst ohne Instrumente agiert und nach und nach die Spielgeräte nachgereicht werden, als gelungen. Man stelle sich vor: Drummer Malmqvist haut unermüdlich in die Luft, bis zwei sportliche Roadies ihm das Schlagzeug-Drumherum aufbauen, ohne dass er das Schlagen unterbricht. Den Clip kann man auf der unten verlinkten Bandpage begutachten. Mal was anderes, witzig gemacht!
Mal hören, was der Silberling der Band vorzuweisen hat. Zunächst fällt ins Gewicht, dass sie die Spielzeit mit gut dreiunddreißig Minuten ziemlich knapp ausgereizt haben. In einem viersekündigen Intro stellt Gesangskanone Lanz die aus Malmö stammende Band vor, um anschließend "Confusion" in die Waagschale zu feuern. O.K., gar nicht so übel das Teil, obwohl es bei weitem nicht ausreicht, um mich konfus zu machen. Die mit Rock sowie reichlich eingängigen Pop-Elementen bespickte Scheibe steht ganz klar im Zeichen vom vermutlichen Bandchef Håkan Lanz, der nicht nur seine Stromklampfe für Rhythmus und Soloeinlagen zielgerecht einsetzt, sondern auch für die Textvorträge zuständig ist. Während er seine Gitarre zwar solide, ohne was Ernsthaftes zu reißen, präsentiert, betrachte ich seinen Gesang bestenfalls als Durchschnitt. Bass und Drums passen sich logischerweise dem Niveau an, verrichten zufriedenstellend ihren Job ohne irgendwelche Highlights zu setzen.
Mit "Cookie Jar", "Electric Blue" (mit ansprechenden Blues-Anleihen) und "We Are The Brimstone Days" sind schnell die 'Leckerlis' herausgefiltert, den Rest betrachte ich zwar durchweg als hörbar, doch deutet mir mein Inneres an, auch ohne den Rest gut leben zu können. Mir fehlen einfach die feurigen Gewürze, die den Silberling mehr vorantreiben würden. So bleibt es letztlich bei einem soften Rock-Album.
Nach einer guten halben Stunde hat sich das Schweden-Intermezzo erledigt. Live, so denke ich, könnte mich die Combo anhand des oben beschriebenen Clips wohl eher überzeugen. Dort wirken sie nämlich sehr sympathisch und energiegeladen. Ein Vergleich mit anderen Bands fällt mir spontan nicht ein, deshalb rate ich zu einem Reinhören ins Album um zu entscheiden, ob die jeweiligen Sinnesorgane den Hörerlebnissen positiv gegenüber stehen. Denn es ist wie immer: Alles reine Geschmackssache.
Line-up:
Håkan Lanz (vocals, guitar)
Hampus Hallgard (backing vocals, bass)
Johannes Malmqvist (drums, vocals)
Tracklist
01:Intro
02:Confusion
03:Aim For The Sky
04:Cookie Jar
05:Get In Line
06:Come On Come On (Let's Get it On)
07:Grand Theft Of Time
08:Sunset
09:Electric Blue
10:Float Away
11:We Are The Brimstones Days
Externe Links: