By Million Wires / Letters To The Absent
Letters To The Absent Spielzeit: 32:37
Medium: CD
Label: 40 miles records, 2012
Stil: Alternative

Review vom 11.12.2012


Sabine Feickert
Eine junge polnische Band schickte uns ihr Debütalbum ins Haus. 2007 wurde sie von Mirek und Mat gegründet. Als Initialzündung für die Gründung ihrer Band geben sie die Inspiration durch die Melancholie des Radiohead-Liedes "Pyramid Song" und die elektrisierende Bassline von "I Might Be Wrong" an. Hmmm... sehr viel mehr ist leider nicht über die Bandgeschichte der fünf Musiker aus unserem Nachbarland zu finden.
Also gut Radiohead als Motivation für die eigene Geschichte. Und wenn ich eigene schreibe, dann ist das durchaus wörtlich zu nehmen, denn die Inspiration klingt zwar ein wenig durch, aber sie sind weit davon entfernt, hier einen faden Aufguss zu produzieren. Ihre Intention beschreiben sie damit, »weiche Melodien mit scharfen Gitarrenklängen zu kombinieren«.
Die weichen Melodien werden von Anna Ostafils Gesang getragen, der mich stellenweise an die ganz frühe Suzanne Vega erinnert. Die Gitarren variieren übers gesamte Album von federweich tragend bis hin zu verstörend-sägend und bilden darüber einen spannenden Kontrast zur Stimme.
Der Opener "Minutes" beginnt mit einer Akustischen, zu der Anna über die Minuten sinniert, in denen die Helligkeit die Nacht durchdringt. Ganz langsam steigern sich die Instrumente, um dann zum Ende des Songs die Führung zu übernehmen. Das Arrangement ist sensibel und unterstützt den Gesang, selbst dann, wenn die Gitarren mal schräg und dominant werden.
Die Inhalte drehen sich zumindest bei den englischsprachigen Songs immer wieder um den Abwesenden, Vermissten, um die Liebe, die »einen Gedanken weit« weg ist. Kleine Alltagsszenen bestimmen das Bild. Mit "Filizanki" und "Nic" sind auch zwei Songs mit polnischen Texten vertreten, deren Inhalt ich zwar nicht verstehe, aufgrund der Machart der Songs aber davon ausgehe, dass auch sie sich ins Gesamtbild einfügen. Mit dem rein instrumentalen "Ketonall" klingt die CD aus.
Die Songs gehen gut ins Ohr, bleiben dort aber nicht unbedingt sofort hängen. Man sollte sich auf das Album konzentrieren und einlassen können.
"Letters To The Absent" sollten mit Ruhe und Muße genossen werden dann sind sie aber für manches schöne Detail gut. Gerade für lange Winterabende laden sie zum Träumen und Entspannen ein oder sorgen, wenn sie denn doch im Hintergrund laufen, für eine recht angenehme Atmosphäre.
Schade ist die kurze Laufzeit von nur gut 30 Minuten, aber dafür gibt es auch keine signifikanten Schwachstellen.
Line-up:
Anna Ostafil (vocals, lyrics)
Mateusz Ostafil (bass, guitars)
Mirek Skrok (guitars)
Dawid Mozdzierz (guitars)
Dawid Remian (drums)
Tracklist
01:Minutes
02:Soon
03:Letters
04:Hurl
05:Filizanki
06:Red
07:Nic
08:Ketonall
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