Steve Brockmann / 3
3 Spielzeit: 47:03
Medium: CD
Label: Fencesound Music, 2016
Stil: Instrumental Hard Rock

Review vom 25.04.2016


Joachim 'Joe' Brookes
Zwischen Airs - A Rock Opera (2012) und der vorliegenden Platte liegt zwar noch "Singles And Obscure Stuff" (2013), aber wie Alexander Mathias in seiner Rezension schrieb, »[] muss die 'Replay-Taste' am CD-Player [...]« jetzt nicht mehr »herhalten...«
Das von Steve Brockmann schlicht auf den Namen "3" getaufte Album »Zitat [...] war überhaupt nicht geplant.« Familiäre Umstände (der Tod seiner Mutter) und Finger-Verletzungen führten zu einer Art Zwangspause und danach gab es »[...] einen Kick und Kreativitätsschub [...]«, sodass sich der Künstler aus dem Norden der Republik dazu entschloss "3" doch zu veröffentlichen.
Kommen wir zum Schluss ... der Scheibe: "The IAD Suite" ist seiner verstorbenen Mutter gewidmet und in den drei Titeln "Hope And Sadness", "The Inner Reaches" sowie "Missing" hat der Protagonist seine Gefühlswelt beim Verlust eines geliebten Menschen verarbeitet. Wer ein solches Schicksal selbst schon erlebt hat/erleben musste, kann in den knapp neun Minuten Spielzeit Emotionen in einer solchen Lebenslage voll nachvollziehen. Die kreierte Musik erzeugt auch Bilder der Hoffnung im Kopf des Hörers.
Steve Brockmann ist ein Meister, der Emotionen perfekt in Instrumentals zusetzen kann. Das abschließende "Missing", fast ausschließlich von Pianoklängen in Szene gesetzt, ist gleichzeitig Trauer über Vergangenes und Zuversicht in die Zukunft. Gefühlvoll arrangiert passt dieses Platten-Ende sehr gut.
Ein weiteres Lied des Vermissens ist "Duncan's Song", geschrieben für einen verstorbenen schottischen Freund. Klar, hier kommt der Folk des Nordens der britischen Insel wunderbar zum Tragen. Von der akustischen Gitarre eingeleitet, übernimmt im weiteren Verlauf der Strom-Sechssaiter und strebt dabei der rockigen Variante des Folks entgegen. Was der Künstler an weiteren Instrumenten rund um die Gitarren arrangiert hat, hebt das Ambiente um einige Stufen und die Stimmung beim Hörer. Klasse!
"Pools Under Ganymede" darf man als gelungen-melodische Einleitung zum Album ansehen, gefolgt vom hymnenhaft-bodenständigen Hard Rock "Breaking The Ice". Diese Nummer ist eine höchst erfolgreiche Kombination aus den beiden gerade erwähnten Attributen und die Gitarren-Virtuosität treibt die Stimmung vor den Boxen in höhere Regionen.
Aufgenommen wurden alle zwölf Songs im Fencesound Studio in Bredstedt. Steve Brockmann agiert mit wenigen Gitarren-Akrobaten der Zunft absolut auf Augenhöhe und ein Blick in Richtung
Jimi Hendrix ist im musikalischen Format des Norddeutschen immer willkommen.
Steve Brockmann ist sozusagen der Alleinunterhalter auf dem Album, aber er klingt wie eine perfekt eingespielte Band. An dieser Stelle muss auch gesagt werden, dass man einer Person, die so viele Instrumente beherrscht, mindestens Respekt zollt. Aus meiner Sicht geht es auch um Bewunderung. Ein Album, das gar nicht geplant war begeistert. "3" ist keine instrumental-technische Selbstdarstellung, sondern eine musikalische Welt der tiefen Emotionen und Steve Brockmann ist es gelungen, diese Gefühle hörbar zu machen.
Line-up:
Steve Brockmann (all instruments)
Tracklist
01:Pools Under Ganymede
02:Breaking The Ice
03:Friends'n'Heroes
04:Duncan's Song
05:Field Of Fire
06:Icarus Descending
07:Cave
08:A Time To Stand
09:Explorers
The IAD Suite:
10:Hope And Sadness
11:The Inner Reaches
12:Missing
Externe Links: