Steve Brockmann / Expected Errors
Expected Errors Spielzeit: 51:57
Medium: CD
Label: Fencesound Music, 2007
Stil: Hard Rock


Review vom 08.06.2007


Joachim 'Joe' Brookes
Das Album "Expected Errors" ist Steve Brockmann im Alleingang. So konnte ihm niemand reinreden und der Nordfriese muss für alles den Kopf hinhalten. Auch für die tolle Musik! Aber das macht er wohl gerne, der Multiinstrumentalist.
Die Genre-Freunde des Hard Rock können sich auf eine Vollbedienung gefasst machen. Die Stücke kommen kompakt daher und Fehler sind nicht auszumachen.
Gitarren- und Keyboard-Sounds werden mit spielerischer Leichtigkeit aneinander gereiht, übereinander gelegt, wie eine Perlenkette und der 42-jährige Musiker hat ein Händchen für das Songwriting.
Viele Nummern legen den Schalter, der das Kopfkino initialisiert, um und man stellt sich die Frage, ob Brockmann, wenn so etwas in der Zukunft geplant sein sollte, für eine Tour ohne 'expected errors' adäquate Musiker findet. Nordfriesland scheint eine Gegend zu sein, in der die musikalische Einsamkeit des Seins vorherrscht.
Dem war wohl früher nicht so, denn Brockmann hatte durchaus 'Mitstreiter', als er in diversen Bands tätig war.
Interessant, was sich momentan in Steves CD-Player dreht, oder sind es Schallplatten, denn so, wie "Expected Errors" klingt, sollte es sein. Da kann sich so mancher eine Scheibe von Brockmanns Vorstellungen und deren Umsetzung in hervorragenden Klang abschneiden. Schon hat Steve einen 'expected error' wie eine Kippe auf dem Gehwegpflaster mit Genuss ausgetreten. Soundtechnisch ist die CD auch ein Sahneteil.
Zurück zu den CDs, die Steve im Moment laut Homepage (Stand 05.05.2007) hört: Magnums Princess Alice And The Broken Arrow, Shadow Circus' "Welcome To The Freakroom", The Lizards' Against All Odds, Pretty Maids Wake Up To The Real World und Grailnights' "Return To The Castle Grailskulls". Alles Scheiben, die es wert sind, gehört zu werden.
Gehört hat der Steve definitiv auch satt Deep Purple, mit Jon Lords 'Schweineorgel'. Auch kein Fehler.
Egal, ob Brockmann hinter den Drums oder am Keyboard Platz nimmt, der Nordfriese aus Bredstedt hat es drauf.
Ganz zu schweigen von den Dingern, die Saiten haben: Ob Bass oder Gitarre, das was er mit seinen Extremitäten bedient und zum Klingen bringt, hat Qualität. Keine Errors!
Man achte auf die 'Kleinigkeiten': "Leaving Soberville" beinhalten Twin-Guitars und saustarke perkussive Elemente. Da sollte man sich einige Hördurchgänge gönnen, um alles zu erfassen. Auch kein Fehler!
Stibitzen ist ebenfalls ein Fremdwort für den Hard Rocker.
Alles, was einem aus den Speakern entgegen kommt, ist Brockmanns Handwerk, pur und unverfälscht. Immer wieder diese Keyboards und Gitarren, mal heftig rockend (Vieles), dann verträumt ("The Aspirant") oder melancholisch (als Farbtupfer hier und da).
An dieser Stelle wäre es gut, sich Schlüsselworte des Hard Rocks, Metals und Prog Rocks vorzustellen. Hochoktanige Double Bass-Drums, Geschwindigkeits-Soli mit Feeling usw. Auch kein Fehler!
Anspieltipps zu nennen, wäre Perlen vor die Kühe werfen, die er sieht, wenn er aus seinem Studiofenster schaut.
Alles, von "Safety Procedures" bis "Inventio Furtunatae" no errors.
Mein lieber Herr Kanalarbeiter, dieser Silberling überrascht und da soll man noch ruhig bleiben. Ruhig ist es hier schon lange nicht mehr. "Expected Errors" hat 'Lautstärkeregler-nach-rechts-drehen'-Niveau! Auch kein Fehler!
Wie kommt man auf solch einen Album-Titel? Bevor man irgendwelche Vermutungen darüber anstellt ('expected errors'), fragen wir den 'Alleinunterhalter' doch persönlich: »Ich halte mich regelmäßig im Internet auf. Der Name "Expected Errors" ist konkret so entstanden, dass ich ärgerlicherweise oft lesen musste: "Sorry, an unexpected error occured!" Ich habe mir gedacht: Wenn es unerwartete Fehler gibt, muss es auch erwartete Fehler geben (sonst könnte man doch einfach sagen: sorry, an error occured) Dann habe ich versucht, im Artwork noch ein wenig davon einfließen zu lassen. Dazu hatte ich mal ein ganzes Konzept im Kopf, als VÖ-Datum war z.B. der 23.4. geplant (die Zahl 23 ......), es verzögerte sich jedoch etwas im Presswerk (ein Expected Error), so war der 30. April der Release.......könnte ich endlos weiterspinnen.«
Auch das Artwork ist aus Steve Brockmanns Fantasie anstanden. 'Expected errors', wie er schreibt: Was hat das sonnenanbetende Pärchen auf der Untertasse zu suchen? Das doppelseitige Bild im Innenteil ist ähnlich gestrickt. Coverart und Gestaltung: Auch kein Fehler! Setzen Steve, eins!
Ein Fehler, liebe Leserin/lieber Leser, wäre es, Brockmann und seiner CD "Expected Errors" keine Aufmerksamkeit zu schenken.
In diesem Sinne werden in Zukunft viele Musikanhänger Steve Brockmann auf der Liste haben müssen und genauestens verfolgen, was sich bei ihm so tut.

"Expected Errors": Da ticken die Zeiger aller zur Verfügung stehenden RockTimes-Uhren im Zeitraffer!
Tracklist
01:Safety Procedures (4:09)
02:Fernwright's Lunchbox (3:43)
03:Not Necessarely Evil (3:51)
04:The Aspirant (4:38)
05:Expected Errors (4:24)
06:The Changeler (4:05)
07:Leaving Soberville (4:25)
08:The Quest Of Ryder Ramirez (4:41)
09:Fix Star (4:38)
10:Without Remorse (5:20)
11:Inventio Furtunatae (7:57)
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