Captain Beefheart & His Magic Band / Live From Harpos 1980
Live From Harpos 1980 Spielzeit: 78:04
Medium: CD
Label: Gonzo Multimedia, 2014 (1980)
Stil: Avantgarde Rock


Review vom 24.06.2014


Wolfgang Giese
Und schon wieder ist etwas ausgebuddelt worden - getraut hat sich Gonzo Multimedia, dieses Konzert von Captain Beefheart & His Magic Band vom 11. Dezember 1980 aus Harpos Concert Theatre in Detroit zu veröffentlichen. Es schien dort recht gefüllt zu sein, darauf lassen Tumult und viel Geschrei im "Intro" schließen.
Diese Gefühlsausbrüche - nicht nur des Publikums - bestimmen den Sound der Platte weiterhin, denn die Aufnahme und der Mix sind derart schlecht geraten, dass sich die Musik mitunter anhört, als wäre sie in einer großen Turnhalle entstanden und irgendjemand hätte, gut versteckt in einer Ecke, ein einziges Mikrofon platziert. Dünn abgebildeter Gesang, teils schrill scheppernde Gitarren und quiekende Übersteuerung des ohnehin schon quiekenden Saxofons mögen zwar auf eine gewisse Art 'Kultstatus' darstellen, doch geben sicher nicht das wieder, was den Sound des Käpt'ns wirklich ausmachte.
Musik dieses unumstrittenen Exzentrikers ist ohnehin schwer konsumierbar und angesichts dessen, was hier auf der Bühne teilweise abzugehen scheint, hätte ich mir gewünscht, dies visuell nachvollziehen zu können. Das Programm ist bunt gemischt, alte Titel stehen neben seinerzeit aktuellen. So sind allein vom Album "Doc At The Radar Station" - seinerzeit gerade erschienen - sechs Songs enthalten. Doch die alten Titel gehen locker und unbeschwert eine Allianz mit den neuen ein - "Abba Zabba" beispielsweise klingt nicht unbedingt altmodischer als "Sheriff Of Hong Kong".
Die sehr extravagante und grundsätzlich wirklich interessante Musik ist leider schlecht eingefangen worden. Das ist schade, haben diese Aufnahmen doch einen historischen Wert, weil sie in der letzten Schaffensphase des Musikers entstanden. Denn bereits zwei Jahre nach diesem Konzert setzte sich Don van Vliet aka Captain Beefheart zur Ruhe und gewährte dem Kunstmaler van Vliet alleinigen kreativen Raum.
Schade, so muss ich mir den eigentlichen Genuss der Musik mit übersteuertem Gesang, schrill scheppernden Gitarren, kaum hörbarem Bass und rumpelndem Schlagzeug sowie dem ständig tobenden Publikum teilen. Dabei waren der Captain und seine Band so gut in Formů
Rar sind sie also, diese Aufnahmen, aber nur für beinharte Fans und Historiker geeignet, denn das ist echte Bootleg-'Qualität'.
Line-up:
Captain Beefheart (vocals, saxophones, Chinese gongs)
Eric Drew Feldman (bass guitar, synthesizer, mandolin, mellotron)
Robert Williams (drums, percussion)
Richard Snyder (guitar)
Jeff Tapir/White (guitar)
Jeff Moris Tepper (guitar)
Tracklist
01:Intro/Nowadays A Woman´s Gotta Hit A Man (4:29)
02:Abba Zabba (3:59)
03:Hot Head (3:32)
04:Ashtray Heart (4:04)
05:Dirty Blue Gene (3:43)
06:Best Batch Yet (4:08)
07:Safe As Milk (5:03)
08:Dr. Dark (4:26)
09:A Carrot Is As Close As A Rabbit Gets To A Diamond (3:39)
10:One Red Rose That I Mean (2:06)
11:Bat Chain Puller (2:44)
12:My Human Gets Me Blues (5:29)
13:Sugar & Spikes (3:11)
14:Sheriff Of Hong Kong (2:57)
15:The Dust Blows Forward, The Dust Blows Back (6:58)
16:Kandy Korn (7:09)
17:Suction Prints (5:30)
18:Big Eyed Beans From Venus (4:48)
Externe Links: