Celesty / Mortal Mind Creation
Mortal Mind Creation Spielzeit: 45:12
Medium: CD
Label: Dockyard 1, 2006
Stil: Melodic Metal

Review vom 26.10.2006


Moritz Alves
Das finnische Sextett Celesty spielt grundsoliden Melodic Metal mit all seinen typischen Trademarks. Die Songs haben Hymnencharakter und zeichnen sich besonders in den Refrains durch schöne Melodien aus. Vorangetrieben werden sie von kräftigem Drumming mit viel Doublebass. Darüber hinaus braten die Gitarren anständig, wie es sich für diesen Musikstil eben gehört. Zahlreiche Gitarrensoli und Keyboards sowie die tolle Stimme von Sänger Antti Railio runden das Spektrum gebührend ab.
Die Texte von Celesty behandeln, nicht unüblich für das Melodic-Metal-Genre, Themen aus der Fantasy-Welt. Doch anstatt sich mit den gängigen Geschichten über Elfen, Hobbits, Magier oder sonstige Gestalten zu beschäftigen, hat die Band ihrer Musik eine selbst entworfene Sage um die Welt 'Cryon' zugrunde gelegt. Diese findet nun, nachdem sie auf den beiden Vorgängeralben "Reign Of Elements" und "Legacy Of Hate" begonnen hatte, auf "Mortal Mind Creation" ihren vorläufigen Abschluss.
"Mortal Mind Creation" ist also bereits der dritte Output der Band. Leider kann mich die dargebotene Musik nicht vollends überzeugen, sondern bewegt sich für meinen Geschmack etwas zu sehr im Mittelmaß. Die neun Tracks sind, wie bereits erwähnt, grundsolide arrangiert, jedoch befinden sich kaum echte Highlights darunter. Einzelne Stücke, wie der Opener "Lord Of Mortals" (schöne Keyboard-Melodien und treibende Drums) oder "Demon Inside" (interessanter Rhythmus in den Strophen, tolle Background-Vocals im Refrain und stellenweise schwere Gitarrenriffs) enthalten gute Ideen. Auch die beiden (Halb-) Balladen "Empty Room" und "Among The Dreams" sind durchaus schön anzuhören. Letztere enthält sogar akustische Gitarren, die eine willkommene Abwechslung im Sound der Platte darstellen. "Back In Time", ein Melodic Metal-Brett vor dem Herrn (durchzogen von ruhigen Parts und Rhythmus-Variationen), ist für mich, neben "Among The Dreams", die beste Nummer der Scheibe.
Abschließend möchte ich anmerken, dass Celesty durchaus das Potential besitzen, großartige Musik zu spielen. Die technischen Fähigkeiten der Musiker sind gegeben, allen voran die tolle Stimme des Sängers. Leider erscheint mir das Material von "Mortal Mind Creation" etwas zu durchschnittlich, um nachhaltig Eindruck machen zu können. Was das Songwriting angeht, müsste sich der Sechser noch steigern, um in einem übersättigten Genre wie dem Melodic Metal auf Dauer bestehen zu können.
Tracklist
01:Lord Of Mortals (4:43)
02:Unreality (5:04)
03:Demon Inside (6:40)
04:War Creations (4:30)
05:Empty Room (5:24)
06:Among The Dreams (4:36)
07:Back In Time (4:07)
08:Arrival (4:44)
09:Last Sacrifice (5:24)
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