Jimmy Cornett / California Session
California Session Spielzeit: 19:47
Medium: EP (CD)
Label: Stringkiller Records (New Music Distribution), 2011
Stil: Singer/Songwriter, Roots


Review vom 19.09.2011


Markus Kerren
Mann, was macht uns dieser Jimmy Cornett mit der vorliegenden EP "California Session" eine Lust auf sein kommendes, wohl erst im nächsten Jahr erscheinendes Album. Der in Hamburg ansässige Musiker ist dazu noch ein richtiger 'fahrender' Künstler, der sich überall und nirgends rum treibt. Cornett nimmt die Gigs, wie sie kommen: Landfeste in Frankreich, Rocker-Pubs in England, Internationale Biker-Feste, Country-Round-Ups in den Staaten oder heruntergekommene Straßen-Cafés in Montevideo. Cornett spielt immer und überall...
Bereits im Herbst letzten Jahres zog es den Protagonisten nach Los Angeles, wo er sich schnell Freunde machte, erfolgreiche Auftritte spielte und dann auch gleich ein Studio buchte, in dem es zu ausgedehnten Aufnahmen kam. Fünf dieser Tracks finden wir nun auf dieser passend betitelten EP wieder.
Und was Cornett hier abgeliefert hat, ist eine geniale Mischung aus Country, Rock und Blues. Seine richtig starke Stimme hört sich an, als käme er aus den Südstaaten der USA. Sie erinnert hier und da auch etwas an John Hiatt, nur vielleicht ein bisschen rauer, angegriffener, was den Songs ganz glänzend steht. Eher untypisch beginnt die Scheibe mit einer langsameren Nummer, die allerdings jede Menge Feeling transportiert. Die Akustische und der Gesang sind federführend, begleitet von sparsamem Bass und Schlagzeug. Guter Song!
Bei "Day By Day" wird es dann ein bisschen flotter, wobei auch hier die herrlich bluesigen Vocals der Star des Ensembles sind. Wiederum starkes Songwriting und mit erdigem, warmen Sound in Szene gesetzt. Bei "Save It For A Rainy Day" entsteht bei mir umgehend das Bild des einsamen Hobos, der nur mit Gitarre und Rucksack 'bewaffnet' an den Gleisen entlang zieht und hofft, dass bald ein Zug auftaucht, auf den er aufspringen kann, nachdem er gerade eine Geliebte aufgrund seiner unstillbaren Wanderlust verlassen hat.
Leider ist nicht herauszufinden, welche Musiker Cornett bei den Aufnahmen zur Seite standen, denn auch die Einspielung der Stücke ist bestens ausgefallen. "Howlin' For You" ist ein treibender Blues-Rocker, bei dem der Gesang wesentlich lauter und von einer grandiosen Harmonika begleitet wird. Der Rausschmeißer "Train To Nowhere" schließt sich seinem Vorgänger nahtlos an, nur dass noch einen Gang höher geschaltet wird. Neben der Harmonika legt hier dann auch die elektrische Gitarre ein Hammer-Solo hin und zieht mich immer wieder in Richtung Repeat-Taste.
Ich hatte es bereits in der Einleitung geschrieben: Jimmy Cornett hat mit "California Session" fünf superstarke, authentische, ganz schwer nach Amerika klingende Tracks abgeliefert, die eine Riesenlust auf sein kommendes Album machen. Und haltet die Augen auf für den Fall, dass ihr den Hamburger eventuell auch mal auf der Bühne erleben könnt. So wie sich diese Scheibe anhört, können solche Events einfach nur Gewinner sein.
Tracklist
01:Just One Kiss
02:Day By Day
03:Save It For A Rainy Day
04:Howlin' For You
05:Train To Nowhere
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