Yaelle Cinkey / Gonna Make A Change
Gonna Make A Change Spielzeit: 49:28
Medium: CD
Label: A1 Records, 2016
Stil: Rock, Pop, Blues

Review vom 13.01.2016


Joachim 'Joe' Brookes
Ihre eigene Identität bewahren war und ist wohl das unbeugsame Ziel der aus Paris stammenden Künstlerin Yaelle Cinkey. Jung und voller Tatendrang ist die Französin, deren Familie ziemlich früh von ihrem Vater verlassen wurde. Sie »lernte stark zu sein, sich nicht unterkriegen zu lassen.« Bis zu ihrem Anfang 2016 veröffentlichten Debütalbum "Gonna Make A Change" floss viel Wasser die Seine herunter. Als Zweijährige ahmte sie vor dem Spiegel den Tanz eines Michael Jackson nach und als Autodidaktin brachte sie sich das Spielen der Gitarre sowie des Pianos bei. Im noch jungen Alter von zwölf Jahren komponierte sie ihr erstes Lied. "Pas L'Imression", das »gesellschaftliche Verhaltensweisen mit einer gesunden Portion Sarkasmus anprangert« und das auch auf vorliegender Platte enthalten ist.
Mehr Öffentlichkeit verschaffte sie sich mit sechzehn Jahren, als sie 2007 bei der "Star Academy" war und sang in der Folge mit Céline Dion beziehungsweise Avril Lavigne. Hochdotierte Plattenverträge schlug sie aus, weil die Vorstellungen der Manager und Labels und Yaelle Cinkeys Verlangen nach Individualität nicht zusammen passten. Kurzerhand wurden die Vertragswerke zerrissen. Sie arbeitete bei einer amerikanischen Fast Food-Kette und blieb mit kleinen Gigs und Auftritten bei Festivals der Musik treu. 2012 erschien Yaelle Cinkeys EP "Don't Give A Damn".
2013 traf sie in Frankfurt Martin Engelien und es folgten viele Deutschland-Konzerte, von denen sich RockTimes bei einem Auftritt ein Bild der jungen Französin machen konnte.
Ohne schlechtes Gewissen darf man Yaelle Cinkey als eine Multiinstrumentalistin bezeichnen, denn zwischen A bis (fast) Z gibt es viel aufzulisten. Angefangen bei der akustischen Gitarre landet man schließlich beim Xylofon.
"Gonna Make A Change" eröffnet musikalische Horizonte, geprägt von großen Emotionen, hoher Intensität und einer bis in die eigenen vier Wände spürbaren, individuellen Identität. Dieses Album ist Yaelle Cinkeys klingende Visitenkarte, auf der unter ihrem Namen als Überschrift stehen könnte: 'So bin ich, so fühle ich'.
Um sich von ihren Stärken auf dem akustischen Sechssaiter überzeugen zu lassen, bringt sie das Solo-Instrumental "It's Time" ins Spiel. Knapp drei Minuten Fingerpicking-Hingabe zwischen
Tommy Emmanuel und Joe Bonamassa.
Mutig, sich an "Je Ne Regrette Rien", bekannt durch Edith Piaf, zu wagen. Feinstes Fingerspitzengefühl, wenn man sich das individuelle Arrangement von Yaelle Cinkey anhört, ohne dem Original Kratzer zuzufügen. Beide Versionen haben mit ihrer persönlichen Note Alleinstellungsmerkmale. Muss man gehört haben!
Die Liste der Musiker ist ziemlich lang, wurde aber für jedes Lied sozusagen handverlesen.
Dennis Hormes, Joerg Dudys oder Bachisio Uhlgeri sind im weitesten Sinne für den Rock zuständig. Selbstredend könnte man die Protagonistin bei fast allen Instrumenten nennen. "Gonna Make A Change" hat eine fantastische Weite, die von dem Gesangs-Dach der Pariserin überspannt wird. Einerseits hat der Titelsong "Gonna Make A Change" fast schon eine avantgardistisch-rockige Härte, die man zuletzt vielleicht von der ebenfalls sehr eigenwilligen Dalbello gehört hat. Andererseits ist "Say You Love Me" Balsam für die Seele des Hörers. Hier hat man ganz geschickt Studio- sowie Live-Aufnahmen miteinander gemischt. Das Intro-Piano und die akustische Gitarre von Yaelle Cinkey wurden live in ihrer Heimatstadt aufgenommen. "Pas L'Imression" ist ein Track mit Jazz-Ambiente und fetziger Brass-Begleitung. "Daddy Je T'Aime" ist die nachdenklich-extrovertierte Verarbeitung ihres Vater-Verlustes.
Die dreizehn Songs auf "Gonna Make A Change" sind fast fünfzig Minuten kostbare Musik. Yaelle Cinkey verkörpert die Wildheit eines ungezähmten Pferdes und die Sanftheit einer schnurrenden Katze in ihrer Persönlichkeit.
Line-up:
Yaelle Cinkey (guitars, acoustic guitar, keyboards, brass, piano, xylophone, strings, drums, claps, beat box, vocals, backing vocals)
Bachisio Ulgheri (guitars)
Joerg Dudys (guitars)
Dennis Hormes (guitars)
Bo Heart (keyboards, strings, cello)
Kevin Bents (keyboards)
Mani Meumann (strings)
Philippe Mansois (brass)
Claude Pironneau (brass)
Fabrice Adam (brass)
Martial Tezza (bass)
Martin Engelien (bass, upright bass, keyboards, claps)
Jérome Le Madec (bass)
Laurent Guillot (drums)
Berni Bovens (drums)
Charly T. (drums)
Pitti Hecht (percussion)
Evina Padra (backing vocals)
Sylvain Padra (backing vocals)
Angie Damschen (backing vocals)
Cherry Gehring (backing vocals)
Ashley Fioramonti (backing vocals)
Claudia Köhler (claps)
Garry Baumeister (claps)
Louisa Engel (claps)
Doris Engel-Engelien (claps)
Tracklist
01:Don't Give A Damn
02:And I Know
03:One Minute More
04:Please Believe Me
05:It's Time
06:Daddy Je T'Aime
07:Say You Love Me
08:Gonna Mke A Change
09:Pas L'Impression
10:Rain
11:Never Gonna Get Me Down
12:Je Ne Regrette Rien
13:Myself In You
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