Eatliz / Delicately Violent
Delicately Violent Spielzeit: 21:18
Medium: EP
Label: Anova / Intergroove, 2010
Stil: Pop Rock

Review vom 14.02.2010


Daniel Kurfess
Es ist bald ein Jahr her, dass Summer Conquered By Rain von Amit Erez auf meinem Schreibtisch landete und mir nach einigen Umdrehungen einen 'Geheimtipp' wert war. Der progressive Pop Rock mit einnehmenden Akustikparts und vielen Gänsehautmomenten zündete nicht sofort, die subtilen Klänge krabbelten dem Hörer viel mehr unmerklich in die Gehörgänge, um sich dauerthaft dort einzunisten.
Die nächste Überraschung aus Israel nennt sich Eatliz, wird uns ebenfalls von Anova Records serviert - und wer schon nach dem Opener "Food Fighters" Parallelen zu erstgenannter Scheibe auszumachen meint, der liegt nicht ganz falsch: Amit Erez steuerte zur neuen EP "Delicately Violent" Backgroundgesang und Gitarre bei. Die meiste Zeit am Mikro steht bei Eatliz die schöne Lee Triffon und durch das ruhige Soundgewand der ersten beiden Titel hindurch, schimmert immer wieder ein Hauch von Punk und Hard Rock. Doch die Gemeinsamkeiten zwischen "Summer Conquered By Rain" und der ersten Hälfte von "Delicately Violent" lassen sich kaum von der Hand weisen.
Mit dem kurzen "Spliff" und den Folgetiteln werden Eatliz ihrem Namen dann schon eher gerecht - der nämlich ist hebräisch und steht für 'das Schlachthaus'. Die Harmonie verliert von Song zu Song an Priorität und die punkige Psycho-Fratze des Sextetts kommt dafür mehr und mehr zum Vorschein. Nicht wirklich der geeignete Soundtrack zur Migräne-Vorbeugung - aber äußerst interessant. Am stärksten fallen dabei "Pink Bible" und "No Feelings" aus. Abgerundet wird die EP durch eine Cover-Version von Björks "Army Of Me", die dem Original zwar nicht ganz das Wasser reicht, immerhin aber sehr gut zu Lee Triffons hypnotisch durchdringender Stimme passt.
Sicherlich keine Musik für Jedermann - wer aber auf der Suche nach dem Ausgefallenen ist, der zahlt (zum Beispiel) auf i-Tunes nur 2.99 € für die komplette EP, die bisher nur digital erschienen ist.
Eine gewisse Bekanntheit erlangten Eatliz übrigens schon mit ihrem Album "Violently Delicate" von 2008 und nicht zuletzt mit den sehenswerten Musikvideos zu "Attractive" und "Hey". Wer sich überlegt, den israelischen Quertreibern ein Ohr zu borgen, sollte sich dringend auch die zwei Clips auf dem MySpace-Profil der Band ansehen.
Line-up:
Or Bahir (guitars)
Guy Ben-Shetrit (guitars, vocals)
Amit Erez (guitars, vocals)
Omry Hangeby (drums)
Hadar Green (bass, vocals)
Lee Triffon (lead vocals)
Adam Scheflan (bass)
Yuval Semo (keyboard)
Tracklist
01:Food Fighters
02:Fire
03:Spliff
04:Must Get Laid
05:Pink Bible
06:No Feelings
07:Army Of Me
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