Elenium / Caught In A Wheel
Caught In A Wheel Spielzeit: 48:14
Medium: CD
Label: Kampas Records, 2007
Stil: Progressive Death Metal


Review vom17.09.2009


Andrea Groh
Elenium wurden 1995 in Vantaa gegründet, das direkt nördlich an Helsinki anschließt, was nicht nur Finnlands Hauptstadt ist, sondern auch Wohnort von ca. zehn Prozent der finnischen Bevölkerung. Die Nachbarstädte Helsinki, Vantaa, Espoo und Kauniainen bilden die so bezeichnete Hauptstadtregion, in der rund ein Fünftel aller Finnen wohnen.
Da verwundert es nicht weiter, dass dort auch einige der finnischen Metalbands herkommen, die insgesamt ebenso zahlreich zu sein scheinen wie Seen in Finnland. Zu der lokalen Szene gehören auch Amorphis und einige Seitenprojekte wie Ajattara oder Shape of Despair.
Die Herkunft hat die Musik Eleniums mitgeprägt, wobei sie ihre Ohren ebenfalls auf etwas weiter entfernte Klänge gerichtet haben, vor allem welche, die aus Richtung Schweden kamen.
Elenium veröffentlichten zunächst fünf Demos (1996, 1998, 1999, 2001 und 2002), dazwischen 1998 die EP "This Side Of Paradise" bei Hella Records. Ihre Debüt-CD, "For Giving - For Getting", kam 2003 bei Rage of Achilles heraus. Danach dauerte es bis 2007, bis "Caught In A Wheel" bei Kampas Records erschien.
Nach einem halbminütigen Intro kommen erst einmal ein paar harte Riffs, die sich schon bald mit Keyboardklängen abwechseln, Grunzgesang setzt ein, dann werden die Elemente kombiniert. Bereits im ersten Song zeigt sich, dass bei Elenium neben harten, kantigen Gitarren zarte Tastentöne eingesetzt werden, etwas das mir bei finnischen Bands immer wieder begegnet.
Vielleicht stehen die rauen Gitarren für das Land und die Keyboards für die ganzen Seen, und beides abwechselnd einzusetzen ist wie ein Flug über die Landschaft?
Bei "The Escalator" werden dem Synthesizer fast schon singende Klänge entlockt. Das hat irgendwie etwas Mystisches, was sich da zwischen dem recht modern wirkenden Metal eingeschlichen hat.
Ab "Of The Man Who Died" wirkt das Ganze verspielter, bombastischer und gleichzeitig düsterer; weniger städtisch, mehr wie einsame Landstriche mit gelegentlichen Siedlungen, dazwischen dunkler Wälder und karge Felsregionen.
Die Musik scheint Bilder zu malen und erinnert stellenweise an Amorphis, jene Quasinachbarn, die es so vortrefflich verstehen, urfinnische Sagen- und Vorstellungswelten in ihre Songs einzubauen. Jene hatten einst mit Death Metal begonnen, diesen mit melancholischen mystischen Elementen verknüpft, waren dann progressiver geworden, hatten teilweise sogar fast gänzlich dem Metal entsagt und spielen mittlerweile eine etwas poppige 'Light-Version' ihres ureigenen Sounds.
Wären sie im Laufe ihrer Entwicklung anderen Strömungen gefolgt und hätten sich mehr nach Schweden orientiert, könnten sie heute ähnlich klingen wie Elenium, die für kleine feine Momente so wirken, als ob sie ein altes Keyboard von Amorphis, in dem noch Sounds einprogrammiert waren, gefunden hätten.
Wenn dazu Parts kommen, die gleichzeitig hart und bombastisch sind, die zudem noch an Edge Of Sanitys Meisterwerke "Crimson" und "Crimson II" erinnern, dann haben Elenium ihre stärksten Momente. Leider laufen sie erst gegen Ende der CD häufiger zu dieser Form auf, während sich ansonsten auch mal leichte Durchhänger eingeschlichen haben. Daher sind meine Favoriten "Eyes Grow Colder" und "Velocity".
Man stelle sich also ein Paralleluniversum vor, in dem Dan Swanö irgendwann bei Amorphis eingestiegen ist und diese dadurch einen anderen musikalischen Weg beschritten haben. Ihm dürfte die Bandbreite Eleniums zusagen, da hier von Death Metal über Thrash Metal bis Progressive und Bombast Rock so einiges verarbeitet - und anschließend mit finnischer Melancholie garniert wird.
Das Ergebnis der fiktiven Idee eines "Crimson III" mit dieser imaginären Besetzung, das dann in einer alternativen Realität von Finnland spielt, könnte in etwa so klingen wie "Caught In A Wheel". Wem der Gedanke gefällt, sollte die CD unbedingt mal antesten, sie gibt es erfreulicherweise in diesem Universumů
Line-up:
J (vocals)
Kasperi Heikkinen (guitars)
Tuomo Räisänen (bass)
Johannes Salo (synths)
Tommi Leinonen (guitars)
Tracklist
01:Intro (0:24)
02:Human (04:26)
03:Challenger Of Gravity (05:24)
04:The Escalator (04:33)
05:Of The Man Who Died (06:08)
06:Twelve (03:14)
07:Caught In A Wheel (04:20)
08:Trail Of Beggars (05:57)
09:Eyes Grow Colder (04:40)
10:Velocity (09:08)
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