Encoffination / Ritual Ascension Beyond Flesh
Ritual Ascension Beyond Flesh Spielzeit: 35:58
Medium: CD
Label: Selfmadegod, 2010
Stil: Death/Doom Metal

Review vom 05.11.2010


Andrea Groh
Encoffination - mein erster spontaner Gedanke war: Kein Koffein, sind die deswegen so langsam und mies gelaunt? Ach, da steht 'coffin', (dt. Sarg) - also 'einsargen'? Die Band gibt an, dass sie sich nach dem Ritual zur Vorbereitung der Toten auf die Beerdigung benannt hat.
Das hat natürlich auch was, erinnert an altmodische Horrorfilme (was die Samples auf der CD bestätigen) und damit sind die beiden bei mir genau richtig, es gibt bestimmt einiges, was wir gemeinsam mögenů
Doch hier soll es nicht um fiktive Filmabende gehen, sondern um die passenden Sounds dazu, die von Ghoat (Insidern auch bekannt von Bands wie Festered, Father Befouled, Hills Of Sefiroth, Lilitu u.a.) und Elektrokutioner (hier sind es gar noch mehr Bands, ebenfalls Festered, außerdem: Decrepitaph, Skindcrawler, Beyond Hell, Shrouded und einige weitere) fabriziert werden.
Also, beides keine unbeschriebenen Blätter im finsteren US-Untergrund. Sonst meist eher Death Metallisch unterwegs, haben sie für Encoffination das Tempo so weit gedrosselt, dass es selbst manchen Doomern zu langsam sein könnte.
Songstrukturen im traditionellen Sinne finden sich dementsprechend auf "Ritual Ascension Beyond Flesh" eher nicht, dürfte auch gar nicht gewollt sein, denn hier geht es um das Erzeugen von Horror-Atmosphäre, um die klangliche Darstellung von finsterstem Grabesgeschlürfe, um Eindrücke aus unheimlichen, unmenschlichen okkulten Regionen.
Mir fallen mal wieder H.P. Lovecrafts bizarre Kreaturen wie Ghoule und Ghasts etc. ein, ebenso seine Beschreibungen von blasphemischen Orten und Ritualen, Welten voller Verwesung und Verdammnis. Die Vocals, die Ghoat von sich gibt, könnten auch von Nyarlathotep höchstpersönlich stammen.
Vermutlich würden die Jungs sich mit ihrem Landsmann Xathagorra Mlandroth (Catacombs, Hierophant) verstehen, wobei Encoffination doch deutlich deathiger vorgehen. Wenn ich hier schon am Aufzählen bin, will ich auch Thergothon und Skeptisism erwähnen.
Wer mit den genannten Bands etwas anfangen kann, dürfte sich vielleicht auch in morbider Weise an Encoffinations gruftigem Grabesgegrunze erfreuen können, wobei durch die Verwendung von Samples aus alten Horrorfilmen jedoch noch andere Akzente gesetzt werden. Fans von den Splatterfreaks Necrophagia könnte es daher auch zusagen (oder hieße das hier passender 'zusargen'?).
Die Band beschreibt ihre Musik übrigens wie folgt »The croak of the tomb door closing« (dt.: das Geräusch, wenn sich die Tür der Gruft schließt). Hm, ich dachte eher, es wäre wie wenn sich der Sargdeckel langsam öffnet und sich eine vermoderte Skeletthand in Zeitlupe hinausschiebtů
Egal ob hinein oder hinaus; wer Gefallen daran findet, sich solche Szenen anzusehen oder Musik zu hören, bei der man sich das vorstellen kann, ist hier genau richtig. Für Freunde solchen gepflegten Grusels bieten die erst 2009 gegründeten Encoffination gleich mehrere finster-fiese Grabesbeigaben:
Neben der mir vorliegenden CD erschien "Ritual Ascension Beyond Flesh" zunächst als Tape und demnächst soll das Vinyl folgen, allerdings wie die Cassette stark limitiert.
Daneben gibt es noch die Vinyl-EP "Temples Descend Below The Earth" von Februar 2010 und als weiteres die EP "Seventh Temple Of Laodicean Scripture".
Line-up:
Ghoat (vocals, guitar, bass)
Elektrokutioner (drums)
Tracklist
01:Procession (2:10)
02:Nefarious Yet Elegant Are The Bowels Of Hell (4:56)
03:Miasma Of Rotten Serenity (3:33)
04:Eucharist Of Bone And Flame (3:42)
05:Interlude (2:07)
06:Beyond The Grace Of Flesh Go I (6:02)
07:Entombment Of The Breathing Flesh (5:08)
08:Coffinpsalms (8:20)
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