Epitaph / 09.11.2012, Ducsaal, Freudenburg
Ducsaal Epitaph
Ducsaal Freudenburg
09. November 2012
Konzertbericht
Stil: Rock


Artikel vom 21.11.2012

       
Markus Kerren                  Sabine Feickert
EpitaphFreitag, der 09. November 2012 war wieder einmal Ducsaal-Time, was alleine schon immer für einen sehr gelungenen Abend garantiert. Dieses Mal kam noch erschwerend dazu, dass sich die deutsche Rock-Legende Epitaph mit ihrem englischen aber schon lange in unseren Landen lebenden Mitbegründer, Co-Gitarristen und -Sänger Cliff Jackson angekündigt hatte. Und obwohl der Verfasser dieser Zeilen nicht gerade wenige Alben dieser Formation bereits gut behütet in der Sammlung hat, war die Spannung dennoch groß, war es doch das erste Mal, dass er das Quartett mal livehaftig auf der Bühne erleben durfte.
EpitaphLeider war der Ducsaal an diesem Abend nicht zum Bersten gefüllt, was der exzellenten Stimmung unter den Anwesenden jedoch keinen Abbruch tat. Sobald Bernie Kolbe, Cliff Jackson, Heinz Glass und Achim Poret (die es sich vor der Show nicht nehmen ließen, die sehr gute Küche der sich im selben Haus befindlichen, direkt an den Konzertsaal angrenzenden Gaststätte zu genießen) die Bühne erklommen hatten und mit "Dancing With Ghosts" den Titelsong des aktuellen Studioalbums anstimmten, gab es durch die Bank nur noch feinste Rockmusik auf die Ohren.
EpitaphDie Band präsentierte sich in allerbester Verfassung, wirkte perfekt eingespielt. Außer minimalen Fehlerchen, die zu einem Live-Konzert aber auch einfach dazugehören, lief die Epitaph-Maschine wie geölt. Jeder Break - ganz zu schweigen von den Double Leads - saß auf den Punkt genau und man merkte den vier Musikern die Spielfreude deutlich an. Im ersten Set wurden hauptsächlich neuere Stücke aus den hervorragenden letzten beiden Studioalben Remember The Daze (der Titelsong daraus war eines der absoluten Highlights des Abends) und dem bereits erwähnten "Dancing With Ghosts" auf die Bretter gelegt, aufgelockert durch "Crossroads" vom zweiten Album "Stop, Look And Listen" aus dem Jahr 1972.
EpitaphNach einer kurzen Pause wurde der Spieß dann radikal umgedreht und von wenigen Ausnahmen ("Can't You See", "Ships In The Dark" und "Long Live The Children") waren nur noch die Bandklassiker aus den siebziger Jahren angesagt. Angeführt von dem Hammersong "Woman" ging die Reise durch die ersten drei Alben der Combo. Sowohl Bernd Kolbe als auch Cliff Jackson waren gesanglich voll auf der Höhe, Achim Poret legte hinten an seinen Fellen (im Verbund mit Kolbes Bass) die stabile Grundlage und Heinz Glass (der nur unweit dieser Gegend aufgewachsen war) zauberte bei seinem Heimspiel wie Jackson ein ums andere Mal blitzsaubere Soli aus den Saiten.
EpitaphTja, und wenn der Cliff mit dem Heinz so richtig einen drauf macht, dann ist auch (wie an diesem Abend) ein Rundgang durch's Publikum angesagt. Versehen mit dem coolen Showeffekt, dass der eine auf des jeweils anderen Gitarre soliert, eng hintereinanderstehend und selbstverständlich gleichzeitig. Und sonst? Was soll man zu absoluten Klassikern deutscher Rockmusik der Marke "Stop, Look And Listen", "Visions", "Going To Chicago", "In Your Eyes" oder "Who Do You Love" noch groß schreiben, außer dass sie auch an diesem Abend grandios von einer Band in absoluter Hochform abgerockt wurden?
EpitaphDurchaus erfreulich festzustellen war übrigens, dass sich auch ein kleineres Grüppchen jüngerer Fans im Ducsaal eingefunden, die Band davor ganz offensichtlich für sich entdeckt hatte und direkt vor der Bühne ordentlich bei den Songs abging. Ein deutliches Zeichen dafür, dass diese Truppe und ihre Musik nach wie vor auch von der Jugend wahrgenommen wird und noch lange nicht tot ist. Erst recht nicht, wenn sie noch so lebendig, intensiv und lustvoll dargeboten wird wie an diesem Abend. Epitaph (steht für 'Grabinschrift') verkörpern im Jahr 2012 das genaue Gegenteil ihres Bandnamens.
EpitaphNachdem die Messe dann gelesen war und sich die Musiker etwas erholt hatten, mischten sie sich auch noch ganz bodenständig unter das verbliebene Publikum, schrieben Autogramme, standen für Fotos zur Verfügung und ließen sich bereitwillig auf die vielen Fragen der Fans ein.
Gegen Ende des Monats wird beim Konzert in Hannover übrigens eine DVD aufgenommen. Und für diesen Abend haben bereits viele Gastmusiker (ehemalige Bandmitglieder und weitere) ihre Zusage gegeben. Selbstverständlich wird dann RockTimes wieder vor Ort sein und euch von diesem Spektakel ausführlich berichten.
Wir bedanken uns bei Peter Hahn und dem Ducsaal-Team für die unkomplizierte Akkreditierung.
Line-up:
Cliff Jackson (guitar, lead & background vocals)
Bernd Kolbe (bass, lead & background vocals)
Heinz Glass (guitar, background vocals)
Achim Poret (drums, background vocals)
Bilder vom Konzert
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Pälzer Krischer   Epitaph   Epitaph   Epitaph
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