Equinoxx / The Absurdity Of Hate
The Absurdity Of Hate Spielzeit: 52:00
Medium: CD, Download
Label: Eigenproduktion, 2013
Stil: Alternative

Review vom 24.06.2013


Sabine Feickert
Simon, Gitarrist von Subway To Sally geht eigene Wege. Bevor jetzt Entsetzensschreie ergellen NEIN, er verlässt seine angestammte Mittelaltertruppe nicht, sondern kocht nebenbei noch ein eigenes Süppchen. Denn was Eric Fish recht ist, kann Simon nur billig sein. Zur Finanzierung und größeren Fanbeteiligung wählte er für sein Sideprojekt Equinoxx den immer populäreren Weg des Crowdfundings.
Dabei wird ein Projekt auf einer Crowdfundsite (in diesem Fall Pledgemusic) vorgestellt und ein Betrag festgelegt, der über das 'pledgen' erreicht werden muss. Wer das Projekt unterstützen will, kann dort Bestellungen aufgeben, die in die Projektsumme eingehen. Wird sie erreicht, dann sind die Bestellungen gültig, das Projekt wird umgesetzt und die Besteller erhalten nach Fertigstellung dann ihre Artikel inklusive irgendwelcher mehr oder weniger interessanter Goodies. Um die Fans bei der Stange zu halten, gibt es schon während der Laufzeit der Kampagne immer mal 'ne kleine Nettigkeit wie Zugangscodes zu Vorabversionen oder ersten Songs.
Ach ja Fans mal so als Stichwort genommen, wer eingeschworener STS-Fan ist und jeden Fetzen Musik aus dem Dunstkreis dieser Gruppe braucht, der kann sich das Weiterlesen wahrscheinlich sparen, weil er ohnehin schon 'gepledgt' hat und möglicherweise sogar mit Namensnennung im Booklet vertreten ist. Wer noch nichts davon mitbekommen hat sei es, weil er mit der Mittelalterschiene nix am Hut hat oder kommunikationstechnisch in Selbigem lebt, der kann ebenfalls aufhören zu lesen, wenn er nicht dem breiten Alternative-Bereich mit Metal- und Gothic-Einschlag was abgewinnen kann.
Denn hier hat sich Equinoxx angesiedelt. Zwar handelt es sich um Songmaterial, das keinen Einzug auf die neuen STS-Scheibe "Schwarz in Schwarz" gefunden hat, stilistisch weicht es aber auch stark vom altbekannten STS-Sound ab. Quasi was ganz Neues mit dem Vorteil des etablierten (Band)-Namens im Hintergrund. Was ja durchaus nicht verwerflich ist. Nur anders...
Angefangen bei den englischen Texten, die Martin Engler von Mono Inc. beisteuerte, bis hin zum typischen Alternative-Sound (nix mit Trumscheit und Akustikgitarre, stattdessen E-Gitarren-Bretter und Keyboards satt). Zwar erfährt Simon auch Unterstützung von seinen Wegbegleitern Simon Michael Schmitt an den Drums und Gitarrist Ingo Hampf bei drei Stücken ja, sogar Eric Fish lässt es sich nicht nehmen, beim Titelsong den Dudelsack zu spielen, trotzdem klingt Equinoxx sehr eigenständig.
Nun muss ich gestehen, dass das weite Feld des Alternative Rock auf meiner persönlichen Rangliste nicht unbedingt den obersten Platz einnimmt. Doch "The Absurdity Of Hate" macht schon Spaß. Als druckvoll, eingängig und treibend würde ich das Album charakterisieren.
Anspieltipps sind neben dem Titelsong auch der Opener "I Told You So", der mich ein bisschen an Depeche Mode nach exzessivst durchzechter Nacht denken lässt (ja, ich hab manchmal komische Assoziationen). Auch das fast schon verspielte "Time To Die" gibt einen Eindruck von dem, was auf dieser Scheibe zu erwarten ist. Apropos Scheibe physikalisch wird das Album ab dem 12. Juli erhältlich sein. Wer nicht so lange warten will, kann es über die Pledge-Seite als Download erwerben.
Tracklist
01:I Told You So
02:The Absurdity Of Hate
03:Ten Feet Deep
04:The Man You've Made
05:The Devil And The Death
06:Time To Die
07:Flag Day
08:My Flood
09:I Am A Parasite
10:Overcome
11:Retirement Home
12:Closing Down Your Case
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