Faith / Blessed?
Blessed? Spielzeit: 50:19
Medium: CD
Label: Record Heaven/Transubstans Records, 2008
Stil: Doom Metal

Review vom 19.07.2008


Andrea Groh
Faith wurden 1984 im südschwedischen Karlshamm gegründet und sind somit eine der dienstältesten schwedischen Doom-Bands. 1985 brachten sie "The Blue Demo" heraus und 1986 die Single "Hymn Of The Sinner". Dann wurde es erst einmal sehr still um die Band, Peter zog nach Göteborg, die beiden übrigen Mitglieder waren mit anderen Dingen beschäftigt. So verpassten sie die Chance, sich an den Erfolg ihrer Landsmänner von Candlemass anzuhängen, deren Debüt 1986 erschien und die danach zu einer der bekanntesten und erfolgreichsten Doom-Bands überhaupt wuchsen.
Faith trafen sich erst 1995 wieder, als sie das Tape "In The Twelfth Hour" veröffentlichten, dennoch war auch jetzt ihre Zeit noch nicht gekommen. Bedingt durch Familie und Arbeit konnten sie sich nur wenig um ihre Musik kümmern und so geschah erneut einige Jahre nichts. Erst 2003 kam es endlich wieder zu Aufnahmen, nachdem sie auf dem "Metal Knights - The Resurgence Of Swedish Metal 1983-85" von Stormbringer Productions vertreten waren, erschien dort die CD "Salvation Of Lies". Im August folgte dann der erste Live-Auftritt seit 16 Jahren auf dem Rockslagsfestivalen und im Dezember spielten sie zusammen mit Overdrive.
2004 unterzeichneten Faith einen Plattenvertrag bei dem italienischen Label Doom Symphony, bei dem dann schließlich die CD "Sorg" heraus kam. Endlich ging es langsam aufwärts, es folgten einige Live-Auftritte in ihrer Heimat und 2007 auf dem Festival Doom Shall Rise V in Göppingen (grr, das einzige DSR auf dem ich nicht war) sowie eine Tour durch Irland mit den dortigen Folk Doomern von Mael Mordha. Nun, 2008 erscheint ihre dritte CD "Blessed?" bei dem schwedischen Label Record Heaven/Transubstans Records.
Doch jetzt zu der dort gebotenen Musik: Die Bezeichnung 'True Doom Metal', die auf dem Info-Blatt steht, trifft nur stellenweise zu. Das Ganze beginnt mit "Blessed Void Of Bewilderment" noch recht traditionell - sprich, wie bei Horden anderer Doom-Bands, winken hier die Vorväter Black Sabbath, später kommen andere Einflüsse hinzu, sowohl progressive als auch folkige.
Außergewöhnlich ist der Einsatz einer Nyckelharpa (von dieser nordischen 'Tastengeige' hatte ich vorher noch nie gehört - man lernt immer wieder dazu), wobei sich mir die beiden Songtitel "Polska Efter Ida I Rye" und "Leipzigpolska" nicht so recht erschließen wollen. Soll mir das sagen, es handelt sich um Elemente aus polnischer Folklore, die hier mit verarbeitet werden? Auf jeden Fall interessant, wenn vielleicht auch nicht jeden Geschmack treffend. Der Power Metal-Galopp und die Shouts in "Condemned" gefallen vermutlich ebenfalls nicht jedem Hörer, ich zumindest kann mich nicht damit anfreunden, obwohl es ja schon etwas Eigenes hat.
Einfacher haben es die doomgewohnten Ohren mit den schönen, sakralen Elementen in "Necropolis" oder der hypnotischen Titelzeile von "Twilight" und der clever als Gegenelement eingesetzten Violine. Diese beiden Songs möchte ich mal als Highlights der CD bezeichnen, sie sind wirklich hörenswert und heben sich von der Masse ab, während es leider auch eher durchschnittliche Tracks gibt. Daran sollten Faith noch arbeiten, um sich gegen die großen Konkurrenzbands durchzusetzen, die schon etliche Hits hatten und/oder durch eine großartige Atmosphäre überzeugen.
Line-up:
Roger Johansson (guitar)
Christer Nilsson (bass, vocals)
Peter Svensson (drums)

Additional members:
Håkan Malmros (violin)
Anders Smedenmark (nyckelharpa = swedish key fiddle)
Tracklist
01:Blessed Void Of Bewilderment (8:21)
02:Big Red, Nebraska (4:51)
03:Polska Efter Ida I Rye (2:22)
04:Necropolis (6:22)
05:Twilight (6:08)
06:Condemned (3:55)
07:Father Pious (3:55)
08:Never Go To Know (5:57)
09:Leipzigpolska (6:04)
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