Feedback Revival / Same
Same Spielzeit: 44:07
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2014
Stil: Roots'n'Southern Rock

Review vom 08.06.2014


Steve Braun
Was kommt eigentlich dabei heraus, wenn man die Black Crowes, Blackberry Smoke und
The Cadillac Three in den riesigen Musikshaker von Nashville/Tennessee gibt und den Regler auf 'Volle Pulle' dreht? Jede Menge Feedback und Feedback Revival...
Allein dieser geniale Bandname offenbart in Zeiten des grassierenden Schwachsinns bei der Findung eines solchen ein hohes Maß an Inspiration. Einzig bei der Ablichtung des Alm-Öhi auf dem Frontcover (evtl. ein Abdruck eines Ölgemäldes von Leonard John Fuller?) stellt sich die Geschmacksfrage, aber unter dem Redneck-Aspekt passt dieser zur Mucke wie die Faust in die Magengrube...
Die einzige mir bekannte Veröffentlichung des Quartetts ist die EP "In The Woods" von 2011. Damals klangen sie noch eher wie eine (ziemlich gute) Kings Of Leon-Coverband - völlig ausgegoren schien das seinerzeit noch nicht zu sein. Mit ihrem simpel "Feedback Revival" betitelten Album meistern die Jungs aus Nordamerikas Musikmetropole allerdings ihre persönliche 'Seepferdchenprüfung' mit Bravour, denn aus 'schmutzigem' Rock, mit viel Roots- und Southern-Flair garniert, ist hier eine stimmige Eigenkreation mit Wiedererkennungswert gelungen!
Mit modernem Southern Rock par excellence stürmt "Cadillac In Black" in den zwölfteiligen Songreigen. Nicht nur hier zwingen sich Vergleiche mit ihren Nashville-Kollegen von Cadillac Three auf. Immer wieder ist 'Dirt Rock' der ganz besonders schlammverschmierten Art zu hören: "Soul Feet" und die "Ballad Of Loretta", beide in typischer Dan Baird-Manier vorgetragen, seien hier exemplarisch genannt. "Jesse James" entstaubt mit herzerfrischendem Southern Boogie die Gehörgänge, bevor mit dem herrlichen "Beautiful Life" und dem hymnischen "Carry On" erstmals das Tempo gedrosselt wird. Bei beiden, für mich zu den Highlights zählenden Songs steuert Multiinstrumentalist Alex Horton überaus geschmackvolle Orgelklänge bei. Analog zu den Kollegen von Blackberry Smoke sollte sich Feedback Revival einen festen Keyboarder - zumindest aber einen entsprechenden Tourbegleiter - suchen!
Als primus inter pares präsentiert sich Sänger und Bandleader Dan Fenton und steht dadurch im Fokus des Hörers, selbstredend. Gemeinsam mit Nathan McFarland sorgt er für fett bratende Riffs ("Delta"!!) und entpuppt sich zudem als exzellenter Shouter, dessen kehlig-kratzige Stimme emotionsgeladen nahezu jedem Song ("Josolyn" !!) einen sehr persönlichen Stempel aufdrückt. Einzig das verheißungsvoll betitelte "Salt Of The Earth" rauscht etwas belanglos vorbei.
Für eine Nashville-Band sollte ein traditionell orientierter Countrysong obligatorisch sein - hier ist es "At Last", das für typisches Redneck-Feeling sorgt. Die Schlussakkorde fallen noch einmal fulminant aus: "Tennessee Rose" rumpel-rotzt ruchlos-räudig daher und dieser sympathische Fiesling wird durch die entzückende Pianoballade "Home" förmlich konterkariert. Eindeutig tipp-verdächtig wie das gesamte Album, aber für Debütscheiben gibt es aus der Braun'schen Haushaltung keine Tippgrafik. Einem gleichwertigen Nachfolger könnte diese allerdings unmöglich noch einmal verweigert werden!
Stellt sich nur noch die Anschluss- zur Eingangsfrage: Feedback Revival - geschüttelt oder handgerührt?? Geschüttelt natürlich, wie es sich für Genießer gehört!!
Line-up:
Dan Fenton (lead vocals, guitars)
Nathan McFarland (guitars, banjo, Dobro, vocals)
Alex Horton (keyboards, bass, mandolin, vocals)
Taylor Powell (drums)

Additional Musicians:
Matthew Page (slide guitar - #3,6)
Brian Randes (background vocals - #1,3)
Joe Logan (drums)
Tracklist
01:Cadillac In Black (3:54)
02:Soul Feet (2:55)
03:Jesse James (3:27)
04:Beautiful Life (3:08)
05:Carry On (5:04)
06:Ballad Of Loretta (3:55)
07:Delta (4:03)
08:Josolyn (3:35)
09:At Last (3:37)
10:Salt Of The Earth (2:10)
11:Tennessee Rose (3:29)
12:Home (4:30)
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