Groover Von Krüger / Deus Ex Machina
Deus Ex Machina Spielzeit: 22:49
Medium: EP
Label: Eigenproduktion, 2011
Stil: Rock

Review vom 31.05.2011


Joachim 'Joe' Brookes
'In exordium eram groove' ... am Anfang war der Groove und dann kommt Groover Von Krüger (GvK), eine Band aus Aussie-Land. Was das Trio auf ihrer ersten Platte veranstaltet, ist zwischen Genie und Wahnsinn einzuordnen. Der Groover, Le Marquis Du Shred und The Baron Brutus McBludgeon wollen mit ihrer Musik von Rock über Punk und Blues Rock bis Jazz wohl provozieren.
So ist es auch mit dem Opener der Erstlings-EP "Nazi On A Bike". Ironisch, humorvoll ist der Text gemeint und die musikalische Einbettung schwingt zwischen Blues Rock-Riffs, AC/DC und den Bollock Brothers. Rhythmisch geht es gut ab, aber ansonsten ist die Sprache der Gitarre schon zu sehr abgegriffen. Ein schön geslapptes Basssolo gibt es zu Beginn ... das ist gut. Der Groover dient uns mit einer Zappa-belegten Stimme, die er versucht aggressiv einzusetzen. Dazu fehlt es allerdings an einigen Molekülen Emotion. Nachdem man den Riffs quasi via Knopfdruck den Saft abgedreht hat, lässt ein Zwischenspiel aufhorchen. Man gibt plötzlich jazzige Vorlieben zum Besten und das ist bemerkenswert. Ansonsten will ich den Track unter 'mehr Schein als sein' einordnen.
Da lässt das kurze Instrumental "Deus Ex Machina" schon eher aufhorchen, wenn auch nur für einen Moment. Spacige Keyboards begleiten melodische Bassspielereien und die Gitarre scheint bezüglich der musikalischen Navigation etwas ziellos umherzuirren. Da muss ständig neu berechnet werden. Schließlich ist Le Marquis Du Shred wirklich nur bei der Sache, wenn er mit dem Frontmann schreddern kann.
So langsam frage ich mich, was dieses Abfahren auf den Groove soll. Davon ist noch nicht viel zu vernehmen. Auch nicht in "Guilty As Charged". Wenn der Schlagzeuger sich schon The Baron Brutus McBludgeon nennt, dann macht er seinem Pseudonym alle Ehre. Die Felle werden in diesem Track einem ultimativen Haltbarkeitstest unterzogen und Der Groover ist mit seinem Gesang wieder aktiv. Das Stück tickt schon anders als der Opener und auch hier ist das Saitengemetzel unorientiert, aber man spürt ungezügelte Emotionen dahinter.
Was will man uns mit "No Shoes" sagen? Musikalisch gibt man sich ein wenig psychedelisch. Der Groover kann mit seiner Singerei jetzt gefallen, weil er ziemlich lasziv klingt. Die Gitarre macht in Zurückhaltung und kann ebenfalls punkten. Das Stück wird dynamischer ... und die Vorstellung vom Groove scheint wohl immer noch in den Köpfen des Dreiers festzustecken.
Werden wir von Groover Von Krüger aufs Glatteis geführt? Im mitgelieferten Informationsblatt steht: »Comprising an all-star Lineup...« und »GvK is already at work on a second album, with possible tours to follow depending on the availability of band members.«
"Escape Velocity" ist das Highlight der ersten Groover Von Krüger-CD. Jazz Rock, den man im Spezialitäten-Regal eines gut sortierten Kaufhauses findet. Hier stimmt alles. Das kann die Band hervorragend und es entstehen immer mehr Fragezeichen vor den Augen, besonders wenn man auf deren MySpace-Seite etwas von The Reverend Karl-Wilhelm Groover Von Kruger steht. Dem
Dirk Speksnijder bin ich ja auf die Schliche gekommen, aber hier verläuft die Recherche leider ergebnislos.
Nichtsdestotrotz kann man sich ruhig auf die zweite CD des Trios freuen. Wirr kann manchmal schön sein, auch wenn nicht alle fünf Songs vom Groover Von Krüger glänzen.
Line-up:
Der Groover (bass, vocals, guitar, keyboards)
Le Marquis Du Shred (rhythm guitar, lead guitar)
The Baron Brutus McBludgeon (drums)
Tracklist
01:Nazi On A Bike (5:45)
02:Deus Ex Machina (2:26)
03:Guilty As Charged (4:31)
04:No Shoes (4:53)
05:Escape Velocity (5:14)
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