Christian Hönniger / In Session With Friends
In Session With Friends Spielzeit: 73:30 (CD 1), 73:31 (CD 2)
Medium: Do-CD
Label: Moon Sound Records, 2012
Stil: Blues

Review vom 14.01.2013


Joachim 'Joe' Brookes
Fakten, Fakten, Fakten. "In Session With Friends" bietet in fast zweieinhalb Stunden sechsunddreißig Songs unter dem großen Dach des Blues. Ein Harpspieler stellt sich vor. Christian Hönniger debütiert, was Tonträger unter seinem eigenen Namen angeht, gleich mit einem Doppeldecker, der ganze zehn Jahre seines Schaffens repräsentiert. Die hier vertretenen Bands/Künstler sind noch lange nicht alle Wirkungsbereiche des aus Rendsburg stammenden Musikers. Die Sammlung ist alleine schon von daher sehr abwechslungsreich. Die Vielfalt verstärkt sich durch eine Mischung aus Live- sowie Studioaufnahmen, die mit Demo-Recordings beziehungsweise Albumtracks und selbst einem Mitschnitt aus einer Küche abgerundet werden.
Ob als Coversongs oder Eigenkompositionen von unterschiedlichen Musikern, bildet der Blues einen deutlichen Schwerpunkt. Selbstredend wirft man darüber hinaus auch Blicke auf Country, Folk oder Rock und einigen Stilspielereien, die sich allgemein beim 12-Takter einsortieren lassen.
Christian Hönniger lernte zunächst Trompete und Tasteninstrumente, bevor er zur im Vergleich dazu kleinen Mundharmonika wechselte. Marc Breitfelder, Carlos Del Junco als auch Arno Dähne brachten ihm das Spielen näher und der Protagonist war fleißiger Teilnehmer an vielen Workshops, unter anderem bei Steve Baker, Billy Branch oder Paul Lamb. Neben der Dirty Curtain Bluesband, Jan Fischer Bluesband, Wolf Mail, Small Change, Third Teeth oder Big Daddy Wilson & Doc Fozz, die unter anderem auf vorliegendem Album vertreten sind, tauchen noch Namen wie
Rainer Baumann, Cry Babies, Julian Dawson, Electric Saints, Jessy Martens,
Abi Wallenstein oder Joja Wendt auf seiner Visitenkarte auf.
Über allen Nummern schwebt die Harp von Christian Hönniger, sowohl als Begleitmusiker wie auch Solist. Es ist schon erstaunlich, wie flexibel sich dieser Musiker in den verschiedenen Stilrichtungen (auch Jump Blues, Rock'n'Roll oder Boogie Woogie) gibt und dennoch immer wieder seinen eigenen Stil aufbietet.
Die Mixtur aus Livesongs und Tracks von diversen Alben beleben das eh schon illustre Treiben um einige Punkte. Darüber hinaus wird die Szene durch unterschiedliche Leadsängerinnen beziehungsweise sänger noch ausgeweitet. Außerdem serviert uns Christian Hönniger durch die Auswahl der Fremdkompositionen von Eric Clapton, Robert Cray, Robert Johnson,
Lucky Peterson, Bruce Springsteen, Koko Taylor oder The Who so etwas wie eine Geschichtsstunde der Musik.
Bei den allesamt tollen Bluesballaden schießt Third Teeths "No Man's Blues", eine Komposition von Dieter Schönnagel, den Vogel ab. Die Lesung von Pete Townshends "Pinball Wizard" ist klasse und lebt geradezu von Christian Hönnigers Harp.
Dieser Doppeldecker verdeutlicht auch noch, wie sehr dieses kleine Instrument mit den unterschiedlichen Genres flirtet und zwar mit Erfolg. Der Protagonist ist aber auch ein richtig guter Harpspieler. Eines seiner Markenzeichen kommt in sechsunddreißig Nummern deutlich zum Vorschein. Bei so vielen verschiedenen Bands und Künstlern ist Flexibilität gefordert und so erbringt Christian Hönniger den Beweis, wie man über die reine Spieltechnik zum Feeling kommt.
Wenn man in die Rezension mit einbezieht, dass "In Session With Friends" einen Einblick in die letzten zehn Jahre des Schaffens von Christian Hönniger bietet, kann man etwas provokant schreiben, dass die Zeit reif für eine Veröffentlichung eines Tonträgers unter eigenem Namen war. Dieses Doppelalbum verdeutlicht, wie unterhaltsam Musik (der Blues) sein kann. Christian Hönniger hat auf diesem Doppeldecker viele musikalische Freunde unter einen Hut gebracht und wird bei den Fans im Allgemeinen durch dieses Albumdebüt noch mehr hinzubekommen.
Tracklist
CD 1:
01:Marti, Marti [Stiff La Wolf Band] (3:20)
02:Sweet Lovin' [Van Blues Music] (5:23)
03:Rollin' [Dirty Curtain Bluesband] (2:12)
04:Railroad Worksong [Big Daddy Wilson & Doc Fozz With Jan Fischer] (5:28)
05:Old Love [Van Blues Band] (6:14)
06:Back To You [4 Way Street] (4:31)
07:I Just Need You [Stiff La Wolf Band] (3:54)
08:Sunday Mourning [Third Teeth] (4:08)
09:Rambling On My Mind [Men' Kitchen] (3:56)
10:Travelin' Mood [Jan Fischer Bluesband] (2:32)
11:Joogie Boogie [Dirty Curtain Bluesband] (2:33)
12:This Is Not A Sad Song [Annika Bruhns Band] (4:30)
13:You Can' Fool Me [Van Blues Band] (5:03)
14:My Own Way To Rock [Jan Fischer Bluesband] (3:47)
15:Biling Viking [Third Teeth] (3:40)
16:Stormy Monday [Small Change] (5:10)
17:Low Down Dog [Dirty Curtain Bluesband] (4:18)
18:Come On In My Kitchen [Men's Kitchen] (2:41)
CD 2:
01:I'm On Fire [Mexikola] (2:49)
02:Extra Jimmies [Dirty Curtain Bluesband] (3:09)
03:Running On Faith [Big Daddy Wilson & Doc Fozz With Jan Fischer] (5:53)
04:Pinball Wizard [4 Way Street] (2:59)
05:I Cry For Love [Dirty Curtain Bluesband] (2:56)
06:Deep Ellum Blues [Jan Fischer Bluesband] (1:42)
07:No Man's Blues [Third Teeth] (6:31)
08:Listen Doctor [Van Blue Music] (3:59)
09:Lay Around And Love On You [4 Way Street] (2:50)
10:Prayin' [Dirty Curtain Bluesband] (5:16)
11:Walking Blues [Men's Kitchen] (3:39)
12:Fat Land [Stiff La Wolf Band] (4:14)
13:Come To Mama [Van Blue Music] (5:07)
14:Talk To Me Baby [Wolf Mail Band] (2:14)
15:You Want My Love [Jan Fischer Bluesband] (6:50)
16:Work Song [Small Change] (4:18)
17:The Water Is Deep [Stiff La Wolf Band] (4:48)
18:Maybe [Men's Kitchen] (4:10)
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