Ira Tenax / Portrait Of The Fallen
Portrait Of The Fallen Spielzeit: 46:52
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2014
Stil: Melodic Death Metal

Review vom 13.01.2015


Andrea Groh
Wie schrieb ich vor einem knappen halben Jahr zur EP Mental Scars, die einen Vorgeschmack auf das Debüt von Ira Tenax darstellte: »Ich denke, da ist sogar Potential für mehrů mal sehen, was der versprochene Longplayer bringt. Also, Jungs: Beharrlich bleiben und zornig bleibenů«
Ob die Jungs zornig sind oder waren, kann ich nicht endgültig beurteilen, in einem Punkt waren sie auf jeden Fall beharrlich: Sie haben die angekündigte CD, die den Namen "Portrait Of The Fallen" bekommen hat, geschickt.
Darauf gibt es ein Wiederhören mit drei Tracks von der EP, das Gefühl 'das kenne ich schon' täuscht also nicht. Im Gegenteil, es ist recht faszinierend, wie schnell sich die Erinnerung einstellt, wie der Song weitergeht, was positiv für das Songwriting spricht. Bedingt durch den Bekanntheitsfaktor gehen "Senses", "The Man Behind" und "Haunted", wobei mir schon damals gerade die beiden letzteren gut gefielen, am besten ins Ohr - was dem Rest vielleicht ein wenig unrecht tut, denn das 'neue' Material unterscheidet sich nur unwesentlich, stellte "Mental Scars" doch nichts weiter als ein Vorabappetithäppchen dar. Wem dieses gemundet hatte, der macht auch bei "Portrait Of The Fallen" nichts verkehrt und weiß genau, was zu erwarten ist.
Für alle anderen: Die Hessen von Ira Tenax kann man in die Schublade Melodic Death Metal packen und machen - im Gegensatz zu manchen anderem, was mittlerweile unter diesem Etikett verkauft wird - genau das, was ich mir darunter vorstelle.
Sie kombinieren Death Metal-Elemente (z. B. die Growls) mit Melodischem. Heavyness trifft auf Harmonie, Aggression auf Atmosphäre, harte Riffs auf schöne Leads. Wobei, dem Bandnamen entsprechend, die zornige Seite im Vordergrund steht, jedoch nie sinnlos gewütet wird, sondern alles clever arrangiert und verpackt ist.
Wieder stelle ich fest, dass sie sich bei den Songstrukturen wirklich viel Mühe gegeben haben. Wie bereits beim Vorgänger erwähnt, haben sie sogar selbst produziert. Das ist ihnen schon recht gut gelungen, jedoch hört man erneut, dass es eine digitale Aufnahme ist, der es etwas an Tiefe und Lebendigkeit fehlt. Wobei Ähnliches teilweise heutzutage bei 'großen' Produzenten ebenfalls oder schlechter vorkommt. Zudem finde ich, dass die Drums zu sehr im Vordergrund stehen und die Stimme zu sehr in den Hintergrund gerückt ist.
Wer damit kein Problem hat, kann durchaus Spaß an "Portrait Of The Fallen" finden und sollte sich von der gerade angebrachten Kritik nicht abhalten lassen.
Denn deswegen die Musik von Ira Tenax zu versäumen, wäre schade. Einige interessante Ideen sind vorhanden und gut umgesetzt, auch wenn nicht wirklich etwas Neues geboten wird.
Fazit: Mit "Portrait Of The Fallen" gelingt zwar keine Steigerung zu "Mental Scars", jedoch wird das Level gehalten und gezeigt, dass das Ganze auch auf die Dauer einer normal langen CD funktioniert.
Line-up:
Martin Schulz (vocals)
Dennis Burneleit (drums)
Marcus Alka (bass)
Marcus Teeuwen (guitar)
Max Wilms (guitar)
Tracklist
01:Intro
02:Senses
03:Shanghai Nights
04:The Man Behind
05:Haunted
06:Darkest Hour
07:End Of Days
08:Stand Alone
09:Lord Of War
10:On The Edge
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