Jumpin Jack Benny / I'll Be Alright
Ill Be Alright Spielzeit: 52:41
Medium: CD
Label: Boppin Records, 2011
Stil: Blues, Soul, R&B

Review vom 06.12.2011


Joachim 'Joe' Brookes
Hey, was haben wir denn hier? Benny Cortez aka Jumpin Jack Benny hat ein Album mit dem Titel "I'll Be Alright" veröffentlicht und spätestens nach elf Tracks inklusive zwei Live-Bonus-Tracks fühlt sich der Hörer richtig wohl. Hochenergetischen Blues hat der Mann mit seinen Musikern auf der Pfanne und der 12-Takter-Überbau pendelt herrlich zwischen Funk, Soul, R&B und Rock. Als Einflüsse werden Paul Butterfield, Freddie King, Koko Taylor, Stevie Ray Vaughan, Little Walter und Muddy Waters genannt. Beim Namedropping in Zusammenhang mit Bühnenaktivitäten der Bandmitglieder fallen James Cotton, B.B. Chung King, The Delgado Brothers, Bo Diddley, Little Milton, Gentlemen's Blues Club oder War. Klar, bei einem Harp-Spieler als Frontmann müssen natürlich auch entsprechende Musiker genannt werden.
Alle Bandmitglieder scheinen pyromanische Flüssigkeiten zu sich genommen zu haben, denn ihr Blues sprüht Feuer ohne Ende. Mann, haben die Leute eine Kondition. Neben einigen der bereits oben genannten Künstler (Koko Taylor, Little Milton) tauchen bei den Song-Credits auch Ronnie Earl, Darrell Nulisch und Smokin' Joe Kubek auf. Jumpin Jack Benny hat bei den elf Nummern also keinen Harp-Spieler auf der Liste, den er zitiert.
Dafür taucht er persönlich oft genug als Schreiber auf, meistens zusammen mit dem Gitarristen Tony Fingers. Wirklich ein treffender Name bezüglich seines Arbeitsgerätes. Schlagzeug wäre da nicht so gut, aber den Bass zupft er auch noch.
In den zwei Live-Beigaben scheint der Player dann zu explodieren, gerade weil man auch noch den Jump Blues zu Wort kommen lässt. Die Musik haut rein und "I'll Be Alright" ist erst das Debüt der Band aus Los Angeles. Die Studio-Tracks sind auf Augenhöhe mit den Live-Nummern, aber ich bin mir sicher, dass die ersten neun Kompositionen noch mehr Drive bekommen, wenn sie auf der Bühne präsentiert werden.
Hoppla, der Hörer wird förmlich überfahren von der quirligen Action, die Jumpin Jack Benny auf so entwaffnend-sympathische Art bieten. Mit dem Shuffle-Kracher "I Don't Believe" bringt man die Blues-Injektionsspritze schon ganz in die Nähe der Armbeuge und bei "Tell Me Please" steckt das Ding schon unter der Haut. Warum? Die Band setzt nicht einen, sondern gleich zwei drauf. Einerseits wird die Cortez/Fingers-Komposition durch Bläser-Klänge aufgemotzt und andererseits singt hier ein entfesselnder Backing-Chor. Tja, und dann klingt der Frontmann auch noch ein wenig wie James Brown. Was will man denn noch mehr? Mehr "I'll Be Alright" ...
Es ist ja noch genügend Musik auf der fast dreiundfünfzigminütigen Platte. Man lässt es kräftig grooven, fein ziseliert klingen, und der Soul-Swing ist fast immer irgendwo dabei. Da gibt es auf Trackplatz sieben (eine Glückszahl) das lange Slow-Stück "Big Woman Blues". Der selbst geschriebene Song reiht sich problemlos bei einem Muddy Waters ein und Fingers hat über einen Finger das Bottleneck gestreift. Anspieltipp! Wenn es "Party's On"-Zeit ist, dann zuckt die Kirsche im Martini und der Zuckerrand am Cocktail-Glas wird zu einem heißen Genuss.
Die Live-Nummern sind das Sahnehäubchen auf der Scheibe. Da lässt man sich auch noch durch die Begeisterung des Publikums anstecken und trotz einiger anderer Musiker ist es immer noch 100% Jumpin Jack Benny, weil der Mann eine klasse Stimme hat. Benny Cortez aka Jumpin Jack Benny ist mit seinem Debüt "I'll Be Alright" ein Album gelungen, das vor Power nur so strotzt, aber nicht wie von diesen posenden Männern, die ständig in den Spiegel gucken müssen. Die Kraft hat hier der Benny-Blues.
Line-up:
Benny Cortez (vocals, harmonica)
Tony Fingers (guitar, bass - #3,6,8)
Kirk Nelson (keyboards)
Mike Stover (drums)
Eric Tice (drums)

With:
Tony Miramontes (keyboards - #6)
Hank Dandini (keyboards - #11)
Benny Rodriguez (keyboards - #10)
Leo Valenzuela (bass - #11)
Frank Viramontes (bass - #10)
Andrew Jaimez (drums)
Steve Roybal (drums - #6,10)
Danny Ayala (backing vocals - #3)
Betsy Villasenor (backing vocals - #2,)
Tracklist
01:I Don't Believe [R. Earl/D. Nulisch] (4:23)
02:Tell Me Please [B. Cortez/T. Fingers] (3:25)
03:Let Your Love Go [B. Cortez/T. Fingers] (3:05)
04:I'll Be Alright [B. Cortez/T. Fingers/M. Stover/Eric Tice] (4:35)
05:Mean Woman Blues [J. Achor] (4:24)
06:Find A Fool [Koko Taylor] (5:27)
07:Big Woman Blues [B. Cortez/T. Fingers] (6:30)
08:Take Time Out To Hear Me Some Blues [Little Milton] (4:36)
09:Party's On [B. Cortez/T. Fingers] (5:11)

Live-Bonus Tracks:
10:One More Song [Smokin Joe Kubek] (5:30)
11:You Got Yours I Got Mine [B. Cortez/T. Fingers] (5:28)
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