Rae Jarvis / Inspired In Heaven, Made In Hell
Inspired In Heaven, Made In Hell Spielzeit: 50:29
Medium: CD
Label: Timezone Records, 2013
Stil: Rock

Review vom 09.07.2013


Markus Kerren
Okay... also wenn ich die nicht gerade üppigen Informationen über Rae Jarvis in die richtigen Bahnen gelenkt habe, dann lebt der Musiker und Komponist in Deutschland, hat aber kroatische Wurzeln. Da liegt dann auch die Wahrscheinlichkeit nahe, dass er sich neben seiner Mucke bei seinem Musikernamen ebenfalls künstlerische Freiheiten zugestanden hat. Aber das sind Nebenschauplätze, die uns nicht von dem Debütalbum "Inspired In Heaven, Made In Hell" ablenken sollten. Denn die zwölf hier vertretenen Songs sprechen für sich selbst und haben durchaus was zu bieten.
Aufgenommen, gemixt und gemastert wurde im Sound Studio D in Köln und mit "Keep Your Tears" wird gleich schon mal richtig stark vorgelegt. Eine Uptempo-Nummer mit fetzigen Gitarren und dem überraschend souligen Gesang von Jarvis bestimmen das Bild. Sehr stramm durcharrangiert rockt sich das Stück mit viel Selbstvertrauen zu seinem Ende. Ein erstes Ausrufezeichen! "Till My Star Will Fall" legt dann, zwar nicht mehr ganz so rockig, aber mit einem sehr starken Refrain nach, der diese Scheibe immer spannender erscheinen lässt. So kann's weitergehen!
Kein Wunder, dass der Protagonist es aber auch anders kann, wie er mit der Ballade "To Love The World (Angel Girl)" beweist. Eingeleitet von einer schönen Akustik-Gitarre werden wir in die Strophen sowie die ersten Refrains geführt, bevor sich der Song immer mehr steigert und sich schließlich in richtig intensive und hohe Qualitätshöhen erhebt. "Draconian Kindness" verliert sich ein bisschen in der Gesamtspielzeit und "Higher Ground" lebt speziell in den Strophen von dem kompakten Zusammenspiel des Drummers und Robert Oschließ am Bass. Vielleicht auch nicht die stärkste Nummer dieser Scheibe, die aber mit einem ganz coolen Refrain versöhnt.
Witzigerweise erinnert nicht nur der Songtitel "A Day In The Life" an die Beatles, sondern eben auch die Gesangsmelodie der Strophen an genau diesen Track der Fab Four. Jarvis schafft es aber im Verlauf, diese Nummer dann doch zu seiner ganz eigenen zu machen. Ein Höhepunkt des Albums ist das wunderbar groovige Stück "Run Away", das darüber hinaus auch mit einer deftigen Portion Soul zu punkten weiß. Benjamin Bärmann am Schlagzeug feuert hier zum Beispiel aus allen Löchern und auch der Rest der Band drückt erfreulich stark aufs Power-Pedal.
Auch "Red Sun" kann mit seinem guten Refrain die etwas blassen Strophen wieder rausreißen, während bei dem finalen Track "Ordinary Day" nochmal erfrischend gegroovt wird. "So Easy" macht erneut mächtig Alarm und schrammt nur knapp an meinen Faves dieses Albums vorbei. Bei den stärksten Titeln handelt es sich um "Keep Your Tears", "Till My Star Will Fall", "To Love The World (Angel Girl)" und "Run Away", wenn auch gesagt werden muss, dass der komplette Rest ebenfalls recht nahe an dem Güte-Level der gerade aufgezählten Nummern kratzt.
Insgesamt gesehen kann man "Inspired In Heaven, Made In Hell" schon deutlich im Pop/Rock-Mainstream ansiedeln. Was für dieses Debüt spricht, ist das gute Songwriting und der wirklich starke Gesang von Rae Jarvis, der immer wieder auch in soulige Gefilde einbiegt. Wir haben es zwar hier nicht mit glattgebügelter Durchschnittsware zu tun, aber die eine oder andere zusätzliche Ecke bzw. Kante hätte diese ganze Chose noch einen Tacken ausgereifter und konsequenter erscheinen lassen. Somit haben wir es hier mit einer Melange aus sehr radiotauglichem Material, das aber im Endeffekt etwas zu rockig für dieses Medium sein dürfte, zu tun.
Anchecken sollte man das Teil aber unbedingt mal!
Line-up:
Rae Jarvis (guitars, lead vocals)
Robert Oschließ (electric bass)
Hannes Porombka (lead guitars)
Benjamin Bärmann (drums)

With:
Ingo Wolfgarten (piano - #3,7,10, Rhodes - #7,10, mellotron - #4, background vocals - #3)
Christine 'Chrissie' Niemann (background vocals - #3,7,12)
Olli K. (guitars - #8,11)
Volker Exner (drums - #8,11)
Andreas Diekmannshenke (additional sound & drum programmings)
Tracklist
01:Keep Your Tears
02:Till My Star Will Fall
03:To Love The World (Angel Girl)
04:Until I Wake Up
05:So Easy
06:Run Away
07:A Day In The Life
08:Red Sun
09:Higher Ground
10:Sea Love
11:Draconian Kindness
12:Ordinary Day
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