Cara Luft / The Light Fantastic
The Light Fantastic Spielzeit: 56:30
Medium: CD
Label: Blue Case Tunes/Black Hen Music, 2007
Stil: Roots Music, Folk, Singer/Songwriter


Review vom 08.10.2007


Norbert Neugebauer
Teil III meiner aktuellen 'Ladies Night' .
Die zweite der beeindruckenden Roots-Stimmen aus dem weiten Kanada. Und wieder aus dem Westen, diesmal aus Calgary. Cara Luft war zunächst Mitglied des Trios The Wailin' Jennys, das sie 2004 für ihre Solo-Karriere verlies. Neben ihrer wandlungsfähigen Stimme spielt sie auch diverse Saiten- und Tasteninstrumente, auf "The Light Fantastic" ist sie an akustischen und elektrischen Gitarren, Mandoline und am Klavier zu hören. Eine Songschreiberin (bis auf die beiden Traditionals stammen alle Titel von ihr) und Interpretin, die das Roots Music-Spektrum von typischen Folk-Balladen bis zu munteren Poprock-Nummern voll ausschöpft und dabei durchgehend in der Oberliga spielt. Wer dazu Lust hat, kann diverse Kolleginnen oder spezielle Band-Sounds bei den einzelnen Stücken heraushören - Cara Luft jongliert mit den Stilen nach Belieben und hört sich dabei immer souverän an.
Aber wenn sie das alte "Black Water Side" über flottem Klatschrhythmus anstimmt, dann muss man schon zweimal hinhören, um nicht an eine Auferstehung der legendären Sandy Denny zu glauben. Das gleiche, leicht rauchige Timbre und die typische Intonation - darauf mussten die Folk-Fans lange warten! Gleichzeitig klingt's aber auch noch deutlich nach Pentangle.
Auch das zweite Traditional "Lord Roslyn's Daughter" ist feinster Folk-Rock anno 2007 mit schöner Ausstattung. Kein Wunder, dass Produzent Neil Osborne für seine Arbeit am Album für den Western Canadian Music Award nominiert wurde. Jeder der Songs ist abwechslungsreich und geschmackssicher arrangiert - das kommt auch bei uns diesseits des großen Teichs gut an. Und dazu passt der Sound perfekt, da ist viel Transparenz, aber auch genügend Druck bei den rockigeren Nummern. Als da z.B. "No Strength" oder "Falling Away" wären, die sich mal Continental Drifters-Fans anhören sollten. So was Sattes haben die nämlich immer probiert (aber selten hinbekommen)!
Das Album fängt jedoch im modernen Roots-Sound an, Bluegrass-Pickings, Mandolinen, mehrstimmiger Gesang, Fiedeln, Schrammel-Bass und dazu clean gespielte E-Gitarre. "Talk For Awhile" ist ein sanfter Singer/Songwriter-Lovesong, in dem Frau Luft leichte Melancholie verbreitet (ähnlich auch "Wilcox"). An alte englische Balladen erinnert "Down To The River". Ein kleines Meisterwerk ist das voluminöse "The Light", bei dem sie den Folkrock der alten Fairports mit den Hymnen von Runrig gekonnt kombiniert. Für ihren Ausklang hat sich die Künstlerin das nur von Gitarre und Mundharmonika begleitete "Settle For Grey" aufgehoben, ein Song im Stil der lange vermissten Janis Ian.
Trotz des ganzen Name-Droppings - alle 13 Songs sind ganz eindeutig Cara Luft! Ein Roots/Folk-Album der Sonderklasse, das alle Fans der genannten Künstler, von wirklich herausragenden Frauenstimmen und 'handgemachter' Akustik-Musik, ohne langes Probehören ordern können! MÜSSEN!
Line-up:
Cara Luft (vocals, acoustic and electric guitars, mandolin, piano)
Hugh McMillan (electric and double bass, mandolin, octave mandolin, lap steel, guitar)
Christian Dugas (drums, percussion)
Richard Moody (viola, fiddle)
Bill Western (pedal steel)
Ravi Singh (tabla)
Anic Hepher (backing vocals)
Donovan Giesbrecht (backing vocals)
Neil Osborne (backing vocals, harmonica)
Tracklist
01:There's A Train
02:No Friend Of Mine
03:Talk For Awhile
04:Black Water Side
05:Lord Roslyn's Daughter
06:Give It Up
07:No Strength
08:Wilcox
09:Jerusalem
10:Down To The River
11:Falling Away
12:The Light
13:Settle For Grey
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