The Life Between / Colours Of Your Choice
Colours Of Your Choice Spielzeit: 52:02
Medium: CD
Label: Kaiserlich Königlich (EMI), 2011
Stil: Pop

Review vom 30.03.2011


Udo Gröbbels
Hin und hergerissen
Ich höre mir jetzt schon zum sechsten Mal das Album innerhalb von ein paar Tagen am Stück an, aber statt eines besseren Gesamteindruckes, erkenne ich immer mehr die Zerrissenheit dieser ungewöhnlichen Platte. Aber am besten der Reihe nach.
Die ganz großen Gefühle
Obwohl es sich bei "Colours Of Your Choice" um das Erstlingswerk der Hamburger Band handelt, hat das Quartett schon einiges erlebt. Bereits 2008 durfte man als Vorband von Amy Mc Donald auftreten. 2009 dann genossen sie das Förderprogramm der Volkswagen Sound Foundation. Hierbei handelt es sich um eine Art Stipendium für talentierte Nachwuchsbands. Nach diesen ganzen Erfahrungen liegt jetzt im Frühjahr 2011 das erste Album vor. Leicht haben es sich The Life Between nicht gemacht, denn bereits der Opener " Holy And Devilish" ist alles andere als leichte Kost und statt eines lockeren Einstieges wählt die Band den unbequemen Weg und haut dem Hörer erst mal über sechs Minuten pure Melancholie um die Ohren. Der gebürtige Salzburger Michael Zlanabitnig , Sänger und Songwriter der Band, holt hier schon direkt am Anfang die ganz großen Gefühle raus. Doch hat man diesen sehr gewöhnungsbedürftigen Einstieg erst einmal überstanden, folgen direkt ein paar potentielle Hits bzw. Ohrwürmer am Stück. "Take A Photograph" ist lockerer Indie-Pop mit einer schönen Melodie und "When It's Over" überzeugt ebenfalls mit tollen Harmonien. Die aktuelle Single "New Hope" legt dann nochmals einen drauf und erinnert extrem an die ganz frühen Coldplay. Spätestens hier sind die starken Parallelen nicht mehr zu überhören und was in den ersten Liedern immer wieder durchschimmerte, wird hier sehr offensichtlich. Die bekannte Band um Chris Martin stand hier ganz klar musikalisch Pate für The Life Between, was aber nicht unbedingt negativ ausgelegt werden soll.
Schluss mit lustig
Nach diesen drei genannten Stücken ist aber dann wieder Schluss mit lustig und die letzten knapp 30 Minuten schwelgen wieder in melancholischen und melodramatischen Popsongs. Leider sticht aus diesen sieben Songs keiner mehr erwähnenswert heraus. Selbst nach erwähntem, mehrmaligem Hören finde ich keine echten Highlights mehr.
Positiv gesehen handelt es sich endlich mal wieder um ein komplettes Album, was auch so aufgenommen wurde. Keine Zusammensetzung von gesammelten Songs, sondern knapp 50 Minuten mit einer strukturierten Stimmung und einer genau festgelegten Reihenfolge. Hier haben sich die Musiker etwas dabei gedacht und das Gesamtkunstwerk Album ist auch gut umgesetzt worden. Sicherlich keine Platte zum nebenbei Hören, sondern ein Album, was wirklich entdeckt werden will und mit dem man sich beschäftigen muss. Meiner Meinung nach aber ist der Veröffentlichungszeitpunkt denkbar ungünstig gewählt, denn bei der größtenteils traurigen musikalischen Kost kommen keine Frühlingsgefühle auf. "Colours Of Your Choice" ist also eher ein Oktoberalbum. Bis auf die drei genannten Sonnensongs doch eher schwere Kost, aber wem das liegt und wer sich darauf einlässt, bekommt ein Album, was so schnell nicht langweilig wird.
Tracklist
01:Holy And Devilish
02:Take A Photopraph
03:When It's Over
04:New Hope
05:Fall
06:How Little
07:Lie
08:Underneath The Snow
09:Light
10:Up
11:Into The Night
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