Audrey Auld Mezera / Lost Men & Angry Girls
Lost Men & Angry Girls Spielzeit: 44:15
Medium: CD
Label: Reckless Records, 2007
Stil: Singer/Songwriter, New Country, Americana

Review vom 08.05.2009


Norbert Neugebauer
Aus Tasmanien kommen uns selten Platten auf den Tisch. Diese nahm ihren Weg über Nashville, Tennessee und 'middle of the heart of Sweden'. In der Country-Hochburg lebt und arbeitet Audrey Auld Mezera seit einigen Jahren und in Schweden sitzt der Peter (Holmstedt), der uns seit geraumer Zeit mit all diesen Singer/Songwritern von jenseits des großen Teichs versorgt, die wir alle noch nicht kannten (abgesehen vom geschätzten Herrn F.I. natürlich ).
Audrey Auld Mezera - wer soll sich diesen Namen merken? Ich empfehle vor allem mal den New Country-Fans, sich diese 'AAM' dick hinter die Ohren zu schreiben!
Die Frau verfügt über eine geschmeidige Stimme mit dem obligatorischen 'Jodel', ein ordentliches Talent als Songschreiber, die ausgebuffte Studiomannschaft für eine stilsichere Aufnahmesession (daheim in Australien), mit Bill Chambers einen guten Produzenten, ein eigenes Label und außerdem noch eine gehörige Portion Humor. Daheim warten Ehemann, Hunde, Hühner und im Schrank sind neben der Green Card mittlerweile sieben eigene Scheiben - das kann sich doch sehen lassen, oder?
Auf "Lost Men & Angry Girls" finden sich als musikalische Gäste Kollegin und Freundin Nina Gerber mit ihrer sanften Akustikgitarre ("Half A World Away"), Raechel Lee, Karl Broadie und ihr Partner seit dem Debüt 1999, Bill Chambers, unter den hervorragenden Studiocracks ein. Die Truppe setzt AAMs Songs hervorragend in Szene, mal mit gewissem Country Pop-Appeal wie beim Opener, bei "Looking For Luckenbach" oder bei "Self-Help Helped Me", mal eher Americana-rockig ("Last Seen in Gainsville"), aber auch sehr ländlich wie bei "Buck Hungry" und "Clinch Mountain Prayer" mit Chambers sen..
"Morphine" (das einzige Cover) klingt wie eine typische Country-Schnulze, doch die Zeilen handeln von der teuflischen Suchtabhängigkeit. "We Cry" - ihre Trauer hat viel berechtigte Anlässe, aber auch einen schönen, unsentimentalen Rahmen. Ähnliches gilt für das eindringliche "Not I". Balladesk mit Banjo und Streichern beeindruckt "Down In A Hole" (nicht identisch mit diversen anderen gleichnamigen Titeln). Und irische Pub-Gemütlichkeit kommt mit "Dublin Boy" auf, ein absoluter Ohrwurm im Duett mit Landsmann Karl Broadie. Mit einem Wiegenlied schließt AAM ihr in jeder Hinsicht gelungenes Album.
Unter den vielen guten neuen Singer/Songwritern ist Frau Mezera sicher eine von den beeindruckendsten. Sowohl als Sängerin, aber eigentlich noch mehr als Autorin - Lyrics-Studium lohnenswert. Ein dicker Tipp für die Freunde neuerer amerikanischer Landmusik, insbesondere Herrn D.D. aus R.!
Tracklist
01:Bolinas
02:Morphine
03:Last Seen In Gainsville
04:Buck Hungry
05:Looking For Luckenbach
06:Half A World Away
07:We Cry
08:Clinch Mountain Prayer
09:Down In A Hole
10:Not I
11:Sel-Help Helped Me
12:Dublin Bay
13:Lullaby For Baby Taylor
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