Ben Martin / The Endless Stream Of Everything
The Endless Stream Of Everything Spielzeit: 46:14
Medium: CD
Label: Violet Noise Records, 2013
Stil: Singer/Songwriter

Review vom 19.06.2013


Sabine Feickert
»Wie fang ich an?« Manchmal ist diese Frage nicht so leicht zu beantworten. Bei "The Endless Stream Of Everything" ging mir das wochenlang so. Weil eigentlich - alles klar ist bei der Scheibe.
rechte Seite aufgeklapptEs geht schon beim Auspacken los Papphülle zweimal aufklappbar und dort, wo meistens dann die CD ziemlich mühsam aus einer Seite der Hülle gefummelt werden muss, ist hier rechts die Pappe nur zur Hälfte doppelt und die CD lässt sich ganz einfach entnehmen so einfach und doch so gut gelöst!
Ähnliches Prinzip dann auf der linken Seite das achtseitige Booklet steckt in einer Ecke, lässt sich ebenfalls gut rausnehmen und beinhaltet neben den Texten auch ein paar Fotos der Bandmitglieder, Danksagungen und eine weitere Abbildung des Wandgemäldes, das auf dem Außencover als Hintergrund für Ben Martin mit seiner Gitarre dient. Alles sehr durchdacht und praktisch, aber dennoch einfach (und umweltfreundlich) dazu gemacht. Langer Rede kurzer Sinn ich hab das Teil aufgeklappt und mein erster Gedanke war »geil, warum machen das eigentlich nicht alle so?«.
Okay, die Verpackung soll ja nun wirklich nicht der Hauptgegenstand eines Reviews sein, doch das, was schon die äußere Hülle zeigt, zieht sich auf der Scheibe durch wie ein roter Faden. Auch die Songs haben eine ausgereifte Selbstverständlichkeit da passt alles.
Schon der Opener "Aeroplane Cemetery" nimmt den Zuhörer mit in die ganz eigene und zauberhafte musikalische Welt des Ben Martin, in der sogar der "Snow" (den wir in diesem Winter ja wirklich im Überfluss hatten) wieder reizvoll erscheint. Auch wenn im echten Leben häufiger mal "Ten Times A Bad One (Five Times Are Good)" zutrifft, passt dieser Song zwar wunderbar auf die CD, darf aber nicht als Messlatte für den Inhalt gelten, denn hier gibt es ausnahmslos 'good ones'.
Auf meiner Suche nach dem Anfang für dieses Review habe ich "The Endless Stream Of Everything" wirklich etliche Male gehört, in unterschiedlichsten Situationen und Stimmungen und wirklich immer passte sie. Sie ist eingängig und sehr relaxt, beschwingt und doch ruhig. Dabei sind die Songs durchgehend von Tiefe und Qualität und nerven auch im Dauerbetrieb nicht.
Innerhalb von nur sieben Tagen hat Ben mit seiner Band die Aufnahmen live eingespielt und fand dabei sogar noch Zeit, seine Mitmusiker (vegetarisch) zu bekochen. Trotzdem ist das Resultat sehr ausgereift, alles stimmt und ganz egal, ob die Einzelsongs nun eher sparsam instrumentiert sind oder mit Bläserunterstützung und vollem Programm aufwarten, wirkt das Gesamtbild des Albums doch wie aus einem Guss.
Ganz sicher trägt seine Ausbildung zum Jazzgitarristen ebenso zum Profil seiner Musik bei wie seine Wurzeln, die er neben dem Modern Jazz auch im Soul und bei Beatles, Bill Withers sowie Joni Mitchell sieht.
Aus diesen Wurzeln ist eine ziemlich eigenständige Linie erwachsen, eine Mischung aus Folk, Singer/Songwriter, Rock und etwas (ausgesprochen gut gemachtem) Pop. Dazu gesellt sich solides Können sowie die inspirierende Zusammenarbeit von Bandmitgliedern, Tontechniker Alex 'Fire' Tomann und Produzent Zebo Adam. Nun sind diese 'Zutaten' ja nicht unbedingt innovativ. Was Ben Martin aber daraus macht, ist rundum stimmig und gelungen.
Line-up:
Ben Martin (Gesang, Gitarren)
Daniel Letschka (Schlagzeug, Percussion)
Manfred Scheer (Bass)
Christoph Richter (Keyboards)

Bläser:
Manfred Franzmeier (Sax)
Martin Eberle (Trompete)
Martin Ptak (Posaune)

Chor:
Bobby Slivovsky
Kathi Winkelbauer
Maurice Ernst
Mike Krammer
Cori Liebhart
Peter Schönbauer
Alex Lausch
Daniel Letschka
Zebo Adam
Ben Martin
Tracklist
01:Aeroplane Cemetery
02:Snow
03:Cracks
04:Ten Times A Bad One (Five Times Are Good)
05:Melody
06:Shattering Sound
07:Far More Easy
08:Overwhelmed
09:Ready To Walk
10:Heart In A Handshake
11:Hugging And Kissing (The World)
12:Recall
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