Donnie Munro
Heart Of America - Across The Great Divide
Heart Of America - Across The Great Divide Spielzeit: 54:43
Medium: CD
Label: Greentrax, 2006
Stil: Folk Pop

Review vom 04.09.2006


Norbert Neugebauer
Donnie Munro ist uns natürlich allen bekannt. Zumindest soweit wir Runrig-Fans sind, uns mit schottischer Folk Musik, der keltischen Kultur und/oder der Politik der 'Bravehearts' beschäftigen. Oder wie ich, zufällig in Besitz seiner jüngsten CD "Heart Of America - Across the Great Divide" gelangt sind.
Bis 1997 war Gründungsmitglied Munro Frontman von Runrig und hat danach eine erfolgreiche Solo-Karriere gestartet. Zumindest in seinem Heimatland. Ob er hierzulande nennenswerte Verkaufszahlen und Popularität erreicht hat, entzieht sich meiner Kenntnis, weil ich mich keinesfalls als Kenner der schottischen Folk Rock-Szene aufspielen möchte.
Nachzulesen ist, dass Munro anschließend seine Heimat Ross, Skye and Inverness West für eine Wahlperiode als Parlamentarier vertrat. Weiterhin engagiert er sich im Gaelic College of Skye (einige Songs auf der CD sind in Gälisch).
Das Werk hat die schottischen Auswanderer nach Amerika zum Thema, auf das Munro bei einer Tour durch den Nordosten des 'gelobten Landes' gestoßen ist. Als Background wird der 'Höhepunkt des Irakkriegs' im PR-Zettel erwähnt, der jedoch, nach meiner Auffassung, mit der Aussagekraft des Albums soviel zu tun hat, wie mein damaliger Asien-Trip, der jedoch wesentlich vorbereiteter war und mir keine terroristischen Spätfolgen bereitete.
Mit "Heart Of America" ist Munro ein Album gelungen, das schottische Folklore ohne Pathos zeitgemäß und dabei sehr ansprechend präsentiert. Seine warme, weiche Stimme erzählt Geschichten, die mal mystisch, mal melancholisch mit durchaus poppigen Arrangements (in absolut positivem Kontext) klingen. Nichts, was ich bisher von Runrig (als mir einzigen adäquaten Vergleich) gehört habe, hat mich so angesprochen. Keinesfalls die 'reine Folk-Lehre', aber ein schönes Stück Musik, das nicht einmal eine Gratwanderung zwischen der Tradition und moderner Adaption betreibt. "Heart of America" ist ein sehr ansprechendes, modernes Folk Pop-Album, das ich den Fans beider Richtungen nur empfehlen kann. Neben Eigenkompositionen hat Munro auf Traditionals und zwei Fremdvorlagen zurückgegriffen. "Raglan Road" ist die Vertonung eines Gedichts von Patrick Kavanagh. Mit im Studio waren seine Hausband und unter anderem Duncan Chisholm von Wolfstone sowie Vivien Scotson und Richard Macintyre von Stereoglo.
Auch die Zutaten stimmen, Munros Band und die Gäste sorgen für einen farbigen, abwechslungsreichen Sound, der sich teilweise sogar in smooth-jazzige Gefilde aufschwingt. Die Produktion lässt auch keine Wünsche offen.
Folk Friends, der Herbst naht. Donnie Munros "Heart Of America" wärmt!
Line-up:
Donnie Munro Band:
Donnie Munro (vocals, acoustic guitar)
Jim Drummond (drums)
Dougie Coulter (bass)
Foss Paterson (keyboards)
Chaz Steward (electric/acoustic guitar)
Morph Dobie (electric guitar)
Chris Harley (backing vocals)
Guest Players:
Blair Douglas (accordion)
Fraser Fifield (soprano sax)
Duncan Chisholm (fiddle)
Viv Scotson (backing vocals)
Donald Doc Livingstone (backing vocals)
Richard Macintyre (guitars on "Love will never die")
Tracklist
01:Heart Of America
02:Strangers to the Pine
03:Winds of our Time
04:A'Coiseachd Tràth (Walking Early)
05:Mo Chruinneag Bhòidheach (My beautiful young girl)
06:Where the Roses
07:Cha Till (I will not return)
08:Raglan Road
09:Mairead Òg
10:Love will never die
11:Harvest Wind
12:October Song
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