Ian McFeron / Time Will Take You
Time Will Take You Spielzeit: 34:56
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2013
Stil: Singer/Songwriter, Folk Rock

Review vom 24.06.2013


Wolfgang Giese
Ist es rockender Folk oder folkiger Rock?
Sicher passt beides bei der Musik des Mannes aus Seattle. Und bereits beim zweiten Song fällt auf, hier stand offensichtlich eine ganz bestimmte Band 'Pate' - The Band.
Aber das wäre zu einfach, die ganze Platte hiernach zu beurteilen, denn zu viele Einflüsse vermag ich auszuloten, ob es nun in Richtung Bob Dylan oder auch Al Stewart geht.
Aber wir reiten auch nach Texas, wenn sich "Long Weekend" ein wenig an texanischen Country-Musikern orientiert, allen vorweg erinnert mich der Song atmosphärisch stark an Gary P. Nunn. Hier ist es die Pedal Steel, die das Ganze noch betont und unterstützt.
Musik, mit der Nilsson einst groß wurde, auch davon höre ich Spuren. Der Bursche scheint ganz tief in die Geschichtstruhe der Musik gegriffen zu haben.
Aber nichts klingt wie nachgemacht, wie nachgeäfft, McFeron vermag die mannigfaltigen Einflüsse zu einem Ganzen zu vereinigen, nicht nur allein durch seine Stimme, die mich beim Eröffnungsstück eher an eine weibliche Interpretin denken ließ.
Und immer dann, wenn es gefühlvoll wird, kann er seine Tonlage voll ausspielen. Ein sehr schönes Beispiel ist die schleppende Ballade "The First Cold Day Of Fall", die die Atmosphäre des im Titel beschriebenen Zustandes treffend ausdrückt.
Wie aus einem Guss begleiten ihn die professionellen Musiker, die Harmonien passen perfekt, jeder einzelne Song wird zelebriert und ist in sich ein kleines Kunstwerk.
Immer wieder sind es dabei die kleinen und unscheinbaren Zutaten, die die Faszination bewirken: Sei es eine kurz eingeworfene Pianopassage, eine Mandoline, eine an- und abschwellende Orgel oder der ganz zarte und kurze Einsatz einer verhallten E-Gitarre.
Hier wurde sehr sorgfältig gearbeitet und das erklärt das hervorragende Gesamtergebnis.
Kein Song überschreitet die Vier-Minuten-Grenze, konzentriert sich also auf das Wesentliche.
So fällt es schwer, ein Highlight herauszupicken, die ganze Platte ist von dieser so besonderen Atmosphäre durchzogen, die man vielleicht am besten mit 'heimelig' bezeichnen könnte. Es ist einfach schön und unaufgeregt, dieser entspannten und entspannenden Musik von hohem Niveau zu lauschen, auch wenn es ab und zu einmal ein wenig heftiger zugeht.
Line-up:
Ian McFeron (vocals, acoustic guitar, piano - #5, 7)
Alisa Milner (backing vocals, fiddle)
Doug Lancio (electric guitar, acoustic guitar, piccolo 12 string, mandolin, "Guitjo" Resonator)
Micah Hulscher (piano - except #5, 7, organ, Nord)
Jon Graboff (pedal steel)
Norman Baker (backing vocals, bass)
Brad Pemberton (drums, percussion)
Tracklist
01:Bringin It Back (2:58)
02:How The Money Comes (3:10)
03:Down The Road (3:50)
04:Long Weekend (3:02)
05:The First Cold Day Of Fall (3:58)
06:Good To Be Back Home (3:58)
07:That`s The Truth (3:33)
08:You Are Like The Sun (3:18)
09:Back To The Farm (Life Is good) (3:22)
10:You And Me (3:45)
(all songs written by Ian McFeron)
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