Nifters / Invisible Caine
Invisible Caine Spielzeit: 41:56
Medium: CD
Label: NZW Records, 2008
Stil: (New) Rock

Review vom 14.06.2008


Dion Kass
Die schwedischen Newcomer Nifters sind schon wieder so eine Band, die, trotz scheinbar massiver Promotion, stetigem Touren und mehrerer Singles, wirklich so gut wie niemand kennt. Und wenn man deren Debüt, welches auf den Namen "Invisible Caine" hört, einschmeißt, verwundert das auch nicht wirklich. Denn eins sind Nifters vor allem: anstrengend.
Das fängt schon bei der ersten Nummer, "The Dandelion", an, welche durch dicke New Metal-Gitarren, relativ gutem Songwriting und leider auch durch den ziemlich gewöhnungsbedürftigen Gesang auffällt. Und die Vocals, eine Mischung aus etwas Gekreische und mehr versuchtem als gekonntem Klargesang, ziehen sich so auch wirklich über die komplette Scheibe, abgesehen von ein paar experimentellen Ansätzen (z.B. "A Favour In Vain" mit einem Wechselgesang, der stark an
System Of A Down erinnert), die allerdings vollkommen in die Hose gehen.
Auch die Songs an sich können nicht unbedingt immer überzeugen. Für manche Momente möchte man auf die Knie gehen, im nächsten aber die CD aus dem Fenster schmeißen. Nehmen wir mal das fünfte Lied der Scheibe, "Genesis/Apocalypse", als Beispiel: Es fängt an mit einem schmissigen Riff, das ordentlich Drive versprüht, wandelt sich nach einem Break plus Gesang aber zu einer Schlaftablette sondergleichen, da der folgende Part sowas von 08/15 klingt, dass man fast weinen möchte. Im Refrain wird zwar wieder ein bisschen wett gemacht, um anschließend in die echt nette Bridge überzuleiten, welche leider auch wieder im erwähnten, langweiligem Part endet.
Dieses Wechselbad der Gefühle findet sich in fast jeder Nummer wieder und das ist sehr, sehr schade - man hätte daraus echt klasse Lieder ausarbeiten können. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass die Platte nicht ganz vollendet werden konnte und vorschnell mit belanglosen Parts gefüllt wurde, um sie endlich fertigzustellen.
Im Endeffekt heißt das also: Unbedingt vor dem Kauf reinhören und einen starken Magen mitbringen, sonst hat man nicht viel Spaß mit der Scheibe. Potenzial hat die Band allemal und wer will, kann sich davon bei der geplanten Tour in diesem Herbst überzeugen.
Line-up:
Jocke Göthberg (drums)
Mats Larsson (vocals)
Zwedda Svedbo (guitar)
Johan Söderhielm (guitar)
Martin Thornell (bass)
Tracklist
01:The Dandelion
02:Salieri
03:If This Ones Becomes A Hit I Swear I Am Goin To Kill Myself
04:A Favour In Vain
05:Genesis/Apocalypse
06:Selfraping Recycler
07:Invisible Caine
08:17
09:Greyscale Defender
10:Lacerated Cor
11:Ryssja
12:Lumen
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