Painting Ablaze / Harvest Thy Armour
Harvest Thy Armour Spielzeit: 30:08
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2010
Stil: Melodic Death Metal/Metalcore

Review vom 29.07.2010


Andrea Groh
Painting Ablaze wurden 2007 in Gladenbach bei Marburg (Hessen) gegründet bzw. gingen aus den Überresten von Mortal Illusion und Thorns On Velvet hervor.
2008 erschien ihre erste EP "Downpour Shall Come" und nun, 2010, der Nachfolger "Harvest Thy Armour", wiederum im Eigenvertrieb. Darauf enthalten sind sechs Stücke plus Intro, was eine halbe Stunde Musik ergibt.
Die zwischen 20 und 25 Jahre alten Hessen haben sich dem Modern Metal / Metalcore / Melodic Death Metal verschrieben. Eines der großen Vorbilder dürfte Soilwork heißen, was vor allem am Gesang zu erkennen ist, der zwischen melodisch, grunzend und eher schreiend wechselt. Das ruhigere "Volcanic" beginnt gar mit einem gesprochenen Teil, selbst als es in der zweiten Hälfte an Tempo zulegt, bleibt es recht undeathig und stellt den interessantesten Song dar.
Ansonsten bewegt sich die Musik zwischen eher schleppend und relativ fies ("Target Lost") und Flotterem wie "In Pondering Silence". Die Genre-üblichen Auflockerungen wie z.B. Wechselgesang sind vorhanden, was für Abwechslung und dadurch schon eine gewisse Dynamik sorgt.
Langweilig oder schlecht gemacht ist "Harvest Thy Armour" sicher nicht, die Musik ist ordentlich gezockt und hat durch fette Riffs und Melodien auch ihre Momente, aber originell oder etwas Neues ist das Ganze leider nicht. Damit gehören Painting Ablaze zu der Menge an Bands, die nicht aus der Masse herausragen, die aber keineswegs so mies sind, dass man ihnen raten würde, sich aufzulösen.
Ich kann mir sogar vorstellen, dass sie im lokalen Untergrund eine ganz gute Stellung einnehmen und ihre Anhängerschaft haben. Um größeren Erfolg einfahren zu können fehlt ihnen allerdings (noch) das gewisse Etwas oder das Glück, zum richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.
Zugegeben, es ist in der heutigen Zeit auch nicht leicht, herauszuragen und / oder etwas Besonderes zu sein. Wobei auch Soilwork und Co. ihre größten Zeiten hinter sich haben und diese Sparte nicht mehr so groß angesagt ist, obwohl es an der Basis aber durchaus noch Fans der oben genannten Stilrichtungen gibt.
Eben jene können ja trotzdem mal ein Ohr riskieren oder einen der zahlreichen Auftritte von Painting Ablaze besuchen und werden sich vielleicht mehr dafür begeistern als ich. Mag sein, dass ich eben nicht so ganz zur passenden Zielgruppe gehöre.
Diese kann neben dem Erwerb der Tonträger auf Konzerten auch den modernen Weg gehen und das Material kostengünstig downloaden, wobei sie dann nicht in den Genuss der schönen Coverartworks kommt.
Line-up:
Samuel Semmler (vocals)
Niklas Döhler (bass, vocals)
Manuel Herwig (drums)
Christoph Kühn (guitars)
Jonathan Jochem (guitars)
Tracklist
01:The Tempest
02:In Pondering Silence
03:Architect
04:My Enigma
05:Volcanic
06:Target Lost
07:Becoming Speed
Externe Links: