The Perms / Sofia Nights
Sofia Nights Spielzeit: 27:55
Medium: CD
Label: Cargo Records, 2012
Stil: Pop Punk

Review vom 22.01.2012


Udo Gröbbels
California-Sound aus Kanada
'Die kommen garantiert aus Kalifornien!' war mein erster Gedanke, als ich die CD hörte. Mehr Sonne, Westcoast-Feeling und gute Laune geht echt nicht. Aber nein, das Trio kommt aus dem kanadischen Winnipeg. Vor 14 Jahren gründete sich die Band und legt nun ihr fünftes Album vor. Das letzte Werk "Keep You Up Where You Are Down" aus dem Jahre 2009 sorgte bei den nordamerikanischen Campusradiosendern für Aufsehen und dort will die Band nun mit "Sofia Nights" anknüpfen.
Einfach zu nett
Mit ihrer Mischung aus poppigem Punk im Stile von Blink-182 und etwas Beach Boys klingt die Band perfekt für den Soundtrack der "American Pie"-Reihe. Übertrieben aufgesetzte Melodiebogen zum Mitgrölen für den endlosen Sommer. Das Ganze klingt so nett und furchtbar harmlos, dass man nie weiß, bei welchen Song man gerade ist. Es fehlt leider das Besondere und von einem eigenen Stil ist weit und breit nichts zu hören. Dabei machen sie den gleichen Fehler wie ihre Landsleute von Nickelback, die auch ihre letzten Scheiben komplett überproduziert haben und so nur noch eine sterile Song-Soße auf dem Album ist.
Keine Hommage an die Kurpfalz
Was sich genau hinter dem skurrilen Liedtitel "Mannheim" verbirgt, kann man nicht genau raushören. Fest steht aber, dass man der Stadt in der Kurpfalz ebenso wie der Stadt Sofia im Albumtitel im letzten Jahr im Rahmen einer Europatournee einen Besuch abgestattet hat. Dabei kommt Mannheim aber nicht so gut weg.
Insgesamt ist die Scheibe zwar kein totaler Rohrkrepierer, aber sie ist auch alles andere, als eine Kaufempfehlung. Zu austauschbar sind die neun Songs, die zusammen auf gerade mal absolut lächerliche 27 Minuten Gesamtspielzeit kommen. Das ist für ein Album, wenn es nicht gerade ein Klassiker ist wie Slayers "Reign In Blood" seinerzeit, natürlich viel zu wenig. Trotzdem kann ich mir gut vorstellen, dass die Musik live gut ankommen könnte. Wenn man den überproduzierten Sound live nicht so hinbekommt und roh als Trio die Bühne rockt, könnte dies sicher nicht uninteressant sein. Auf CD aber wie ein Hamburger: Man beisst rein, kaut ein wenig rum, aber satt wird man davon nicht.
Line-up:
Shane Smith (vocals, bass)
Chad Smith (guitar,vocals)
John Huver (drums)
Tracklist
01:High School High
02:You I'm Thinking Of
03:Slipping Away
04:Skin And Bones
05:Mannheim
06:Make It Through
07:The Mess
08:You Don't Know
09:Nightshift
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