Phideaux / Doomsday Afternoon
Doomsday Afternoon Spielzeit: 66:57
Medium: CD
Label: Bloodfish, 2006
Stil: Retro Prog/Art Rock


Review vom 09.09.2007


Michelle Karayilan
Hier ist er nun, der zweite Teil der Trilogie "Doomsday Afternoon". Ihr erinnert Euch,
The Great Leap war der erste Teil und beinhaltete zumeist kurze mitreißende Songs. Thematisch ging es um Überwachungsstaat, Ängste und Zweifel des Individuums, Lieblosigkeit und Hölle der Welt.
'Doomsday' heißt wörtlich übersetzt 'das jüngste Gericht' und so wird hier der Verfall des autoritären Regierungssystems behandelt. Phideaux legen hiermit wiederum ein Konzeptalbum vor, das im Grunde aus einem langen Song besteht, jedoch in zwei Akte mit insgesamt 10 Tracks unterteilt wurde.
Ebenfalls einen sehr guten Einblick in die Thematik erhalten wir vom Cover-Artwork. So sind im Booklet sieben fantastische Bilder zu sehen, die von Molly Ruttan entworfen wurden, der auch schon für das Album "The Great Leap" tätig war. Somit ist dieser Silberling nicht nur betörend für die Ohren, sondern auch für die Augen.
Zum ersten Mal sind in der Gästeliste Namen zu finden, die nicht in den Staaten beheimatet sind, wie z.B. Martin Orford. Des Weiteren konnte man auch Mitglieder des Los Angeles Philharmonic Orchestra gewinnen.
Musikalisch wird die Retro-Schiene gefahren, man findet viele Anleihen zu Yes, Alan Parsons Project, Genesis und ist vom Stil ähnlich wie Chubacabras.
Es fällt mir unsagbar schwer, einen Song als Highlight herauszupicken, da alle fantastisch sind. "Micro Softdeathstar" hat einen sehr interessanten Aufbau, so als wären mehrere Stücke in diesem einen vereint und verbreitet phasenweise eine düstere Stimmung.
Gänsehaut pur überkommt mich bei "Crumble". Diese Nummer ist in beiden Akten zu finden. Sie ist im ersten Teil instrumental gehalten und mit schönen Pianoklängen und Blasinstrumenten veredelt. Im zweiten Akt gesellt sich zu dieser äußerst melancholischen Melodie der Gesang der Co-Leadsängerin Valerie Gracious, die mit ihrer fantastischen Stimme eine klasse Leistung bietet, und das nicht nur bei diesem Lied.
Der längste Track dieses Werkes ist "Microdeath Softstar", der zumindest am Anfang an Alan Parsons Project erinnert. Und damit verabschiedet man den Hörer und überlässt ihm die Entscheidung, auf welcher Seite er bei "Doomday Afternoon" stehen mag.
Für mich ist der zweite Teil der Trilogie jedenfalls ein Meisterwerk! Auf den angekündigten dritten Teil, der den Titel "Infernal" tragen wird, bin ich heute schon neugierig. Dieser soll nur mit der Live-Band, also ohne Gastmusiker und Orchester, eingespielt werden.
Line-up:
Rich Hutchins (drums)
Ariel Farber (vocals, handclaps)
Valerie Gracious (piano, vocals)
Mathew Kennedy (bass guitar)
Gabriel Moffat (lap steel guitar, solo & electric guitar, textures, treatments, transitions)
Linda Ruttan Moldawsky (vocals)
Molly Ruttan (vocals)
Mark Sherkus (Hammond B3, minimoog, arp string ensemble, Korg Karma, sampler)
Phideaux Xavier (piano, Rhodes, moog voyager, 6 & 12 string guitar, vocals)

Guestmusicians:
Patti Amelotte (hammered dulcimer - #1, 6)
Steve Dundon (flute - #9)
Rob Martino (flute - #3)
Martin Orford (synthesizer solo - #9)
Matthew Parmenter (violin, vocals - #1, 6, 9, 10)
Johnny Unicorn (Hammond B3, moog voyager, handclaps, vocals - #3, 10)
Joel Weinstein (solo and electric guitar - #5, 10)
Arjen Lucassen (special words - #10)

Orchestral sections performed by:
Mark Baranov, Bing Wang (violin)
Richard Elegino, Jerry Epstein, Dale Silverman, Elizabeth Wilson (viola)
Stefanie Fife, Barry Gold, Jason Lippman (cello)
Dennis Trembly (bass)
Brian Drake, Bruce Hudson (french horn)
Boyde Hood, James Wilt (trumpet)
Chris Bleth (flute, oboe, clarinet)
Paul Rudolph (conductor)
Tracklist
Act One
01:Micro Softdeathstar (11:13)
02:The Doctrine Of Eternal Ice (Part One) (03:01)
03:Candybrain (04:06)
04:Crumble (02:55)
05:The Doctrine Of Eternal Ice (Part Two) (08:06)

Act Two
06:Thank You For The Evil (09:16)
07:A Wasteland Of Memories (02:23)
08:Crumble (02:54)
09:Formaldehyde (08:17)
10:Microdeath Softstar (14:48)
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