The Plea / The Dreamers Stadium
The Dreamers Stadium Spielzeit: 54:00
Medium: CD
Label: Planet Function, 2013 (2011)
Stil: Rock

Review vom 01.03.2013


Joachim 'Joe' Brookes
Wer ist für die Gestaltung des Digipaks zuständig gewesen? »Cover design and photography by Storm Studios«. Klappt man die Pappschachtel auf, verwirrt einen auf der rechten Seite ein Bild mit der Band an einem See. Das Foto ist auf dem Kopf abgebildet. Soll einen die Musik vielleicht auch auf den Kopf stellen, den Kopf verdrehen, soll sie verwirren? Auf der linken Seite sieht man unzählige Gitarren mit gelbem Tau an Bäume gebunden. Gitarren, so weit das Auge reicht an Bäume binden? Muss man jetzt nicht verstehen, oder? Früher hieß es mal "Hang The DJ". Ui, ganz links ist noch eine Frau in einem weißen Gewand, ebenfalls mit gelbem Tau in einer nicht ohne Hilfsmittel erreichbaren Höhe am Baum befestigt. Ok, wenn es denn sein muss. Diese Art optische Täuschung mit dem See gefällt mir besser.
The Plea kommt aus Irland, der grünen Insel. Von dort kommen/kamen viele (sehr) gute Bands/Musiker ... Boomtown Rats, The Dubliners, Rory Gallagher, Bob Geldof, Ronan Keating, Sinéad O'Connor, The Pogues oder U2. Um nur einige zu nennen.
Relativ neu ist The Plea und ob die sich irgendwann in der Liste befinden, ist noch offen. Schließlich steht das Quartett um die Brüder Denis und Dermont Doherty mit ihrem Album "The Dreamers Stadium" erst am Anfang ihres Werdegangs. Denis Doherty hat eine klasse Stimme, die ohrenfällig phasenweise an Bono erinnert. Dafür muss der The Plea-Frontmann seine Stimmbänder nicht verbiegen. Er kann allerdings auch anders klingen. Die Musik ebenfalls.
Die von den Doherty-Brüdern geschriebenen Lieder haben auch den hymnenhaften Klang im Refrain, der so gut in die Stadien Europas passt ... so richtig großformatig. Aber bis dahin ist der Weg noch weit und vielleicht steinig.
The Plea macht gut gemischten Indie Rock. Die Gitarre zieht ihre riffigen Runden und wartet immer wieder mit einigen Überraschungen auf. Damit hebt man sich durchaus aus dem gut gefüllten Genre-Fass vor und bleibt nicht in dessen Beliebigkeit stecken. Mit der geschulterten Akustischen kann man auch noch gut umgehen. In "Too Young To Die" steht sie am Beginn des Tracks im Vordergrund. Diese Nummer ist etwas zurückhaltender arrangiert und lebt von einem klasse Groove. Auch hier ist der Gast Tim Wills, der einem sehr gut gefällt, mit Pianoklängen zur Stelle. Allgemein wird die Färbung der Nummern durch sein Mitwirken, auch am Keyboard, noch bunter.
Die letzte Nummer ist allerdings noch aus einem anderen Grund bemerkenswert. Wer sich wegen der im Player angezeigten Spielzeit auf eine fast neuneinhalbminütige Abschluss-Hymne einstellt, wird nach zirka der halben Strecke feststellen, dass "Too Young To Die" zu Ende ist. Das Warten dauert aber nicht allzu lange, dann ist The Plea bereit für einen versteckten Track. Dieses Stück ist so klasse, dass es zu den Highlights gezählt werden muss, weil sich die Band zu einer herrlichen, fast akustischen Session, zusammengefunden hat und in keinem der vorherigen Songs war die Studio-Atmosphäre so greifbar, wie in dieser Zugabe. Musikalisch pendelt die Gruppe zwischen Blues und Country. Fast möchte man sagen, dass die Band wie eine amerikanische New Country-Ausgabe klingt. Toll!
"Windchime" darf ebenfalls zu den Hinhörern gezählt werden. Gekonnt mischt The Plea ruhige mit dynamischen Phasen und darin begründet liegt eine ihrer Stärken. Die Balance zwischen druckvollem Rock und melodisch-melancholischen Teilen ist klasse und man darf sicher sein, dass The Plea seinen Weg machen wird. Mit "The Dreamers Stadium" hat die Band ein Etappenziel erreicht.
Line-up:
Denis Doherty (vocals)
Dermont Doherty (guitar)
Paul Toland (bass)
Gerry Strawbridge (drums)

With:
Tim Wills (keyboards)
Tracklist
01:Staggers Anthem (5:42)
02:The Odyssey (3:59)
03:Praise Be (3:45)
04:Feel It Ticking (3:36)
05:I Am The Miracle (3:38)
06:Windchime (6:45)
07:Oh Ah Yay (4:02)
08:Send It Out (4:06)
09:Glass Waltz (4:20)
10:Out Like A Light (4:39)
11:Too Young To Die (9:26)
(all songs written by Denis and Dermont Doherty)
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