Poets Of The Fall / Temple Of Thought
Temple Of Thought Spielzeit: 48:43
Medium: CD
Label: Insomniac Music, 2012
Stil: Pop/Rock

Review vom 02.09.2012


Sabine Feickert
Hm, davon gehört habe ich schon häufiger. Und jetzt habe ich es tatsächlich auch selbst gehört. Dieses Phänomen, dass eine CD aus den eigentlich ja eher blechernen Rechnerlautsprechern 'besser' klingt als aus einer 'echten' Stereoanlage
Nun gehöre ich ganz sicher nicht zu der Fraktion, die Soundmessprogramme laufen lässt oder Feinheiten hört, die für Normalsterbliche noch nicht mal ahnbar sind. Doch beim "Temple Of Thought" war es selbst für mich so auffällig, dass ich verwundert den Kopf schüttle.
Anscheinend ist tatsächlich was dran, an diesem Trend, Musik auf das Abspielen auf digitalen Wiedergabesystemen auszulegen. Die ausgeprägt audiophilen Zeitgenossen sehen darin auch eine Auswirkung der Tendenz zur Schnelllebigkeit und Austauschbarkeit.
Die Radiosender setzen schon seit geraumer Zeit auf diesen Trend, weshalb ich mir dieses Medium überwiegend erspare und lieber dem RockTimes-Motto »Nimm dir Zeit für gute Musik« folge. Mein erster Höreindruck von den Poets Of The Fall war ein hm, einigen wir uns auf 'nicht negativer'. In ihrer Heimat Finnland sind sie eine ganz große Nummer und auch hier genießen sie eine gewisse Popularität. Auf ihrer aktuellen Tour wurden diverse Gigs in größere Hallen verlegt und auch in die einschlägigen Radiosender haben sie Einzug gehalten.
Dafür sind ihre Songs wahrscheinlich auch perfekt geeignet, denn sie wirken schon beim ersten Hören irgendwie 'bekannt' und sind dennoch nicht so markant, dass sie den Hörer nach ein paar Durchgängen nerven. Die 'Kaputtnudelschwelle' liegt recht hoch, so dass auch dem tausendsten Hörerwunsch nachgegeben werden kann, ohne Gefahr zu laufen, den Rest der Zuhörer damit zu vergrätzen.
Mir persönlich geht es mit ihrer Scheibe allerdings so wie schon meinem Kollegen Markus mit dem vorletzten Silberling Twilight Theater:
»Letzten Endes ist das vierte Album der Poets Of The Fall professionell gemachter, netter Pop/Rock, der niemandem weh tut, einige wahrscheinlich zu Begeisterungstürmen hinreißen wird, andere (wie mich) allerdings eher langweilt. »A mixed bag«, wie der Amerikaner zu sagen pflegt.«
Schon beim Nachschauen, welche Songs denn nun als Single ausgekoppelt wurden, ging mir beim Anblick der Titel gleich die Frage »und welche Nummer war das gleich nochmal?« durch den Kopf. Für diese Ehre kämen auch noch andere als die vier bisher ausgewählten Lieder in Frage vielleicht werden die ja auch noch weiter nachgeschoben, denn bereits vier Titel von "Temple Of Thought" sind als Radio- oder Digi-Edit solo erhältlich, alle paar Wochen ein neuer.
Eine der Singleauskopplungen, "Kamikaze Love", lässt mich ein wenig an R.E.M. denken. "The Distance" würde sich ganz sicher auch gut für den nächste Radio Edit eignen. "Show Me This Life" käme auch in Frage und könnte wahrscheinlich genausogut von Green Day stammen, die Strickmuster ähneln sich meiner Auffassung nach doch sehr, die Zielgruppe wahrscheinlich auch.
Lediglich die letzte Nummer "The Happy Song" fällt ziemlich aus diesem Raster. Sie weist eine große, allerdings für meine Ohren auch nervige Sperrigkeit auf und erscheint mir ein wenig wie das Alibi, um die selbstgewählte 'Alternative'-Einstufung zu rechtfertigen.
Insgesamt hinterlässt das Album bei mir keinen wirklich schlechten Eindruck, aber auch keinen bleibenden. Es ist Musik, die nicht wehtut, aber auch hier muss ich Markus zustimmen nicht hängenbleibt. Zumindest die ersten zehn Songs könnte man wahrscheinlich einen ganzen Abend endlos durchlaufen lassen, ohne dass es wirklich auffällt.
Line-up:
Captain (keyboards)
Olli (guitars)
Marko (vocals)
Jani (bass)
Jari (drums)
Jaska (guitars)
Tracklist
01:Running Out Of Time
02:Temple Of Thought
03:Cradled In Love
04:Kamikaze Love
05:The Lie Eternal
06:Skin
07:The Distance
08:Show Me This Life
09:Morning Tide
10:The Ballad Of Jeremiah Peacekeeper
11:The Happy Song
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