Re-Late
12.08.2007, 23. Int. Weltmusikfestival, Kevelaer
23. Int. Weltmusikfestival, Kevelaer
Re-Late
23. Int. Weltmusikfestival,
Kevelaer
12. August 2007
Konzertbericht
Stil: Blues


Artikel vom 19.08.2007


Joachim 'Joe' Brookes
Re-LateEine Blues-Wallfahrt in die Pilgerstadt Kevelaer machte man doch gerne, wenn es die Gelegenheit gab, mit Re-Late eine der Hoffnungsträger des deutschen Blues live auf dem 23. Weltmusikfestival zu sehen.
Natürlich lud auch das ausgesprochen gute Wetter und der freie Eintritt viel Besucher zu einer Stippvisite beim Festival ein. Also waren beste Voraussetzungen für einen Blues-Nachmittag geschaffen.
Pünktlich wurde der musikalische Teil um 16:00 Uhr eröffnet und Re-Late aus Gelsenkirchen zeigte dem Kevelaerer Publikum, was es bedeutete, einen taufrischen Blues präsentiert zu bekommen, denn das junge Trio, der Harper Manni Halfmann war leider nicht anwesend, zelebrierte ein ganzes Kaleidoskop an 12-Taktern.
Re-LateRe-Late starteten mit "High Calorie Woman", einem Song, in dem Patrick Halfmann eine funkige Gitarre spielte und sofort deutlich machte, dass er ganz viel Verve in seiner tollen Blues-Stimme hatte.
Die nächste Nummer stammte, wie einige andere auch, aus ihrem ersten Album Timeless Blues. Das groovige "Restaurant Lover" konnte voll überzeugen und wurde vom Publikum mit viel Beifall bedacht. Der tolle Sound, die große Bühne sowie das perfekte Timing von Drummer Felix Engel und Basser Jan Rinke, der auch am Mikrofon eine super Figur abgab, waren das Fundament, auf dem Gitarrist Patrick Halfmann ein bestechendes Solo auf seiner Fender Telecaster vom Stapel ließ.
Ebenfalls beeindruckend war "Get My Blues On", weil sich Patrick und Jan die Lead-Vocals teilten. Der funky Blues fand ausgesprochen viel Anklang bei den Zuschauern, weil man bei solchen Liedern nicht still stehen konnte.
In "You Didn't Think About That" machte Patricks Stimme auch vor den höheren Lagen keinen Halt und Re-Late spielten diese swingende Nummer mit einer fast schon frechen Leichfüßigkeit.
Re-LateDann war es an der Zeit, die rockige Seite des Blues auf der Bühne auszuleben, denn mit "She Devil" gab es einen mit knackige Riffs, kräftig pumpenden Bass und von klasse Breaks durchsetzen Song und der Applaus war mittlerweile mehr als nur anerkennend. Ein Blick in die Runde überzeugte einen davon, dass der Re-Late-Blues an diesem Nachmittag genau das Richtige war.
Die Zuschauer verweilten vor der Bühne und fanden keine Gelegenheit, Kaffee, Kuchen oder ein erstes Bier zu holen, denn die Jungs hatten es vollbracht, sie zu fesseln, sowohl musikalisch als auch durch ihre Bühne-Präsenz. Der Gitarrist nutzte den Raum, war mal beim Bassisten und dann vor dem Schlagzeug zu finden.
Richtig gutes Timing in der Auswahl der Songs bewies das Trio, weil mit "Grab Another Can" eines der "Timeless Blues"-Highlights folgte. Wieder dieser wechselseitige Lead-Gesang und Halfmann ließ es in seinem Solo mal so richtig ausgiebig laufen, verdientermaßen mit Szenenbeifall bedacht.
Re-LateMit "She's A Woman" gab es eine straight weggespielte Nummer und dann packten die Drei die erste Überraschung aus, denn sie coverten "Messin' With The Kid", wohlbekannt durch Rory Gallagher oder Buddy Guy. Mit ihrer Interpretation verdienten sie sich Bestnoten, denn nach zirka einer Minute zündeten sie den Turbo und der Re-Late-Express setzte zum Abheben an. Patrick spielte zwei super Soli und alle trieben sich zu einer Höchstleistung.
Mit "Harley-Blues" wurde ein Gang zurückgeschaltet und es folgte das balladeske "Probably Me", wieder vom Debüt-Album. Man lag in einer Hängematte am Sandstrand, umringt von Palmen und in der Ferne das blau gefärbte Meer, wenn bei diesem popig rockenden Song die Augen geschlossen wurden.
Re-LateIrgendwann musste Re-Late doch mit "Pride And Joy" rüberkommen, denn mit Blick auf die Uhr verblieb nicht mehr soviel Zeit, aber die Vorgabe lautete: Eine Stunde Spielzeit! Den Stevie Ray Vaughan-Song spielte sie nicht, dafür ab die Rolling Stones-Nummer "You Can't Always Get What You Want", die sich auf ihrer Demo befindet. Live ist das Ding eine Auslegware erster Güte, die vollends überzeugte. Klasse, wie man zwischen den Zeilen der Glimmer-Twins laß, welches die Zuschauer zum Mitklatschen animierte.
"Make These Blues Survive" wurde zu einer tollen Zitatensammlung des Blues und als die letzten Töne des Songs verhallten, gab es kräftigen Beifall und eine Zugabe wurde gefordert. Leider hatte der Zeitplan des Festivals etwas dagegen.
Schade, aber Re-Late konnten in einer Stunde und nach ihrer Studio-CD nun auch live überzeugen.
RockTimes wird auf jeden Fall irgendwann bei einem kompletten Gig anwesend sein und berichten.


Bilder vom Konzert
Re-Late        Re-Late
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Setlist
01:High Calorie Woman
02:Restaurant Lover
03:Get My Blues On
04:You Didn't Think About That
05:She Devil
06:Grab Another Can
07:She's A Woman
08:Messin' With The Kid
09:Harley Blues
10:Probably Me
11:You Can't Always Get What You Want
12:Make These Blues Survive
Externe Links: