Reaper's Scythe / Reaper's Scythe
Reaper's Scythe Spielzeit: 36:36
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2013
Stil: Rock

Review vom 13.09.2013


Jochen v. Arnim
Wenn ich meine Band Reaper's Scythe nenne, dann will ich doch eigentlich in die Welt hinausziehen und die Menschheit mit unheimlich bösem und hartem Metal plattwalzen, oder? Nun ja, das war zumindest meine erste Assoziation, als ich unlängst dieses Scheibchen aus der schönen Elbmetropole Dresden auf den Tisch bekam. Das mit dem Metal und dem Plattwalzen war dann allerdings schon nach dem ersten Durchlauf Geschichte, denn die vier Jungs (die sich nach der Veröffentlichung der Scheibe zu einem Quintett gemausert haben) spielen eher so etwas in Richtung soliden Hard Rocks mit ein oder zwei Entlehnungen bei anderen Stilrichtungen.
Der damalige Vierer war eigentlich noch nicht einmal komplett, als man mit den ersten Aufnahmen für vorliegenden Rundling begann. Erst nach und nach folgten auf Smoerre und Daniel der Sänger und der Trommler, Tomz und Berki. Und insgesamt gibt es die Formation unter dem martialischen Namen auch erst seit Anfang 2013, die Scheibe seit rund vier Monaten.
Bei dem Erstwerk der Band aus Sachsen handelt es sich um eine Eigenproduktion, die in Smoerres Produktionsstudio entstanden ist. Zehn Eigenkompositionen der von Purple bis Maiden inspirierten Truppe begleiten den geneigten Hörer auf etwas mehr als 35 Minuten und reichen von simplem Hard Rock bis hin zu irisch angehauchten Sauf- und Mitgrölliedern.
Die Songs sind nahezu durchgängig sehr gitarrenbetont, was für meine Ohren grundsätzlich aber auch nicht mal ansatzweise ein Problem darstellt. Im vorliegenden Fall bedeutet das aber im Umkehrschluss, dass es Passagen gibt, an denen die Rhythmusabteilung (speziell die Drums) etwas untergeht. Ab und zu trifft es sogar den Gesang, aber wir wollen uns mal daran erinnern, dass das Album ja nicht in den Abbey Road-Studios aufgenommen wurde. Das Stichwort Gesang jedoch bringt mich zum Frontmann Tomz, der mich in meiner Beurteilung von einem Extrem ins andere reißt. Einerseits möchte ich ihm einen Volkshochschulkurs mit Schwerpunkt Modulation der Stimme angedeihen lassen, andererseits gibt es auf der Scheibe aber auch wieder Tracks, die ein ebensolches Organ genau gebrauchen können.
Das Songwriting kann sich fast durchweg sehen lassen und die Aussage der Band, man habe sich speziell darauf konzentriert, viel Platz für ordentliches Jamming bei den Live-Shows gelassen, kann ich nur bestätigen. Immer wieder gibt es schöne Passagen, wo man längere Ausflüge in die Instrumentalwelt einflechten kann (z. B. bei "My Way Home" oder auch "Changes").
Insgesamt liefern Reaper's Scythe eine durchaus beachtliche Visitenkarte ab, die allerdings, um den vollkommen überstrapazierten Begriff einmal zu verwenden, noch einiges an Platz nach oben lässt. Als Anspieltipps möchte ich mal die beiden vorgenannten Stücke in den Raum werfen und zusätzlich noch mit dem bluesig angehauchten Slow-Rocker "Broken Child" ergänzen.
N. B. Beim Rausschmeißer "Grim Reaper" gibt es dann neben einigen ganz leichten Power Metal-Ansätzen mit dem Schärfen der Sense auch endlich mal eine kleine Verneigung vor dem Bandnamenů
Line-up:
Tomz (vocals)
Smoerre (guitar)
Daniel (bass)
Berki (drums)
Tracklist
01:Rise Up High
02:Come Back To Life
03:Follow Me
04:Never Come Back
05:My Way Home
06:Changes
07:Bottoms Up
08:Someone Different
09:Broken Child
10:Grim Reaper
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