Julian Sas
16.04.2009, Quasimodo, Berlin
Quasimodo
Julian Sas
Quasimodo, Berlin
16. April 2009
Stil: Blues Rock


Artikel vom 23.04.2009


Mike Kempf
Julian SasWenn mein Kollege und Namensvetter Mike Schröder schon mal einen Tipp bei einer seiner Rezessionen verteilt, dann steckt erfahrungsgemäß viel musikalische Substanz dahinter.
Was blieb mir schon anderes übrig, nachdem ich seine Rezi von Julian Sas letztem neuem Produkt Wandering Between Worlds las, als die sich bietende Gelegenheit zu nutzen, um mir den Holländer am 16.4.09 in meinem 'Wohnzimmer', dem Quasimodo, live reinzuziehen? Schade nur, dass der Sechzehnte ein Donnerstag war, was dem Sas-Trio doch einige Fans kostete, da ja im Quasi, wie schon oft erwähnt, kein Gig vor 22.30 Uhr anfängt. Fünf, sechs Tische mit Bestuhlung hatte der Betreiber des Clubs an vorderster Front aufstellen lassen. Klasse, dass ein Berliner Fan-Duo uns erlaubte, an ihrem Tisch Platz zu nehmen. Das ermöglichte mir eine optimale Sicht, um den holländischen Gitarrenflitzer zu begutachten und das Trio zielgerecht mit meiner Digi einzufangen.
Julian SasAls Sas mit seiner Truppe, dem Bassisten Tenny Tahamata und dem Drummer Rob Heijne die Holzplanken der Bühne betrat, hieß es 'The Show Must Go On' für die Anhänger des Blues Rocks. Sas, nun wirklich nicht gerade ein Fliegengewicht, spielte aber äußerst filigran seine vier mitgebrachten Klampfen, drei Gibsons, davon eine knallrote SG, und eine Fender, die schon erhebliche Gebrauchsspuren aufzuweisen hatten. Erwartungsgemäß wurden einige Songs vom aktuellen Album "Wandering Between Worlds" gespielt.
Julian SasDie Band versprühte von Anfang an eine große Spielfreude und hatte die Fans gleich in ihren Bann gezogen. Julian, der mit einer kräftigen, volumigen, klaren Stimme aufwartete, unterstrich, dass er als Autodidakt zur Spitze des Eisbergs der Top-Gitarristen zählt. Ob reiner Blues Rock, traditioneller Blues oder reine Slow-Blues-Nummern, Sas beherrscht einfach alle Facetten des Blues! Auch seine Begleitmusiker überzeugten voll und ganz und trugen einen erheblichen Anteil daran, dass es ein sehr gelungener Abend wurde.
Julian SasTahamata, nein, nein, kein asiatischer Basser, schlenderte so vor sich hin, während er seinen viersaitigen Tieftöner sanft zupfte und erinnerte mich dabei mit seinem Hut ein Wenig an Pan Tau. Gott sei Dank strich er nicht mit seinem Zeigefinger über den Hutrandů! Nicht auszudenken, wenn er urplötzlich verschwunden wäre. Rob Heijne hatte einen Schwerstjob zu vollrichten, beackerte seine Felle nach allen Regeln der Schlagzeugkunst und konnte damit einen Vergleich mit 'Muttis' ehemaligen Schlagerstar Heintje ausschließen! Einen richtigen Kracher kündigte Julian an, als er der Menge im leisen Ton mitteilte: »This Is A Chicago Blues For You«. Oh ja, der Blues hatte es wirklich in sich und mein Körper fing an, sich swingend zu bewegen. Sas ließ es sich auch nicht nehmen, mit dem Publikum zu kommunizieren, indem er oftmals das Ende des jeweiligen Songs andeutete, sich fragenden Blickes den Fans zuwandte, um dann noch ein Finalinferno draufzusetzen. Nach dem Motto 'Noch bestimme ich selbst, wann ein Song endet'. Der Blues Rock fetzte ziemlich heftig aus den Boxen und Julian, dessen Markenzeichen sein Stirntuch ist, beendete nach guten neunzig Minuten den Gig.
Julian SasDabei hatte er aber die Rechnung ohne die Fans (oder doch?) gemacht, die pfeifend, brüllend und klatschend die Band um eine Zugabe nicht herumkommen ließen. Also betraten die Holländer nun zum zweiten Mal die Bühne und zelebrierten den Berlinern den Blues in allen Variationen. Dabei unterstrich Sas noch einmal eindrucksvoll, dass er zur 'Crème de la Crème' der weltweiten Gitarristen zählt.
Dass an diesem Abend, im leider nicht ganz vollen Club, die Chemie zwischen Fans und Band stimmte, bewies, dass die Combo sich noch für eine weitere Zugabe entschied. Damit hatte die Band fleißig Sympathiepunkte gesammelt und hinterließ letztlich ein begeistertes Publikum. Eben noch auf der Bühne, Sekunden später schon am Eingang, um den Fans die Silberlinge mit Autogrammen zu versehen. Diese Gelegenheit nahm auch ich war und als ich ihm mitteilte, dass von diesem Abend einen Report für unser Mag in den nächsten Tagen veröffentlicht wird, begutachtete er meine Dienstkleidung und stellte fest: »Oh Yes, RockTimes Is Good«. Was soll ich dazu noch weiter sagenů Der Mann hat eben einen guten Geschmack!
Julian SasNachdem ich in diesem Jahr, Wishbone Ash, den
Blues Caravan, Ezio & Booga und nun Julian Sas live erleben durfte, kann ich nur sagen »Giorgio, das nächste Highlight bitte«!
An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank ans Quasimodo für die problemlose Akkreditierung!
Line-up:
Julian Sas (guitar, vocals)
Tenny Tahamata (bass)
Rob Heijne (drums)
Bilder vom Konzert
Julian Sas        Julian Sas        Julian Sas
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