Sedona / Golden Valley
Golden Valley Spielzeit: 489:58
Medium: CD
Label: Avenue of Allies, 2010 (1995)
Stil: AOR/ Westcoast-Rock

Review vom 08.03.2010


Udo Gröbbels
Kopfkino deluxe
Wenn man altbekannte Lieder auf Platte oder im Radio hört, sind damit meist Erinnerungen verbunden. Der eine denkt z.B. an einen Campingurlaub 1976, wo immer dieser bestimmte Song lief, und dadurch werden durch bestimmte Lieder immer auch bestimmte Bilder im Kopf erzeugt. Dann gibt es noch Bands die es schaffen, beim ersten Hören sofort passende Bilder im Kopf des Hörers zu erzeugen. Zu dieser Kategorie gehören Sedona aus Frankreich, denn nach ca. 20 Sekunden sieht man förmlich einen Highway in Kalifornien vor sich, den man sofort entspannt mit 55 Miles per hour lässig runterfahren möchte.
"Westcoast" heißt das Stichwort und Sedona bringen mit ihrem Westcoast-Rock auf dem vorliegenden Album genau dieses Lebensgefühl in Noten unter und transportieren einen coolen Westcoast-Fernweg-Sound. Aber zunächst mal kurz zur Geschichte der Band.
Frankreich und Kalifornien
Anfang der 90er in Frankreich von Patrick Liotard gegründet, produzierte die Band zunächst noch mit "Dream Catcher" und "Tout Arizona" zwei Alben in französischer Sprache. 1995 dann folgte das hier als Neuauflage vorliegende dritte und erste englischsprachiges Werk "Golden Valley". Aus heutiger Sicht war es damals wohl der absolut ungünstigste Zeitpunkt für AOR bzw. Westcoast Rock, denn damals war alles im Grunge- und Alternative-Wahn und das Album kam über einen gewissen Kultstatus in absoluten Insiderkreisen nicht hinaus. Doch die Zeiten haben sich geändert und klassische Rockmusik ist wieder schwer angesagt.
Zeitloser Klang aus dem 'Goldenen Tal'
Fünfzehn Jahre nach dem Ersterscheinen bringt das Label Avenue of Allies jetzt das Album erneut auf den Markt und das ist auch verdammt gut so. Wäre wirklich zu schade gewesen wenn diese Perle des Westcoast Rock verloren gegangen wäre. Mit "Magic Dream" legt man nicht wie üblich mit einer flotten Nummer los, sondern lässt es erst mal entspannt angehen. Hier wird direkt die Richtung für die kommenden 48 Minuten festgelegt. Tolle Melodien und eine sparsame Produktion wissen sofort zu begeistern. Kein Kitsch, keine Bombast, sondern herrlicher Laid back-Sound der es immer aber schafft, dass es nicht belanglos oder weichgespült klingt.
Obwohl man diese CD am Stück genießen sollte, kann ich noch als Anspieltipps das flottere "Surfing State Of Mind" und das Titelstück empfehlen. Letztgenannte Nummer enthält auch eine schöne Pedal-Steel-Gitarre und erinnert so unweigerlich an die Eagles. Ansonsten kann man den Sound noch mit den Toto-Scheiben aus den 80ern vergleichen ("Toto IV" oder "The Seventh One"). Auch wenn jetzt manche Leute aufschreien, fühle ich mich bei "Golden Valley" an die alten Richard Marx- Platten erinnert , was meiner Meinung nach alles andere als abwertend klingen soll.
Fazit: Im Gegensatz zu vielen anderen unnötigen Wiederveröffentlichungen hat man hier ein tolles und vor allem zeitloses Album nochmals rausgebracht, was nun hoffentlich endlich zu der Ehre kommt, die ihm seit knapp 15 Jahren gebührt. Fans von oben genanten Bands sollten Sedona unbedingt mal antesten.
Außerdem arbeitet die Band gerade an dem Nachfolger mit dem Titel "Stand Up" und der erste Höreindruck auf der MySpace-Seite lässt Gutes erhoffen.
Line-up:
Patrick Liotard (vocals, guitar)
Jack Andour (bass)
Stephane Larribat (drums)
Tracklist
01:Magic Dream
02:Surfing State Of Mind
03:Golden Valley
04:California Ballad
05:Sweet Wave Of Sunset
06:Laguna (Instrumental)
07:Rock Board
08:Southern California Dream Space
09:You Choose Fanatic
09:The Story
09:Tessalia
09:Sedona (Instrumental)
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