Serpentina Satélite / Mecanica Celeste
Mecanica Celeste Spielzeit: 43:37
Medium: CD
Label: Rocket Recordings, 2010
Stil: Psychedelic Rock

Review vom 20.08.2010


Markus Kerren
Da soll noch mal einer sagen, alte deutsche Schlachtrösser vom Schlage Amon Düül II und Ash Ra Tempel wären nicht auf der ganzen weiten Welt bekannt und beliebt. Auf diese beiden Bands wie auch auf die Briten Hawkwind wird man verwiesen, wenn man über Serpentia Satélite, einem Quintett aus der peruanischen Hauptstadt Lima liest. Klar, dass die Marschrichtung der Südamerikaner damit schon vorgegeben ist, speziell wenn man auch noch auf den coolen Spruch »Serpentina Satélite tried to get to heaven, but ended up in space!« präsentiert bekommt. Space Rock und Psychedelic geben sich also die Hand und liefern eine knappe dreiviertel Stunde beste Unterhaltung zum Abdriften, Träumen oder nach was einem auch sonst immer gerade der Sinn steht.
Gegründet wurde die Band gegen Ende des Jahres 2003 und legt nun mit "Mecanica Celeste" Album Nummer Drei vor. Da der Fünfer mit der Vorgänger-Scheibe Nothing To Say zum ersten Mal so richtig Beachtung fand und u. a. auch bei unserem Joe für Aufsehen bzw. -hören sorgte, gilt es natürlich, mit dem neuen Werk das Momentum auszunutzen, um noch mehr Zuhörer zu finden. Schweben wir also mal los
"Fobos" empfängt uns mit einer einsamen, wabernden Gitarre, die mit viel Wah Wah ihre Einsamkeit klagt, bis schließlich die weiteren Instrumente hinzu stoßen. Und man fühlt sich tatsächlich umgehend in den Hawkwind-Kosmos der frühen Siebziger hinein versetzt, abzüglich des Gesangs, der hier fehlt. Schlagzeug und Bass machen schön Druck, sind im Mix aber etwas weiter zurückgesetzt, sodass die Nummer nicht zu hart wirkt und genügend Platz für die schöne Lead-Gitarre und den sphärigen Keyboard-Sound lässt. Normalen Gesang gibt es im Übrigen auf keinem Track dieser Scheibe zu finden, wenn auch immer wieder mal kurze Chants und gesprochene Passagen eingefügt werden.
"Sangre De Grado" beginnt mit einer cool groovenden Bass/Schlagzeug-Einleitung und auch hier dauert es nicht allzu lange, bis man sich in eine warme, zeitlose Apathie fallen lassen kann, während man sich von dem Sound geistig treiben lässt. Die Arrangements sind durchgehend abwechslungsreich, sodass trotz dem jammigen Charakter der Stücke immer ein roter Faden vorhanden ist und die Spannung nie abfällt. Das Clevere hierbei ist, dass bei der Abmischung immer wieder ein anderes Instrument plötzlich in den Vordergrund tritt, bevor es wie ein sterbender Stern zu verglühen scheint und von dem nächsten Protagonisten abgelöst wird.
Laut Promozettel greifen die Limanesen gerne auf traditionelle religiöse Themen ihres Heimatlandes zurück, was durch die immer wieder mal auftauchenden Gesänge nicht weiter namhaft dargestellter Ladies ausgedrückt wird. Das Hauptaugenmerk liegt aber ganz klar auf der Musik, die ständig zwischen hypnotisch und rockend hin und her pendelt. Fuzz-Gitarren sind ebenfalls vertreten, wenn auch der Wah Wah-Sound der eigentlich dominierende ist.
"Mecanica Celeste" ist ein tolles, so gut wie instrumentales und nie langweilig werdendes Album geworden. Bleibt der Truppe zu wünschen, dass sie ihren Bekanntheits-Grad halten und - noch besser - ausbauen kann. Das geeignete Material dafür ist auf ihrem dritten Album vertreten. Noch in diesem Jahr wollen Serpentina Saltelite für eine Konzertreise nach Europa kommen, was sicher eine spannende Angelegenheit werden dürfte. Abschließend kann man die Selbstdefinition der Band eigentlich nur bestätigen, denn wenn sie eigentlich auch in den Himmel wollten, gelandet sind sie definitiv in den unendlichen Weiten des Weltraums.
Line-up
Aldo Castillejos (drums & percussion)
Felix Dextre (bass, vocals)
Domo (lead & rhythm guitars)
Renato Gomez (rhythm & lead guitars, vocals)
Flavio Castilleijos (hope & providence)
Tracklist
01:Fobos
02:Sangre De Grado
03:Mecanica Celeste
04:Imaginez Quel Bonheur Ce Sera De Voir Nos Chers Disparus Ressuscites
05:Al Apaec
06:Sendero
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