Eddie Turner / Live At The Triple Door
Live At The Triple Door Spielzeit: 79:01
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2007
Stil: Blues Rock

Review vom 22.12.2007


Joachim 'Joe' Brookes
Auf seiner Herbsttour hatte Eddie Turner fürwahr eine dicke Überraschung im Gepäck.
Bei den Konzerten waren nicht nur seine beiden Studio-Alben Rise und The Turner Diaries verfügbar, sondern auch eine Live-CD, die exklusiv bei den Gigs verkauft wird.
Er packte die Gelegenheit beim Schopf und serviert uns unter dem Titel "Live At The Triple Door" Exzerpts seiner Show vom 05.09.2007 aus dem Club in Seattle.
Die CD ist eine Eigenproduktion und in einem Pappschuber untergebracht. Der Mitschnitt war im Vorfeld nicht geplant, erwies sich im Nachhinein allerdings als besonders geeignet, um für die Fans konserviert zu werden, denn die Qualität der Aufnahmen ist beeindruckend.
Beim Hören der randvollen CD sitzt man in der ersten Reihe.
Mit B.B. Kings "Rock Me Baby" wird die CD eröffnet. Wie Turner Fremdkompositionen interpretiert, ist höchst erfreulich. Sphärische Keyboards von Andy Nevala und Kenny Passarelli stoßen auf kräftige und laute Läufe aus Eddies Gitarre. Jimmy Trujillos Bass pumpt genüsslich und zwischendurch setzt Ed Michaels besonders auf den Becken rhythmische Akzente. Zum Ende halten nur noch der Drummer und Bassist die Flamme des Tracks aufrecht.
Ohne Unterbrechung intoniert die Band dann "Gangster Of Love", in dem sich Nevala an den schwarzen und weißen Tasten austobt. Kaum merklich rifft sich Eddie ins Geschehen und wie er den Titel singt, nein, mit seiner Stimme zelebriert, ist zum mit der Zunge schnalzen. Keyboards, Drums und Bass grooven sich einen weg und Turner thront mit seiner Gitarre über diesem verlässlichen Fundament. Wehe, wenn der 'Devilboy' loslegt!
Wie auch in "Ask Myself Why", einem Slow-Blues aus eigener Feder. Jetzt kann man sich von Eddies emotionalem Gesang beeindrucken lassen. Gefühle pur: Turner singt, flüstert und schreit! Tatsächlich gibt es erst nach 5 Minuten das erste Gitarrensolo und die Nummer wird zu einem instrumentalen Song.
Auch "Help The Poor" ist so ein Beleg für die interpretatorischen Fähigkeiten des Protagonisten und seiner Band. Der Titel wird in seinem Verlauf, angetrieben vom Keyboard-Doppel Navala und Passarelli, zunehmend jazziger und ganz am Ende wird auf den Tasten kurz Santanas "Oye Como Va" zitiert.
Die Studio-Fassung von "Privileged Life" ist ein mit Valium beruhigtes Raubtier, wenn man jetzt diese 10-minütige Hammer-Nummer live hört.
Unter dem Aspekt 'Longtracks', schießt "Rise" mit 15 Minuten den Vogel ab. Natürlich bietet sich nun für die Band-Members ausreichend Gelegenheit, als Einzeltäter in Aktion zu treten. Außerdem kann einen der Titel in traumhafte Zustände versetzen, wobei der Hörer durch Turners Gitarre stets in das Hier und Jetzt zurückgeholt wird.
Mit "So Many Roads" und leicht funkiger Gitarre sowie relaxt kubanischem Flair biegt "Live At The Triple Door" auf die Zielgerade ein. Nevala lässt es abermals jazzig angehen und in "Dangerous" drehen alle Musiker ihre musikalischen Schalter ein letztes Mal auf Volllast.
Wer den Eddie Turner noch nicht auf der Bühne erlebt hat, bekommt durch "Live At The Triple Door" das Verlangen nach einem Konzert des in Denver lebenden Gitarristen und Sängers, was vielleicht schon im Sommer 2008 der Fall sein könnte.
Dieses Album hat rundum 8 von 10 RockTimes-Uhren verdient und kann nur durch einen Konzertbesuch getoppt werden.
Line-up:
Eddie Turner (guitars, vocals)
Ed Michaels (drums)
Andy Nevala (keyboards)
Kenny Passarelli (keyboards)
Jimmy Trujillo (bass)
Tracklist
01:Rock Me Baby (10:56)
02:Gangster (7:30)
03:Ask Myself Why (8:47)
04:Help The Poor (8:16)
05:Privileged Life (9:43)
06:Rise (14:56)
07:So Many Roads (8:38)
08:Dangerous (10:11)
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